„Deutschland singt mit“ in der Woffelsbacher Bucht

Von: ho
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Stimmgewaltig und Gänsehauteffekt: Der Chor „Sound´n Soul“ aus Aachen lies Zelt und Bühne beben, deren Stabilität kurzfristig mit Bierkästen gesichert werden musste. Sound´n Soul entfachte beim Mitsingfestival in Woffelsbach beeindruckende Gesangsfeuerwerke. Foto: Karl-Heinz Hoffmann

Woffelsbach. Was im vorigen Jahr als Wettbewerb der Chöre mit großem Erfolg Premiere hatte, wurde in diesem Jahr als Singfestival ohne Leistungsbewertung fortgesetzt. Und auch wenn in diesem Jahr nur vier und nicht wie 2012 sieben Chöre beim Singfestival „Deutschland singt mit“ ihre Stimmen erklingen ließen, darf man ohne Übertreibung festhalten, dass sich die Erfolgsstory dieser Veranstaltung fortsetzte.

Erneut gut 500 Besucher hatten sich schließlich am Sonntagnachmittag im Zelt in Woffelsbachs neuer Mitte eingefunden, um gut gelaunt zu lauschen, mitzusingen und den Akteuren auf der Bühne immer wieder stehenden Applaus zu spenden. Mit der Resonanz zeigte sich auch Intendantin Beate Schneider, deren Ehemann Thomas erneut leicht und locker das mehrstündige Programm moderierte, begeistert. Nachdem der Besucheransturm zu Beginn des Festivals noch etwas spärlich anlief, füllte sich das Festzelt ab Mittag kontinuierlich. Bis dahin hatten Nadine Noetzel, Siegerin der Euregio-Talent-Show, Sängerin Anja Schäfer im Duett mit Oliver Schmitt und Gino Dal Nero ihre Stimmen erklingen lassen und zur besten Unterhaltung beigetragen.

Senioren feuern an

Von „Simply the Best“ bis „I will survive“, den 99 Luftballons und Liedern aus dem Musical „Les Misérable“ hatten die Künstler dabei alles im Angebot, was den Zuhörern Freude machte. Nach der Mittagspause stand Chorgesang der unterschiedlichsten Gesangsrichtung an und das Mitsingfestival nahm gewaltig Fahrt auf.

Als Eisbrecher fungierte eine jung gebliebene und putzmuntere Gesanggruppe aus dem Ruhrgebiet. Die „German Silver Singers“, die bereits im vorigen Jahr dabei waren, zogen das Publikum erneut sofort in ihren Bann. Der fidele Senioren-Chor aus Essen hatte in seinem umfangreichen Repertoire wieder alles dabei, was das Publikum ohne Aufforderung zum Mitsingen animierte. Vom Banana-Boat-Song bis zu Nabuccos Gefangenenchor reichte dabei die erfrischende Palette, wofür es am Ende stehenden Applaus für die Goldkehlchen aus dem Ruhrpott gab.

Im krassen Gegensatz zu den gesangsfreudigen Temperamentsbolzen aus Essen präsentierten sich danach die „Drover Singvögel“ aus Kreuzau, bei denen es sich in Wirklichkeit auch „nur“ um ein Sixtett handelte, das indisch angehauchte Musik zum Besten gab. Nichtsdestotrotz sang das Publikum brav beispielsweise „Ganesha Sharanam“ aus den reichlich ausgelegten Song-Büchern mit. Hiernach bebte dann Zelt und Bühne, als der Chor „Sound´n Soul“ aus Aachen loslegte.

Moderator Thomas Schneider hatte die ganz in schwarz gekleideten Sänger und Sängerinnen schon vor Beginn mit den Worten angekündigt: „Ihr seht so schwarz und so gut aus“. Und dies setzte das über 20-köpfige Ensemble auch sofort in die Tat um.

Publikum will mehr davon

Ein Ruck ging förmlich durch das Zelt als Sound´n Soul mit ihren frischen und klaren Stimmen klanggewaltig loslegte. Hervorragend dargebracht beispielsweise „I open my mouth“, wo sich bei allen Zuhörern Gänsehautfeeling einstellte. Verständlich, dass es danach stehende Ovationen gab und schließlich zwei Zugaben gefordert wurden. Davon mehr im nächsten Jahr war der einhellige Tenor bei den Besuchern im Zelt.

Bis zum Auftritt des nächsten Chores sprang Sängerin Roberta in die Bresche. Die 1,50 Meter große Rockröhre präsentierte unter anderem ihren neuen Chartstürmer „Stai Pensando“. Mit „Prente, Puttes, Mäddche“ und Öcher-Mundart fanden sich zum Abschluss die „Öcher Stadtmusikanten“ auf der Bühne ein. Sie hatten wie im vorigen Jahr keine Schwierigkeiten, die Herzen des Publikums zu erobern.

Öchergesang kommt eben auch in der Woffelsbacher Bucht an und erzeugt auch dort verbindende Heimatgefühle. Als Fazit für das zweite Mitsingfestival in Woffelsbach ist festzuhalten, dass es erneut ein großer Erfolg war. Als einziger kleiner Makel bleibt allerdings, dass im Gegensatz zum letzten Jahr kein einziger Chor aus der Eifel seine Stimmen in der Woffelsbacher Bucht erklingen ließ. Hier sollte man versuchen, im nächsten Jahr Abhilfe zu schaffen.

Mitgesungen haben übrigens fast alle Besucher im Zelt. Allerdings war auch der Kommentar eines Ehemannes an seine sangesfreudige bessere Hälfte zu hören: „Sing du mit, ich hör´ mir datt ah“. Die fehlende Stimme tat dem Gesamtchor aus 500 Kehlen aber keinen Abbruch.

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