Deutsches Rettungssystem Vorbild für das Reich der Mitte?

Von: ck
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31 Gäste aus China waren jetzt zu Besuch im Katastrophenschutzzentrum in Simmerath, um sich über Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement in der Region zu informieren. Foto: Carmen Krämer

Simmerath. Mit teilweise zwei oder drei Kameras in der Hand und um den Hals, freundlichen und neugierigen Gesichtern und Taschen voller Geschenke stiegen sie aus dem Bus: Eine 31-köpfige Delegeation aus China mit drei Dolmetschern war am Dienstag zu Besuch im Katastrophenschutzzentrum in Simmerath.

Erst vergangene Woche ging der Friedensnobelpreis erstmalig von Europa nach China, in dieser Woche traf eine Reihe chinesischer Beamter in Deutschland ein, um im Rahmen des Seminars „Crisis Management to Directors EMO” etwas über das hiesige System zum Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement zu lernen.

Eine ihrer Stationen war das Simmerather Katastrophenschutzzentrum, in dem sie am Dienstagmorgen von Hans-Josef Hilsenbeck, dem stellvertretenden Städteregionsrat begrüßt wurden. „Es ist eine große Ehre für uns, dass Sie bei Ihrem Besuch auch in der Städteregion vorbeischauen”, waren seine Worte, die simultan von einer Dolmetscherin übersetzt wurden. Die Schwerpunkte, die die chinesischen Gäste an diesem Tag erarbeiten, „spielen auch bei uns in der grenznahen Städteregion eine große Rolle”, betonte Hilsenbeck.

Gezeigt wurde den Gästen aus Fernost an diesem Tag, wie in unserer Region Ehrenamtler und hauptberufliche Rettungskräfte bei Großschadensereignissen oder chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren gemeinsam agieren.

„In China kennen sie kein Ehrenamt”, erklärt Stefan Siehoff, Sachbearbeiter Katastrophenschutz der Städteregion Aachen. Hier seien dagegen stets 50 bis 80 Prozent der Rettungskräfte keine Hauptberufler, die aber genauso gut ausgebildet seien, wie die hauptberuflichen Kräfte. „In der Hinsicht haben die Vertreter der Emergency Offices for Governance und die Teilnehmer von der Chinese Academy for Governance (CAG) die Möglichkeit, sich etwas von uns abzugucken”, erläutert der Sachbearbeiter eines der Ziele des Seminars in Simmerath.

Gezeigt wurden dabei Materialien, Einsatzwagen und das Zusammenspiel von Einsatzkräften. Betreut wurden die Besucher von der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Der Seminartag, der nach einer Mittagspause in Herzogenrath fortgesetzt wurde, wird den Veranstaltern sowie den chinesischen Gästen wohl schon aufgrund der zahlreichen Fotos und der typisch chinesischen Gastgeschenke, die großzügig verteilt wurden, in Erinnerung bleiben.
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