„Design-er-leben“ am Hohen Venn

Von: hes
Letzte Aktualisierung:
13307254.jpg
Didier Gehlen entwirft und fertigt seine Möbel ohne Leim, Schrauben und Lacke.

Mützenich. Die Designer im Dreiländereck haben sich unter einen neuen Internetplattform vernetzt. Print- und Social-Media-, Tattoo- und Streetart-, Schmuck- und Möbel-, Sound-, Produkt- und sonstige Designer in der Euregio haben nun ein dezentrales Festival gestartet, um sich und ihre Arbeit bekannt zu machen und zugleich andere Formschaffende kennenzulernen.

Interessenten können noch bis Ende Oktober/Anfang November quer durch die Euregio reisen und die Arbeit junger Designer hautnah erleben. Mithilfe der Plattform www.hellodesignertour.eu können sich Designer und Interessenten vernetzen. Mit dabei ist am kommenden Wochenende auch ein Designer aus der Eifel: Didier Gehlen präsentiert unter dem mehrdeutigen Begriff „Design-er-leben“ im Haus Hoarstatt 2 im Venndorf Mützenich dabei nicht nur sein Möbel-Kunsthandwerk, sondern auch ein außergewöhnliches Wohn- und Ferienhaus-Projekt.

„Design ist kein schöner Stuhl, den man Zuhause aufstellt, um mit dem Platznehmen Geschmack zu beweisen. Design entsteht vielmehr in der Dynamik eines konkreten, gelebten Lebens und dies in einem doppelten Sinne. Grundlage meines Projektes Design-er-leben ist der Gedanke, dass diese Öffnung des Möbelstücks als Erfahrungsraum zweiseitig ist und nicht nur das Leben des Designers selbst umfasst, sondern ebenso das des Kunden“, erklärt der 28-Jährige zu seinem Projekt.

Um charakteristisch prägendes Design zu entwickeln, müsse man noch vor der eigentlichen Idee ansetzen, denn die Wurzel der Arbeit liege im Leben des Designers selbst. „Wenn ich in meinem Leben nur übliche Verhaltensmuster adaptiere und Gewöhnliches erlebe, wie soll ich dann Außergewöhnliches, vielleicht sogar Neues schaffen?“ fragt Gehlen.

Denn der Schaffensprozess eines kreativen Designers beziehe sich nicht nur auf sein Handwerk zur Umsetzung einer Idee, er umfasse vielmehr die Reflexion seines Lebens auf die Arbeit. „In diesem Sinne sehe ich meinen Schöpfungsprozess als etwas sehr Persönliches, ähnlich einem Tagebucheintrag, der erst durch die individuelle Handschrift materielle Form annimmt und fassbar wird.“

In der Betrachtung des Möbelstücks als materiellen Erfahrungsraum betrachte er den Kunden als wesentlichen Teil des Schaffensprozesses und nicht einfach als Konsumenten. Daher ende das Projekt nicht im Schaufenster als fertiges fixes Produkt, sondern trete im zweiten Teil in den Bereich aktiver Aneignung durch den Interessenten. „Mit der Möglichkeit, die Möbel zu beleben und damit kreativ zu begreifen statt nur zu betrachten, möchte ich darüber hinaus einen Raum der Selbstentdeckung und individuellen Erfahrung bieten“, macht der junge Kunsthandwerker deutlich.

Die Ausstellungsräume an der Hoarstatt 2 in Mützenich möchte Didier Gehlen als ganzheitlichen kulturellen Ausstellungsraum verstanden wissen, „mit wechselnden Ausstellungen für alle Sinne“, so Gehlen. Aktuell sind dort Bronzeskulpturen von Klaus Gehlen, Ölbilder von Martin Otten und Didier Gehlens Möbel zu sehen. Für das Projekt Design-er-leben werden außerdem regionale Produkte vom Ruitzhof angeboten.

Geöffnet ist die Veranstaltung am Freitag/Samstag, 28. und 29. Oktober, jeweils von 15 bis 21 Uhr .

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert