Nordeifel - Der Wolf ist auf dem Weg in die Eifel

Der Wolf ist auf dem Weg in die Eifel

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Der Wolf ist ein soziales Rudeltier, das dem Menschen nicht gefährlich wird und sich in absehbarer Zeit auch wieder in der Eifel ansiedeln wird. Unser Bild entstand im Nationalpark Bayerischer Wald. Foto: imago/McPhoto

Nordeifel. „Wer hat Angst vorm bösen Wolf?”, singen die drei kleinen Schweinchen in einem Disney-Cartoon. In vielen Horrorfilmen taucht er auf oder zumindest sein Gänsehaut erzeugendes Geheul ist zu hören. Und was über ihn in Märchen von den Sieben Geißlein oder vom Rotkäppchen erzählt wird, erhöht seinen Kuschelfaktor gewiss nicht. Dieses Tier ist auf dem Weg nach Westen und wird irgendwann den Nationalpark Eifel erreichen.

Es gibt Experten, die sind der Überzeugung, dass der Wolf früher da ist als der Luchs.

Kaum ein anderes Tier bekommt in Märchen, Mythen und Legenden seit Jahrhunderten derart schlechte Noten und ist auf die Rolle des Bösewichts festgelegt wie „Isegrim”, wie der Wolf auch genannt wird. Doch sind das alles „Schauergeschichten”, weiß Gerd Ahnert, stellvertretender Leiter des Nationalparks Eifel. Im finsteren Mittelalter, als Aberglaube weit verbreitet war, Potentaten und Kleriker die Menschen dumm und arm hielten, war der Wolf für viele Bauern mit ihren wenigen Nutztieren ein Nahrungskonkurrent. Das hat nachhaltig zu seinem schlechten Image beigetragen, denn für die Menschen damals war er „der Böse”.

Zug nach Westen

Dabei ist der Wolf seit jeher ein ausgesprochen soziales Rudeltier, das dem Menschen nicht gefährlich wird. Ahnert: „Ein Wolf greift einen Menschen nur an, wenn er Tollwut hat.” Denn wie jedes andere Säugetier kann auch der Wolf an Tollwut erkranken. Nachdem aber die Fuchstollwut ausgemerzt ist, „ist Tollwut in Deutschland kein Thema mehr und wird auch keines mehr werden”. Von daher gehe von Wölfen keine Gefahr aus, auch nicht für die Viehhalter, „weil die Zeiten der vielen großen Schafherden bei uns vorbei sind”.

Seit mehr als zehn Jahren wandern die Wölfe aus den Weiten Polens und der Ukraine nach Westen. Sie haben sich inzwischen auf den ehemaligen Truppenübungsplätzen der Nationalen Volksarmee in Sachsen und Brandenburg häuslich eingerichtet und sich fortgepflanzt, so dass es dort bereits einige größere Populationen gibt.

Doch auch im Nationalpark Bayerischer Wald, in Südtirol, Österreich und der Schweiz werden mittlerweile nicht mehr nur Einzeltiere gesichtet, wie der „einsame Wolf”, der sich seit etwa zwei Jahren in Ostwestfalen an der Grenze zu Hessen aufhält. Von diesem Einzelgänger gibt es inzwischen eindeutige DNA-Spuren, Sichtungen und sogar Fotos. Anders als beim schwarzen Panther, der, ähnlich wie das Ungeheuer von Loch Ness in Schottland, immer mal wieder in den Schlagzeilen auftaucht, weil er im Raum Eifel-Ardennen irgendwo gesehen worden sein soll.

„Ist willkommen”

„Der Wolf wird irgendwann zu uns kommen”, ist Gerd Ahnert überzeugt, „und sobald er kommt, dann ist er willkommen. Aber ich trau´ mich nicht, eine Jahreszahl zu nennen, wann er kommt.” Das hängt unter anderem auch davon ab, wann es dem Tier gelingt, die Rheinschiene zu überwinden. Über den Fluss zu kommen, dürfte nicht das größte Problem sein. Hindernisse könnten allerdings die Autobahnen und ICE-Strecken zu beiden Seiten des Rheins darstellen. Doch auch dort wird die Natur einen Weg finden, denn der Wolf erobert die Gebiete zurück, in denen er seit mehr als hundert Jahren ausgerottet ist.

Ohnehin, so Luchsberater Elmar Falkenberg, dürfte sich der Wolf in dieser dicht besiedelten Region erheblich wohler fühlen als der scheue und sensible Luchs, der ein wahrer Zivilisationsflüchter ist. Angst müsse vor den Tieren niemand haben. Falkenberg: „In der einschlägigen Fachliteratur ist kein Fall bekannt, in dem ein gesunder Wolf einen Menschen angegriffen hat!”
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