Der Weltmeister zeigt sich auf der Rur in Topform

Von: ale
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Der gefürchtete „Favoritentöter“ im Monschauer Rosenthal forderte Opfer: Im wilden Wasser der Rur erwischte es vor allen Dingen die jüngeren Fahrer. Foto: A. Lauscher
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Max Hoff, Bronzemedaillengewinner bei der Olympiade in London, ist vom Monschauer Wildwasser angetan.
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Nicht jeder konnte sein Kanu auf Kurs halten: So manches Boot musste später mühsam aus der Rur gefischt werden.

Monschau. Es ging spektakulär zu beim Wildwasserrennen auf der Rur, und die Helfer der DLRG hatten einiges zu tun. Am Sonntag sahen viele Zuschauer spannende Rennen, nicht alle Teilnehmer kamen ins Ziel. Die Strecke ist berühmt und berüchtigt: Sie beginnt unterhalb der Perlbachtalsperre, führt über den Perlbach und die Rur, schließlich durch Monschau bis kurz vor den Campingplatz Rosenthal.

Schon am Samstag durften die Teilnehmer auf der Strecke trainieren, und am Sonntag fanden die Wettkämpfe der verschiedenen Kategorien statt. Alfred Schumacher von den Trierer Kanufahrern fungierte als Ansager und erfreute die Zuschauer mit Erklärungen und kompetenten Kommentaren.

Sowohl Canadier als auch Kanus gingen an den Start, als Einer und als Zweier. „Viele Athleten bringen hier nicht ihr neuestes Boot mit; manchmal benutzt man auch das alte Kanu vom Opa, denn hier auf dem rauen Kurs kann man an engen Stellen Kratzer nicht vermeiden,“ so Alfred Schumacher.

Über das international besetzte Teilnehmerfeld freute sich Linda Szemkus vom Wettkampfbüro des ausrichtenden Vereins, dem Rhein-Kanu-Club Köln: „Wir begrüßen hier Clubs aus Deutschland, den Niederlanden und aus Irland. Die Rur ist die einzige Wildwasserstrecke, die wir in Deutschland nutzen dürfen; dieses Rennen gibt es seit 50 Jahren. Und wir sind stolz, dass Max Hoff heute wieder mitmacht.“

Max Hoff aus Troisdorf, der ursprünglich vom Wildwassersport kam, aber dann zum olympischen Kanurennsport wechselte, gewann im vergangenen Jahr bei der Olympiade in London die Bronzemedaille im Einer-Kajak über 1000 Meter. Und nun zog es ihn wieder nach Monschau, weil es hier so einzigartig ist. „Es geht ein bisschen auf die Boote“, meinte er in Anspielung auf die wilde Strecke, „es waren ein paar Fehler drin, aber es macht Spaß.“ Der 1,97 m große Athlet hatte mit seinem 4,50 m langen Boot einige Kontrahenten überholt und war mit sicherer, routinierter Manier ins Ziel gelangt.

Das war nicht allen Teilnehmern vergönnt: Im wilden Wasserstrudel an der Rosenthalbrücke erwischten vor allen Dingen die jüngeren Fahrer manches Mal nicht die ideale Linie. Der gefürchtete „Favoritentöter“ forderte Opfer. Beispielsweise eine Juniorin des irischen WWKC musste hier das Rennen beenden, ihr Kanu trieb allein weiter und blieb am nächsten Wehr hängen. Ein Sportler aus den Niederlanden kenterte und trieb dem DLRG-Helfer direkt in die Arme; der hielt zunächst das Boot und auch den jungen Mann fest, doch in der Strömung konnte er nur den Mann halten, auch dieses Kanu musste später mühsam herausgefischt werden.

Im Rennen der Herren K1 ging es um Ranglistenplatzierungen für die Europameisterschaft, entsprechend ehrgeizig und konzentriert nahmen die Teilnehmer die Klippen und Engpässe der Rur. Aller Augen richteten sich auf die Nr. 78, Tobias Bong vom gastgebenden Club, auf den Weltmeister im Einer-Kajak. Der zeigte sich, angefeuert von Freunden und Zuschauern, in Topform und erklärte im Ziel ganz gelassen: „Ich bin ein wenig abgesoffen. Gestern habe ich beim Training mein Bot beschädigt und hatte keine Zeit, es zu flicken. Deshalb hat es Wasser gezogen.“

Für die tapfer ausharrenden Zuschauer und die leicht unterkühlten Athleten gab es heiße Suppe, der Verpflegungsstand des Rhein-Kanu-Clubs war stets umlagert. Hier fand man die Fans und die Fachleute in angeregter Diskussion.

Auch Monschaus Ortsvorsteher Georg Kaulen beobachtete das Rennen am Favoritentöter; er freute sich über viele Gäste in Monschau: „Natürlich unterstützen wir diese Veranstaltung, ich darf heute Nachmittag die Siegerehrung im Auftrag der Bürgermeisterin vornehmen. Wir sind stolz, dass hochrangige Sportler den Weg zu uns gefunden haben.“

Übrigens nutzten auch echte Freizeitkanuten die Gelegenheit und den Wasserstand der Rur, um unterhalb von Rosenthal eine Trainingsfahrt zu machen – wahrscheinlich mit weniger Ehrgeiz, aber ebenso viel Freude an ihrem Sport.

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