Der Weißstorch überwintert nun in Deutschland

Von: ale
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Das gute Eifelwasser scheint ihm zu schmecken. Der Aufenthalt in Schmidt ist zu Ende: Der hübsche Weißstorch wird den Winter in der Storchenpflegestation Wesermarsch verbringen. Foto: Anneliese Lauscher

Schmidt. Nun ist er weg, der Weißstorch, der zu einer Attraktion im Oberdorf geworden war. Aber er ist nicht weggeflogen, er machte eine Reise im Auto nach Berne-Glüsing.

Zunächst hatte Elisabeth Naas, in deren Garten der schöne Storch Station machte, gehofft, er würde nach ein paar Tagen weiterfliegen und seine Reise ins Winterquartier in Afrika aufnehmen, wie es sich für einen Storch gehört.

Vom NABU ließ sie sich unterrichten, dass sie ihn nicht füttern solle. Doch nach einigen Tagen hockte er auf ihrem Auto und stieß so jämmerlich klagende Laute aus, dass sie erneut bei den Experten anrief, um sich Rat zu holen. Die waren erstaunt, dass er noch immer da war und meinten, nun habe er aber wirklich Hunger. Ihm wurde eine Maus angeboten, die die Hauskatze gefangen hatte. Er verschmähte sie. Da meinten die Fachleute, nun müssten Eintagsküken her. Die bekam Elisabeth Naas im Greifvogelgehege in Hellenthal, eine ganze Kiste, tiefgefroren.

Als sie ihren Adebar mit dem ersten Küken lockte, rannte er ihr begeistert entgegen und fraß mit großem Appetit. Kein Wunder: Er wurde im Frühjahr von Hand aufgezogen und kennt diese Art der Fütterung. Das hatte seine Beschützerin bereits anhand seiner Beringung herausbekommen.

Mittlerweile hatte es sich herumgesprochen, dass hier ein Storch im Garten herumstakste, und Tierfreunde aus der Nachbarschaft, aus dem ganzen Dorf und auch aus Orten in der Umgebung kamen, um sich den hübschen Kerl anzugucken.

Dem schien das Leben in der Monschauer Straße zu gefallen. Mehrmals hob er ab und flog elegant davon, man konnte ihn noch bis zu den Windrädern verfolgen, „Jetzt ist er weg”, dachte Elisabeth Naas. Aber nein, der Gast hatte nur einen Rundflug gemacht und kehrte zurück. Die Nacht verbrachte er auf den Dächern in der Nachbarschaft. Er wurde so kühn, dass er sogar über die Straße stolzierte, kurzum: Seine „Gasteltern”, Elisabeth Naas und Peter Schmitz, hatten eigentlich keine ruhige Minute mehr.

Außerdem klappte es sehr gut mit der Verdauung des großen Vogels, die Hinterlassenschaften mussten des Öfteren beseitigt werden. Und es wurde immer klarer: Der Storch dachte überhaupt nicht ans Weiterfliegen nach Afrika.

Elisabeth Naas nahm Kontakt zur Storchenpflegestation Wesermarsch auf, und am Donnerstag war dann Abreisetag. Adebar, der völlig arglos war, wurde mithilfe seiner Lieblingsmahlzeit in den Hausflur gelockt, wo ein großer Karton bereitstand.

Die Fahrt - immerhin 371 km - hat er gut überstanden. Und Udo Hilfers, ein leidenschaftlicher Storchenfreund, der die Station in Berne-Glüsing leitet, empfing den neuen Bewohner sehr freundlich. „Nun kann unser Weißstorch unter seinesgleichen den Winter verbringen. Im nächsten Jahr wird er bestimmt ins südliche Winterquartier fliegen. Die schöne Storchenstation Wesermarsch ist das Beste, was mir und dem Storch passieren konnte”, erklärt die erleichterte Tierfreundin.
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