Der Wald bleibt ein Verlustgeschäft

Von: P. St.
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Simmerath. „Es ist nicht verboten, dass der Forstwirtschaftsplan rote Zahlen schreibt,” meinte CDU-Ratsvertreter Andreas Hermanns in der jüngsten Sitzung des Umwelt-, Forst- und Agrarausschusses bei der Vorberatung des Forstwirtschaftplanes 2010.

Schwarze Zahlen aber wird es auch im kommenden Forstwirtschaftsplan nicht geben, zumindest aber sollte „für die Zukunft weiterhin unter Berücksichtigung der Grundsätze der Nachhaltigkeit die Zielsetzung nur lauten, einen ausgeglichenen Forsthaushalt zu erreichen”, gab die Verwaltung eine eher bescheidene Richtung vor. Immerhin gibt es einen leichten Überschuss.

Berücksichtigt dabei werden müsse die Tatsache, dass die Gemeinde Simmerath im Zuge des Waldtausches mit dem Land in den Jahren 2007 und 2008 auf ca. 164 Hektar Wald verzichtet hat und hierfür eine Ausgleichszahlung von 1,4 Millionen Euro erhalten hat. Diese Einnahmen flossen in den allgemeinen Haushalt der Gemeinde und wurden zur Schuldentilgung verwendet.

In der Sitzung erläuterte Forstbetriebsleiter Dietmar Wunderlich, dass im neuen Forstwirtschaftsjahr 10.400 Festmeter Holz aus dem Gemeindewald zum Einschlag vorgesehen sind. Etwa 6500 Festmeter sollen durch eigenes Personal geschlagen werden; den Rest erledigen Selbstwerbefirmen. Der geplante Gesamteinschlag liegt geringfügig (etwa 200 Festmeter) über dem Ergebnis des laufenden Jahres. Dietmar Wunderlich erläuterte, dass das Forsteinrichtungswerk sogar einen Höchsthiebsatz von 10.900 Festmeter ermögliche.

Durchforstungsmaßnahmen sind im Bereich Lammersdorf/Nord-Ost und Buhlert/West vorgesehen sowie in den durch Tausch erhaltenen neuen Flächen im Bereich Jägerhaus. Im Bereich Jägerhaus greift man erstmals in diese Bestände ein, die noch unter 50 Jahre sind und eine Durchforstung noch Sinn macht.

Zuversichtlich sieht die Gemeinde der Vermarktung entgegen. Die Gemeinde, so der Forstbetriebsbeamte habe „gute und seriöse Verträge” beim Holzverkauf abgeschlossen.

In Zurückhaltung übt man sich im kommenden Jahr beim Waldwegebau. Nachdem in den beiden zurückliegenden Jahren erhebliche Instandsetzungmaßnahmen vorgenommen wurden, sind im kommenden Jahr lediglich 8400 Euro für den Wegebau im Forstwirtschaftsplan eingesetzt worden. Die wichtigste Maßnahme des laufenden Jahres, die Instandsetzung des Grenzweges zum Wald Kalltalsperre, soll in den nächsten Wochen abgeschlossen werden.

Nach Abschluss dieser Maßnahme kann die Gemeinde auf insgesamt 9000 laufende Meter instandgesetzte Wege zurück schauen. Dabei sind Kosten in Höhe von 212.000 Euro entstanden; das Land unterstützte den Wegebau mit 62.000 Euro.

Aus diesem Grund sind für 2010 keine weiteren Wegebaumaßnahmen vorgesehen. Die geringen veranschlagten Mittel sollen für kleine Verbesserungen auf einer Länge von rund 200 Meter an verschiedenen Stellen im Gemeindewald vorgesehen werden, unter anderem auch für das Freimachen von Gräben.

Keine Kosten entstehen im Forsthaushalt mehr durch den Orkan „Kyrill”; sämtliche Schäden, die der Sturms vom Januar 2007 im Simmerather Gemeindewald hinterließ, sind inzwischen abgearbeitet. 105.000 Pflanzen wurden im Zuge der Wiederaufforstung beschafft.

Eine Neuerung wurde vom Ausschuss einstimmig akzeptiert: Der Forstbetriebsleiter soll künftig einen Dienstwagen erhalten. Bislang stellt er sein privates Fahrzeug für dienstliche Fahrten zur Verfügung; dafür erhält er eine Entschädigung von 30 Cent je Kilometer. Der Forstbetriebsleiter legt durchschnittlich 15000 Kilometer jährlich zurück, das meiste davon auf holprigen Waldwegen; entsprechend stark beansprucht wird auch das Fahrzeug.

Nach den Richtlinien können Beschäftigte ein Dienstfahrzeug erhalten, wenn die jährliche Kilometerleistung 12.000 Kilometer übersteigt. Da dies der Fall ist und die besondere Situation der starken Beanspruchung gesehen wurde, hatte der Ausschuss nicht gegen die Anschaffung einzuwenden. Es ist mit Kosten von 20.000 Euro für eine geländetaugliches Fahrzeug zu rechnen.

Aber es gibt auch noch weitere Investitionen: Insgesamt werden 12 neue Motorsägen (Kosten: 10.000 Euro) angeschafft.

Der Umwelt-, Forst- und Agrarausschuss stimmte dem Forstwirtschaftsplan 2010 einstimmig zu; abschließend muss noch der Gemeinderat seine Zustimmung erteilen.
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