Der Verein „Eifel hilft“ darf nun endlich tätig werden

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Lesung mit den „Eifel hilft“-Vereinsgründern Hubert vom Venn (links) und Tobias Schmitz auf der Kinderstation des Betlehem-Krankenhauses in Stolberg.

Nordeifel. Der Verein „Eifel hilft“ darf 14 Monate nach der Gründung jetzt aktiv werden. Inzwischen ist der Verein im Register eingetragen und als gemeinnützig anerkannt. Dass es bis dahin so lange gedauert hat, liegt daran, dass „Eifel hilft“ in zwei Bundesländern aktiv ist – in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz.

Entstanden war der Verein, als ein ehemaliges Hotel in ein Flüchtlingsheim umgewandelt werden sollte. Nachdem es dort im Vorfeld zu Vandalismus gekommen war, meldete sich der Musiker Tobias Schmitz aus Prüm bei dem Kabarettisten Hubert vom Venn aus Roetgen mit den Worten: „Wir müssen was tun!“ „Wir haben dann Freunde angeschrieben und den Verein gegründet“, sagt vom Venn.

Da sie einem Politiker oder Verwaltungsbeamten eher „den bürokratischen Durchblick“ zutrauten, suchten sie nach einem Repräsentanten, der den Vorsitz übernehmen würde. Die Wahl fiel auf Hermann Mertens aus Kalterherberg, den allgemeinen Vertreter der Bürgermeisterin in Monschau. Er und Hubert vom Venn übernahmen den Vorsitz, Schmitz wurde der Geschäftsführer des neuen Vereins.

So wurde eine nicht unproblematische Ausgangslage geschaffen: Der Sitz des Vereins und der Wohnort des Geschäftsführers sind in Prüm in Rheinland-Pfalz. Die beiden Vorsitzenden wohnen aber in NRW. Für die Eintragung des Vereins war somit das Amtsgericht in Wittlich zuständig. „Da sind wir vor eine bürokratische Wand gelaufen“, sagt vom Venn. Das Gericht akzeptierte nämlich keine Beglaubigungen einer Bürgermeisterin aus NRW. Die mussten dann im Prümmer Rathaus eingeholt werden.

Anerkennung der Gemeinnützigkeit

Nun fehlte noch die Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Dafür sind wiederum die Behörden am Wohnort des Vorsitzenden zuständig, also in NRW. Das Finanzamt Aachen verlangte eine Satzungsänderung. Die wurde von den Mitgliedern des Vereins in Prüm beschlossen und nach Wittlich geschickt. Dort erkannte das Amtsgericht die Änderung an. Anschließend wurde der Antrag erneut dem Aachener Finanzamt vorgelegt. „Dann haben wir endlich die Anerkennung als gemeinnütziger Verein erhalten“, sagt vom Venn.

Während dieser Odyssee durch die Bürokratie gab es bereits mehrere Aktionen des Vereins. So gab es zum Beispiel einen Sponsorenlauf und ein Benefizkonzert in Prüm mit den Bands Elastiq, den Roxxbusters und von Brücken sowie den beiden rappenden Flüchtlingen Rezer und Machmut. Künstler – unter ihnen Nicolas Lunz – stellten Sammelbüchsen auf, und es gab auch ein Weihnachtskonzert mit Hubert vom Venn, Tobias Schmitz und Barbara Maria Spoo. Zu einer festen Einrichtung sind inzwischen die Lesungen von Hubert vom Venn mit Gästen auf der Kinderstation des Betlehem-Krankenhauses in Stolberg geworden. Für den Herbst ist ein Konzert in der Nordeifel geplant, dafür sucht der Verein noch nach einer kostenlosen Halle.

Aktiv werden will der Verein überall da, wo es in der Eifel nötig ist – auch bei kleinen Dingen. Inzwischen habe man auch ein „stilles Kuratorium“ gegründet, das zwischen Trier und Aachen Augen und Ohren offen halten und melden soll, wenn irgendwo Not am Mann ist.

Aber auch die Bürger seien aufgerufen, Anstöße zu geben. „Bei uns kann sich jeder melden, der in Not ist, oder wenn er meint, dass seinem Nachbarn geholfen werden müsse“, erklärt vom Venn. Dabei sichert der Verein Anonymität zu. „Denn wir merken eines, in der Eifel liegt die Schamgrenze verdammt hoch“, sagt der Vorsitzende.

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