Roetgen - Der Umbau der Roetgener Grundschule wird noch teurer

Der Umbau der Roetgener Grundschule wird noch teurer

Von: ag
Letzte Aktualisierung:

Roetgen. Der Umbau der Roetgener Grundschule wird noch teurer als geplant. Das musste der Gemeinderat jetzt zur Kenntnis nehmen und weitere Mittel bereitstellen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Nachträglich mussten mehrere Aufträge vergeben werden. Außerdem wurden bei der Sanierung der Altgebäude bauliche Mängel festgestellt.

Dazu zählen die fehlende Dämmung des Dachbodens, Schimmelbefall und gesundheitsgefährdende Materialien. Festgestellt wurde auch, dass das Brandschutzkonzept bei dem Altbau seinerzeit nicht komplett umgesetzt wurde. Peter Döinghaus vom Ingenieurbüro Kempen-Krause, das für die Projektsteuerung verantwortlich ist, konnte die genauen Kosten nicht beziffern. „Es fehlen 215.000 Euro plus X“, sagte er und wies daraufhin, dass bei der Sanierung auch in Zukunft Überraschungen möglich seien.

Ein anderer Grund für die Mehrkosten ist, dass die energetische Sanierung des Altbaus nun doch erfolgen soll. Die Modernisierung des Altbaus kann nämlich nur durch eine umfassende energetische Sanierung als Investition anerkannt werden. Das haben Gespräche mit der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) ergeben. Fördermittel des Bundes oder des Landes NRW stehen nicht in Aussicht, daher müsste die Gemeinde auf ein Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau zu einem Zinssatz von 0,1 Prozent zurückgreifen.

Das beauftragte Architekturbüro hat für diese Maßnahme Gesamtkosten von 893.000 kalkuliert. Die Planungen wurden den Mitgliedern des Gemeinderates vorgestellt.

Die Kosten für die Modernisierung belaufen sich damit auf insgesamt 8.855.000 Euro.

„Wir werden als Bauherr immer wieder vor neue Fakten gestellt, Häppchen für Häppchen“, sagte Klaus Onasch (SPD). Das Projekt sei zwar nicht mit dem Bau der Elbphilharmonie zu vergleichen, vieles erinnere aber daran. Die Kommune sei seit vier Jahren nicht mehr Herr des Verfahrens. Es sei „Nonsens“ bei einem Altbau nicht mit Mehrkosten zu rechnen. Trotzdem signalisierte er die Zustimmung der SPD-Fraktion. „Dabei ist mir zwar abgrundtief übel, aber wir können nicht anders“, sagte Onasch.

Michael Seidel (CDU) erinnerte daran, „dass alle den Willen hatten im Bestand zu sanieren“. Mit Blick auf den nicht umgesetzten Brandschutz und die Sicherheit der Schüler sei er froh, das dies entdeckt wurde, auch wenn dadurch höhere Kosten entstünden. Er wünschte sich ein Ende der Kämpfe zwischen den Parteien und endlich mit dem Umbau fertig zu werden. Am Ende würde Roetgen eine Schule haben, „von der sich andere eine Scheibe abschneiden können“.

Günter Severain (UWG) meinte, wenn man damals genau geplant hätte und auch mal in den Decken nachgesehen hätte, in denen jetzt der Schimmel entdeckt wurde, dann hätte das Gebäude abgerissen werden müssen.

Es sei „schwachsinnig“, wie seit vier Jahren im Roetgener Gemeinderat entschieden werde, sagte Silvia Borceau (UWG). Sie bemängelte, dass den Ratsmitgliedern nicht alle Unterlagen vorlägen und sich der Rat „an der Nase rumführen“ lasse. Die UWG werde der energetischen Sanierung nicht zustimmen.

„Wenn sie fertig ist, haben wir eine Vorzeigeschule, auf die man stolz sein kann“, sagte Gerd Pagnia (Grüne). Die Gesundheit der Kinder und Lehrer müsse auch etwas wert sein. Hier würde kein Geld vergraben, sondern sinnvoll investiert. Auf eine energetische Sanierung könne heute nicht mehr ernsthaft verzichtet werden.

Der Gemeinderat stimmte Mehrkosten für zusätzliche Aufträge in Höhe von 300.000 Euro einstimmig zu. Die energetische Sanierung wurde gegen die Stimmen der UWG beschlossen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert