Der SV Rott meldet sich zurück

Von: Kurt Kaiser
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Nach dem Abstieg kehrte der SV Rott nach nur einer Saison direkt wieder in die Landesliga zurück. Hintere Reihe, von links: Kosei Mitani, Julius Lammenett, Keita Ato, Stefan Schindler, Lukas Breuer; mittlere Reihe, von links: Trainer Mirko Braun, 1. Vorsitzender und sportlicher Leiter Andreas Schindler, Aikins Quincy, Nico Winkhold, Avdo Iljazovic, Kadir Dogan, Hasan Er, Tanner Wilden, Stefan Savic, Obmann Gerd Baldus; vordere Reihe ,von links: Co-Trainer Stephan Straub, Calvin Page, Philipp Ferebauer, Frederique Casper, Patrick Diehl, Klaas Kurzke und Physiotherapeutin Katrin Heid. Foto: Kurt Kaiser
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Wenn es nicht läuft wie geplant, dann ändert Coach Mirko Braun den Matchplan, den Oli Klär gerade studiert um seine Mitspieler über die neue Taktik zu informieren. Foto: Kurt Kaiser

Rott. Im Juni des vergangenen Jahres war beim SV Rott Tristesse angesagt, denn durch eine 0:1-Niederlage beim VfL Vichttal stieg der Sportverein nach fünf Spielzeiten in der Landesliga und zwei Jahren Mittelrheinliga wieder in die Bezirksliga ab.

Aus der waren die Rot-Weißen unter Trainer Jürgen Lipka nach der Saison 2008/09 aufgestiegen und hatten zum Höhenflug bis in die Mittelrheinliga angesetzt. Der sportliche Leiter und Hauptsponsor des Vereins, Andreas Schindler, war kurzzeitig über den Absturz enttäuscht, zeigte sich aber wenige Tage später kämpferisch: „Aus der Liga müssen wir sofort wieder raus“, forderte er und verpflichtete mit Mirko Braun einen hervorragenden Trainer und Topmotivator, der weiß, wie man aufsteigt.

Mit Torwart Patrik Diehl, A-Juniorentorwart Philipp Ferebauer, Mittelfeldspieler Klaas Kurzke und den A-Juniorenspielern Julius Lammenett und Tanner Wilden blieb die Liste der Neuzugänge überschaubar. Als der neue Coach eine Woche vor Saisonbeginn auf die ersten Wochen zurückblickte, war er enttäuscht und stellte frustriert fest: „Die Vorbereitungszeit war ein Desaster, urlaubs- und verletzungsbedingt fehlte meistens der halbe Kader. Wenn ich eher dagewesen wäre, hätte ich Urlaub in der Vorbereitung niemals zugelassen.“

Gleich am ersten Spieltag wurden die Befürchtungen des Trainers durch die 0:3-Niederlage bei Concordia Oidtweiler bestätigt. Eine Woche später zeigten die Rot-Weißen sich aber schon wesentlich verbessert. Hertha Walheim II wurde mit einer 0:5-Packung auf die Heimreise geschickt, der SC Kellersberg wurde an heimischer Husemannstraße mit dem gleichen Ergebnis besiegt. Nach den ersten Erfolgserlebnissen arbeitete und spielte die Mannschaft sich sukzessive in die Saison und zeigte spätestens beim 5:1-Erfolg gegen Mitkonkurrent Rasensport Brand, dass sie den Trainer verstanden hatte.

Rückschläge weggesteckt

Nach weiteren Erfolgserlebnissen musste der Coach dann im November doch noch einmal auf die Achterbahn. Gegen den FV Haaren gab es ein 3:3, eine Woche später bei Arminia Eilendorf eine 3:4-Niederlage. Nach dem 11:0-Rekordsieg gegen Rheinland Dremmen folgte die 1:2-Derbyniederlage in Roetgen. Dass die Mannschaft die Rückschläge wegsteckte und sich als Tabellenführer in die Winterpause verabschiedete, dafür sorgte der emotional aufgeladene Coach. Nach Heimsiegen gegen Germania Kückhoven (3:0) und Concordia Oidtweiler (4:0) waren die Rot-Weißenwieder in der Erfolgsspur, ehe es unter den Christbaum ging.

Mit einem 4:1-Sieg bei Hertha Walheim II starteten die Rotter in die zweite Saisonhälfte, leisteten sich eine Woche später aber eine total unerwartete 0:1-Heimniederlage gegen den SC Kellersberg. Die Niederlage reichte, um die Winterlethargie zu beenden. Nach einem 1:0-Sieg bei Jugendsport Wenau feierten die Rot-Weißen einen 7:1-Sieg gegen Sparta Gerderath.

Auch gegen die bis dahin größten Rivalen zog man sich gut aus der Affäre. Bei Rasensport Brand erreichten die Rotter ein 2:2, den ärgsten Konkurrenten Union Schafhausen besiegten sie 4:3 und gingen in die letzten sechs Runden mit vier Punkten Vorsprung. Allerdings hatte der Hauptkonkurrent aus dem Heinsberger Land zwei Spiele weniger auf dem Konto.

Am drittletzten Spieltag hatten die Rotter den Sekt schon kalt gelegt, jedoch mussten sie nach der 3:4-Heimniederlage gegen Arminia Eilendorf den Kühlschrank wieder zumachen. Dafür durfte eine Woche später, nach dem 5:1-Erfolg im Ortsderby gegen den FC Roetgen, der Aufstieg umso ausgiebiger gefeiert werden.

Ziel: als Meister aufsteigen

Am Sonntag steht bei Germania Kückhoven der letzte Termin auf dem Spielplan der Rot-Weißen. Nachdem mit dem Wiederaufstieg das erste Saisonziel erreicht ist, würde der Trainer gerne als Meister aufsteigen. Mit einem Sieg im letzten Auftritt am Sonntag in Kückhoven steigen die Rotter als Meister auf, sollten sie verlieren oder sich die Punkte teilen, dann müssen sie auf das Ergebnis aus Gerderath warten, wo Mitkonkurrent Union Schafhausen spielt. Sicherlich wäre es erfreulich, wenn der Sportverein sich als Meister in der Landesliga anmelden könnte, jedoch konnte Mirko Braun wenige Tage vor dem letzten Spieltag schon ein total positives Saisonfazit ziehen. Von dem Teamgeist neben dem Platz und der mannschaftlichen Geschlossenheit auf dem Platz ist der Coach begeistert.

Die Prämisse „Mentalität schlägt Qualität“ hat die Mannschaft verinnerlicht, und mit Recht sagt der sportlich Verantwortliche: „Ich bin stolz auf die Mannschaft, weil sie so überragend gearbeitet hat, denn der Aufstieg war kein Selbstläufer, das war ein Kraftakt“. Wobei Spieler wie Marvin Brauweiler, der leider in der nächsten Saison das Trikot des Ligakonkurrenten Hertha Walheim tragen wird, und Torjäger Avdo Iljazovic eine überragende Saison spielten. Avdo Iljazovic erzielte bisher 26 Tore und leistete zu 23 Toren die Vorarbeit. Für die Fupa-Elf der Woche wurde der geniale Angreifer achtmal nominiert. „Avdo hat eine fantastische Saison gespielt und hat sich immer vorbildlich verhalten“, lobte der Coach den Torjäger in allerhöchsten Tönen. Ein Sonderlob heimsten auch die Youngster Julius Lammenett und Nico Winkhold ein: „Jule (Julius Lammenett/die Red.) hat als A-Juniorenspieler eine gute Saison gespielt und war für uns eine richtige Verstärkung. Was Nico im Mittelfeld leistet, ist ganz hervorragend. Für mich ist der in jedem Spiel gefühlte 20 Kilometer unterwegs.“

Einmal ins Schwärmen geraten, verteilte der Trainer auch noch ein dickes Lob für den sportlichen Leiter: „Andreas Schindler ist für den Verein Gold wert, dem müssen sie in Rott ein Denkmal setzen.“

Ganz ohne einen Hauch Kritik des Coachs ging es trotz aller Aufstiegseuphorie nicht: „Wir haben uns in der Defensive zu viele Fehler erlaubt, an der Verbesserung des Abwehrverhaltens müssen wir in der nächsten Saison arbeiten.“ 33 Gegentore sind für den Coach zu viel. Nichts zu bemängeln gab es für den Trainer über die herausragende Abschlussqualität der Rot-Weißen, denn bisher erzielten sie 94 Tore – das ist mit großem Abstand Ligabestwert.

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