Der Steinkrebs soll wieder in den Nationalpark zurückkehren

Von: P. St.
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Machen sich stark für das Pro
Machen sich stark für das Projekt „Wald, Wasser, Wildnis”: Martin Woike (NRW-Umweltministerium), Josef Wegge (Biologische Station), Hennig Walter (Nationalparkforstamt), Bettina Krebs (Biol. Station) und Peter Theißen (stellv. Bürgermeister Monschau; v. li.) bei der Ausstellungseröffnung in Höfen. Foto: P. Stollenwerk

Höfen. Im Nationalpark Eifel heißt das Handlungsprinzip „Natur Natur sein lassen”, aber das schließt nicht aus, dass der Mensch manchmal der Natur ein wenig auf die Sprünge helfen muss. Dieses Ziel verfolgt das Life-Projekt „Wald, Wasser, Wildnis”, das eine Laufzeit von fünf Jahren hat und seit Anfang 2011 auf Hochtouren läuft.

Bis 2015 werden ehrgeizige Ziele verfolgt: 550 Hektar Nadelholzwald im Kermeter sollen in Laubwald umgewandelt werden, 60 Kilometer Bäche sollen zu naturnahen, barrierefreie Fließgewässer werden und schließlich soll in drei Bäche innerhalb des Projektgebietes der Steinkrebs zurückkehren. Der maximal acht Zentimeter große Krebs hat durch Wasserverschmutzung vielerorts seinen angestammten Lebensraum verloren. So ist in der gesamten Eifel nur noch ein Steinkrebs-Vorkommen bekannt.

Über den Stand der Dinge beim Life-Projekt berichteten jetzt die beteiligten Projektpartner, die Biologische Station der Städteregion Aachen und das Nationalparkforstamt Eifel, im Nationalparktor Höfen. Anlass dafür war die Eröffnung einer informativen Ausstellung, die das Projekt begleitet.

Die Bild-und Infotafeln sind als Wanderausstellung konzipiert und können bei Bedarf angefordert werden. Zunächst aber steht die Ausstellung in der Höfener Wanderstation am Nationalparktor, wo Monschaus stellvertretender Bürgermeister Peter Theißen rund 60 Gäste begrüßte. Das derzeit laufende Projekt könnte eine weitere Erfolgsgeschichte werden, wie auch zuvor schon die Renaturierungsmaßnahmen im Fuhrts- und Perlenbachtal. Peter Theißen: „Auch die Bevölkerung sieht diese Erfolge.”

Volumen von 4,2 Millionen Euro

Hennig Walter, der Leiter des Nationalparkforstamtes, erinnerte an den schwierigen Weg der Projektbewilligung, weil die EU den mit rund 40.000 Euro Aufwand erarbeiteten Antrag zunächst abgelehnt habe. Aus dieser Niederlage aber habe man neue Kraft geschöpft, die Kritikpunkte beseitigt, so dass dann im zweiten Anlauf die Genehmigung erfolgt sei.

Die Finanzierung des Projektes mit einem Volumen von 4,2 Millionen Euro erfolgt je zur Hälfte durch die EU und das Land NRW. Dieses Geld dient den zum Teil recht aufwendigen Renaturierungsmaßnahmen. Bis zu acht Meter hohe Anschüttungen in Talsohlen auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes Vogelsang müssten beispielsweise entfernt werden. Im Kermeter gelte es „unerwünschte Waldstrukturen” aufzulösen, indem die Naturverjüngung der Douglasie gestoppt werden soll, so Walter.

Projektleiterin Diplom-Biologin Bettina Krebs von der Biologischen Station erläuterte die Projekte im Detail: Die Wiederherstellung von Bergwiesen und die aktive Anreicherung mit Totholz durch Ringeln von Bäumen sind ebenfalls Bestandteile des Projektes. Im Gelände sollen zudem erklärende Tafeln aufgestellt werden, damit die Besucher wissen, was los ist.

Begeistert von der Projektidee zeigte sich auch Dr. Martin Woike, der Abteilungsleiter Forsten und Naturschutz beim Düsseldorfer Umweltministerium. Kein Gebiet in NRW biete soviel Naturreichtum und Artenvielfalt wie die Eifel. Zudem zeichne sich die Region durch ein herausragendes Engagement der Menschen vor Ort aus.

Damit die Biologische Station auch weiterhin mobil bleibt, überreichte der Gast aus Düsseldorf Geschäftsführer Josef Wegge den Bewilligungsbescheid für einen neuen VW-Transporter.

Dann konnten sich die Gäste in die Ausstellung vertiefen und dazu die naturnahen Produkte der Biologischen Station der Städteregion genießen.
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