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Der Segellehrer lehnt den Bau eines Pumpspeicherkraftwerks ab

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:
Segelschulbetreiber Günter Be
Segelschulbetreiber Günter Becker sieht durch das Pumpspeicherkraftwerk eine große Gefahr für Natur und Tourismus.

Schwammenauel. „Wir haben aufpassen müssen, dass wir keine kleinen Frösche tottraten”, erinnert sich Günter Becker. Er befürchtet, dass er in einigen Jahren nicht sorgfältig darauf achten muss, was sich zu seinen Füßen auf dem Weg am Rursee abspielt: „Weil es keine Frösche mehr geben wird.”

Der 45-Jährige macht sich Sorgen wegen des geplanten Pumpspeicherkraftwerks am Rursee. Viele Gründe führt er an. Es sind persönliche Aspekte darunter: „Mein Betrieb wird sich während der Bau- und Betriebsphase ohne finanzielle Unterstützung des Kraftwerkbetreibers nicht mehr rechnen.” Becker betreibt seit 17 Jahren an der Talsperre Schwammenauel eine Segelschule. In seinem Geschäft auf der großen Steganlage mit Yachthafen gibt es für jeden Bootsbesitzer Zubehör. Becker denkt aber nicht nur an seine Existenz: „Eine ganze Region wird unter dem Kraftwerk leiden”, ist sich der Heimbacher sicher.

Dem Tourismus droht nach seiner Ansicht der GAU, der Natur großer Schaden: „Und das nicht nur während der Bauzeit von vier Jahren.” Der Wassersport werde vom Rursee langfristig verschwinden. „Damit werden tausende Wassersportler mit ihren Familien, die in den Geschäften einkaufen und in den Lokalen essen und trinken, die ein Ferienhaus haben, in einem Campingwagen urlauben oder in Hotels und Pensionen übernachten, keinen Cent mehr ausgeben.” Und weil auch „die schöne Kulisse mit Segelbooten wegbricht”, werde die Schifffahrt an Interesse verlieren, würden immer weniger Touristen in die Region kommen: „Der Rursee ist doch das Sahnehäubchen dieses Landschaftskuchens Nordeifel.”

Günter Becker steckt im Zwiespalt. Er ist gegen Atomkraft. „Kann ich dann gegen dieses Pumpspeicherkraftwerk sein?”, fragt er und untermauert sein „Ja” nicht nur mit den touristischen Argumenten, sondern er kommt auch auf die Auswirkungen auf die Natur zu sprechen. Wegen des ständigen Absinkens und Steigens des Wasserstandes würden die Böschungen in Mitleidenschaft gezogen. Schon jetzt könne man die Auswirkungen der normalen Schwankungen an den Ufern feststellen. Ferner würde das Wasser eintrüben, entstünde in Woffelsbach eine für Menschen zu gefährliche Strömung: „Wer hält sich schon an Verbote?”

Auch seien der Fisch- und der Froschbestand gefährdet. Die Frösche, erklärt Becker, laichen nah am Ufer. Würde der Rursee auch nur um einen halben Meter fallen - und es werden erheblich mehr sein im täglichen Betrieb -, gehe der Laich verloren. „Zwischen Hausen und Blens wurden erhebliche Summen ausgegeben, um den Fröschen ein gefahrloses Unterqueren der Straße zu ermöglichen, hier werden sie vernichtet”, sagt Becker und ärgert sich über Politiker wie die Grünen Oliver Krischer und Gudrun Zentis: „Der Bundestagsabgeordnete und die Landtagsabgeordnete sind bereit, einen Kahlschlag am Rursee durchzuführen. Sie opfern das Naturschutzgebiet Schilsbachtal und wichtigen Lebensraum für Fische, Frösche und andere Amphibien.”

Günter Becker fordert, dass man sich Gedanken über andere Standorte für ein Kraftwerk dieser Art macht. Die Hoffnung, dass das Projekt des Stadtwerkeverbundes Trianel noch gestoppt werden kann, hat er noch nicht aufgegeben. Dass die Stadt Heimbach das Pumpspeicherkraftwerk ablehnt, freut ihn. Was ihm aber fehlt, ist eine Bürgerinitiative, in der die Menschen am See ihre Kritik bündeln.
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