Der Ruruferradweg: Wo Radfahrer den Holzrückern begegnen

Von: Peter Stollenwerk
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Hier hat der Radfahrer ein Problem: Holzrückearbeiten in Verbindung mit Frühjahrsregen machen Teile des Rururferradweges im Bereich Monschau-Grünental derzeit praktisch unpassierbar. Foto: P. Stollenwerk
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Gut ausgeschildert, aber nicht immer gut passierbar: Der Ruruferradweg im Bereich des oberen und mittleren Rurtals.

Monschau. Ein touristisches Angebot der besseren Kategorie in der Eifel und im Dürener Land ist mit Sicherheit der Ruruferradweg. Die 180 Kilometer lange Strecke wird als familienfreundliche Genießertour mit moderaten Anforderungen, besonderen kulturellen Höhepunkten und faszinierenden Landschafts- und Naturimpressionen beschrieben. Ist im Prinzip alles richtig – bis auf eine Ausnahme.

Für den rund drei Kilometer langen Abschnitt hinter dem Monschauer Rosental zwischen Kluckbachbrücke und Grünental trifft momentan keines dieser Merkmale zu. Obwohl diese Passage direkt am Flussufer durch das tief eingekerbte Rurtal ein herausragendes Naturerlebnis darstellt, hat der Zweiradfahrer derzeit wohl kaum Augen dafür. Schlaglöcher, Pfützen, breite Reifenspuren und tiefer Boden verlangen höchste Aufmerksamkeit und machen auf diesem Abschnitt Radfahren zu einer Geländeprüfung mit höchsten Ansprüchen.

Derzeit kein Ausflugstipp

Zum Start der Radfahrsaison 2017 kann man diesen Abschnitt beim besten Willen nicht als Ausflugstipp empfehlen. Erschwerend kam in diesem Winter noch hinzu, dass entlang des Weges durch heftigen Schneebruch Holzrückearbeiten mit schweren Gerät erforderlich wurden, die Teile des Weges aus touristischer Sicht nun vollends aus dem Verkehr gezogen haben.

Holzrückearbeiten auf dem Premiumradweg im Bereich Grünental sind aber keine Besonderheit dieses Winters, sondern seit Jahren Tagesgeschäft des Landesbetriebs Wald und Holz. Die forstlichen und touristischen Interessen auf diesem Teilabschnitt haben schon häufiger zu Kollisionen geführt. Zahlreiche Beschwerden von Nutzern des Weges sind an der Tagesordnung, auch jetzt wieder.

Die Problematik war zuletzt diskutiert worden, als Ende vergangenen Jahres der Monschauer Wirtschaftsausausschuss über den Abschluss einer Unterhaltungsvereinbarung für den Ruruferradweg beriet, soweit er städtisches Gebiet berührt. Die Stadtverwaltung war zu der Feststellung gekommen, dass der Landesbetrieb Wald und Holz bisher „ausschließlich forstliches und kein touristisches Interesse“ an diesem Wegeabschnitt gezeigt habe.

Chance auf Verbesserung

Nun aber bietet sich im Rahmen des sogenannten Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramms (RWP) die Chance, nicht nur auf Monschauer Stadtgebiet, sondern durchweg eine qualitative Verbesserung des Ruruferradweges zu erreichen. Das RWP unterstützt bei einer Förderquote von bis zu 90 Prozent touristische Infrastrukturmaßnahmen aus Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe.

Die Städteregion Aachen hat die Chance ergriffen und einen Antrag im Rahmen der Förderschiene „Erlebnis NRW“ gestellt (s. Box). Ziel des gemeinsames Förderantrags mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 4,7 Millionen Euro ist die „Aufwertung und Inszenierung“ des Ruruferradweges. Der finanzielle Anteil der Städteregion beträgt rund 0,5 Millionen Euro. Auf die jeweils beteiligten Kommunen entfällt ein Eigenbeitrag von 20 Prozent. Die Infrastruktur und Aufenthaltsqualität soll verbessert werden. Davon soll die gesamte Region profitieren. Die Maßnahme soll zwischen 2017 und 2019 umgesetzt werden.

Zwischenzeitlich hat die Städteregion Vereinbarungen zum Ausbau und zur Unterhaltung für die auszubauenden Teilstücke des Ruruferradweges vorgelegt. Betroffen sind Abschnitte auf dem Gebiet der Gemeinde Simmerath (zwischen Hammer und Dedenborn sowie zwischen Wildenhof und Eschauel) und dem Gebiet der Stadt Monschau (Rosental-Grünental).

Hier kommt nun der Landesbetrieb Wald und Holz als Verhandlungspartner ins Spiel, der für den problematischen Bereich im Grünental zuständig ist. „Wir stehen noch ganz am Anfang der Gespräche“, sagt Forstdirektor Robert Jansen vom Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde in Hürtgenwald. Noch gebe es keine Konzeption, aber an anderer Stelle habe der Landesbetrieb gezeigt, „dass sich Lösungen finden lassen“.

Jansen verweist auf die besonders schwierige Geländesituation und die Abhängigkeit von der Witterung im betroffenen Bereich. Es sei problematisch, „Wunschvorstellungen und Realität“ in Übereinstimmung zu bringen. Man erlebe immer wieder die gleiche Situation. „Es ist schwerlich möglich, auf Knopfdruck Holz wegzuräumen“, deutet Robert Jansen an, dass es in den anstehenden Gesprächen reichlich Klärungsbedarf gibt.

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