Der Regen ist dem Rurseefest erst am Ende gnädig

Von: P. St.
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Mit einem prächtigen Feuerwerk fand das 50. Rurseefest einen farbenfrohen Ausklang. Erstmals gab es das Lichterspektakel „Rursee in Flammen“ nach der Neuorganisation des Festes diesmal nur in Rurberg. Foto: P. Stollenwerk
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Hier lässt es sich aushalten: Ein Picknick am Rurseeufer war diesmal weniger einladend, wohl aber die gemütliche Runde vor dem Gebäude der Rursee-Touristik.
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Kein Gedränge: Erst nachdem der Regen nachgelassen hatte, füllte sich am Abend die Uferstraße in Rurberg.
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Eine sichere Bank: Die Coverband „For Example“ begeisterte wieder die Massen beim Rurseefest.
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Ein Tänzchen auf der grünen Wiese: Am Abend wurde es vor Bühne deutlich enger.
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Bunter Lichterzauber am Paulushofdamm: Die Feuerwehr sparte nicht mit Wasser.

Rurberg. Die Ruhe war bei Sander Lutterbach schon beim Frühstück vorbei. Nicht etwa, weil Sturm und Regen anklopften, sondern sein Mobiltelefon sich in immer kürzer werdenden Abständen meldete. Der Organisationschef des Rurseefestes hatte am Samstag allerhand um die Ohren, damit die Veranstaltung trotz heftiger Störattacken durch das Sturmtief „Zeljko“ planmäßig über die Bühne gehen konnte.

Den zahlreichen Anrufern von auswärts konnte er versichern, dass das Feuerwerk nicht gefährdet sei, auch wenn es zwischendurch kurze Momente des Zweifels gab.

Dass der bisherige Tiefpunkt des Sommers 2015 sich ausgerechnet an jenem Tag einstellen musste, wo die weithin bekannte Veranstaltung „Rursee in Flammen“ ihren 50. Geburtstag feiert, war schon schwer zu verkraften, aber das komplette Helferteam mit über 250 Freiwilligen ließ dennoch nicht die Köpfe hängen: Man hatte alles getan, um das Jubiläumsfest für die Gäste perfekt vorzubereiten, und fürs Wetter konnte man niemanden verantwortlich machen.

Auch Programmchef Fabian Bongard, der mit Bastian Bachhoven, Stefan Rader und Dominik Hilger aus dem Nachwuchsbereich nun das Organisationsteam verstärkt, ließ sich nicht entmutigen: „Wir machen das für den Ort. Es ist nur schade, dass wir das Kinderparadies früher schließen mussten.“

Dabei hätte es noch viel schlimmer kommen können; schließlich waren im Laufe des Tages in NRW bereits mehrere Großveranstaltungen vorsichtshalber abgesagt worden.

Kein Helikopter, keine Crazy Boats

Am Nachmittag waren die Besucherreihen an der Uferstraße noch dünn gesät; nur die Tapfersten der Tapferen kämpften gegen die Schauerstaffeln. Rund 20 fliegende Händler reisten erst gar nicht an, und immer wieder zerrte der Sturm an Zelten und Nerven. Kurz nach 19 Uhr hatte sich „Zeljko“ dann ausgetobt. Der Himmel riss auf, ein Regenbogen spannte sich über den Honigberg, die Mondsichel schob sich hinter den Wolken hervor, und innerhalb von zwei Stunden herrschte dann lebhafter Betrieb auf der Uferstraße. Das Wetter war dem Rurseefest am Ende dann doch noch gnädig gewesen.

Der Vorteil: Die Besucher konnten störungsfrei schlendern. Es muss ja nicht immer Gedränge sein, auch wenn die Festwiese im Sief, wo die „Nice Guys“ Schlager und Oldies spielten, viel freie Fläche zum Tanzen bot. Anders sah das am Badesee aus, wo die bewährte Coverband „For Example“ rund 2000 Fans anlockte, und auch noch weit nach dem Feuerwerk für einen stimmungsvollen Ausklang sorgte.

Unter den gegebenen Umständen war ein spürbarer Einbruch der Besucherzahlen gegenüber früheren Jahren aber nicht zu vermeiden. Am Abend dürften es um die 20.000 gewesen sein. Nach Angaben von Veranstaltungsleiter Sander Lutterbach kamen an allen vier Tagen rund 32.000 Besucher.

Einbrüche musste man aber auch beim Programm hinnehmen. Die Helikopter-Rundflüge wurden mehrfach verschoben und schließlich abgesagt; am Sonntag bei herrlich blauem Himmel wurde das Vergnügen nachgeholt. Auch das Kinderparadies mit vielen Spielangeboten blieb weitgehend verwaist, und „schweren Herzens“ musste Lutterbach dann auch noch wegen unberechenbarer Böen in der Rurberger Bucht die „Crazy Boat Parade“ abblasen, die diesmal erfolgreich beworben worden war. Die 26 angemeldeten Teilnehmer mussten ihre phantasievoll gestalteten Wasserfahrzeuge an Land lassen.

Stark vertreten waren hingegen Polizei, THW, DLRG und Feuerwehr, die sich wie im vergangenen Jahr auf rund 50.000 Besucher eingestellt hatten, und auch das neue Verkehrskonzept, das Parkmöglichkeiten im Ort bot, bewährte sich, wenngleich die Gemeinde einige verlockende Schleichwege über Wirtschaftswege kurzerhand mit Containern blockiert hatte.

Um 23 Uhr drängte es Besucher dann zu den besten Plätzen am Ufer, wo vor der Kulisse der romantisch beleuchteten Rurseeschiffe und zahlreicher Segelboote das große Höhenfeuerwerk auf dem Paulushofdamm gezündet wurde. 15 Minuten lang wurde der Rursee „in Flammen“ getaucht.

Als mit einer phantastischen orangefarbenen Blume der letzte Schuss im Rurtal verhallte, gab es verdienten Beifall der Besucher, die dem Fest am Ende noch einen würdigen Rahmen gaben und so das Verlustgeschäft für den veranstaltenden Orts- und Verkehrsverein Rurberg in Grenzen hielten.

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