Roetgen - Der Ortsbus ist einer der Knackpunkte des Nahverkehrsplans

Der Ortsbus ist einer der Knackpunkte des Nahverkehrsplans

Von: ag
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Die Schnellbusse sollen in Roetgen die B 258 künftig nicht mehr verlassen: Im Roetgener Gemeindegebiet ist dann ein Ortsbus vorgesehen, der die Fahrgäste zu einem Verknüpfungspunkt bringen soll, wo sie Anschluss an die Schnellbuslinien finden. Foto: Archiv/Stollenwerk

Roetgen. Die Aufstellung des Nahverkehrsplans (NVP) des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) ist seit Monaten ein großes Thema in der Städteregion. Die Eckpunkte des künftigen Busliniennetzes hatte Hans Joachim Sistenich vom AVV den politischen Gremien in Monschau, Simmerath und Roetgen ausführlich vorgestellt, diskutiert und Änderungswünsche aufgenommen.

Am Freitag soll nun der Städteregionstag über das Konzept abstimmen.

Auch der Rat der Gemeinde Roetgen hatte die Ausführungen des AVV zustimmend zur Kenntnis genommen und eine positive Beschlussempfehlung für den Städteregionstag abgegeben. Nach einem Schreiben des AVV vom 13. Mai, hatte der Roetgener Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschuss aber empfohlen, diesen Beschluss zurückzunehmen, das Einvernehmen zu verweigern und die Maßnahmeempfehlungen für das Gebiet der Gemeinde Roetgen nicht weiter zu unterstützen. Am Dienstag hat sich der Roetgener Gemeinderat erneut mit dem Thema befasst. Der AVV hatte am gleichen Tag als Reaktion auf die Empfehlung des Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschusses seine Ausführungen in einer E-Mail nochmals präzisiert.

Verkürzung der Fahrzeiten

Nach einer Sitzungsunterbrechung, die die SPD beantragt hatte, beschloss der Gemeinderat, das Schreiben des AVV zur Kenntnis zu nehmen und die Verwaltung zu beauftragen, „der AVV GmbH sowie dem Städteregionstag die aus der Diskussion deutlich gewordenen Bedenken insbesondere hinsichtlich des ÖPNV-Verknüpfungspunktes und des Ortsbusses mitzuteilen“.

Schwerpunkte des NVP sind die Einführung eines getakteten Fahrplans, die Verkürzung der Fahrzeiten durch eine Verknüpfung der Linien in wichtigen Verkehrsknoten wie dem geplanten Bushof in Roetgen, dem neuen Bushof in Imgenbroich und den Bushöfen in Simmerath und Aachen sowie die Neugestaltung der Schnellbuslinien SB 63 und 66 zwischen Monschau und Aachen. Die sollen dann keinen Schlenker mehr über den Roetgener Marktplatz machen und auf der B 258 bleiben. Im Roetgener Gemeindegebiet ist dann ein Ortsbus vorgesehen, der die Fahrgäste zum Bushof bringt, wo sie Anschluss an die Schnellbuslinien finden.

Über einen neuen Bushof in Roetgen wird schon lange diskutiert. Eine Lösung zeichnet sich aber bislang nicht ab. Das hängt auch damit zusammen, dass sich die Städteregion und der Landesbetrieb Straßenbau NRW sich nicht einigen können, wie der Verkehr auf der B 258 geregelt werden soll.

Der AVV hatte geschrieben, dass im Rahmen der Abstimmung mit den Städten Stolberg und Aachen noch „geringfügige Modifikationen“ des Konzeptes für den Südraum der Städteregion notwendig seien, die auch die Gemeinde Roetgen betreffen würden. Die vorgeschlagenen Veränderungen für die Linie 61 zwischen Roetgen und Stolberg seien von der Stadt Stolberg nicht akzeptiert worden, so dass man sich darauf verständigt habe, diese Linie in ihrer jetzigen Form beizubehalten. Das bedeute, dass die Verbindung Roetgen-Rott-Mulartshütte weiterhin mit fünf beziehungsweise sechs Fahrten am Tag, die überwiegend dem Schülerverkehr dienen, bedient werde.

Suche nach verträglicher Lösung

Außerdem habe die Stadt Aachen einer Mehrleistung auf der Linie 67 zwischen Roetgen und Walheim insbesondere an den Wochenenden nicht zugestimmt. Deshalb sei das Angebot am Wochenende auf einen 120-MinutenTakt gestreckt worden. An den Werktagen würde ein 30-Minuten-Takt angeboten, aber ausschließlich im Schülerverkehr. Das Angebot bewege sich somit auf dem heutigen Niveau, allerdings mit dem Vorteil, dass ganzjährig ein identischer Fahrplan gefahren würde, schreibt der AVV.

Das neue Busnetzkonzept für den Südraum führte in der ursprünglich vorgestellten Version zu erheblichen Mehrleistungen von rund 190.000 Kilometern auf dem Gebiet der Stadt Aachen. Im Hinblick auf die besondere Bedeutung des neuen Schnellbuskonzeptes sei nach einer verträglichen Lösung gesucht worden. Demnach würde es bei den Schnellbuslinien 63 und 66 zwischen Roetgen und Aachen werktags bei einem 30-Minutentakt bleiben. An den Wochenenden würde der geplante 60-Minutentakt erhalten bleiben, allerdings erfolge eine alternierende Bedienung von Roetgen über Brand beziehungsweise über die Monschauer Straße.

Der Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschuss hatte seine Ablehnung unter anderem damit begründet, dass die Einführung eines integralen Taktfahrplanes, die Neuordnung der Linien SB 63 und 66 und auch die Einrichtung eines Ortsbusses nur dann möglich sei, wenn ein Verknüpfungspunkt geschaffen werden könne, der die Belange aller Verkehrsteilnehmer berücksichtige. Durch die Einrichtung eines Ortsbusses müsse die Gemeinde mehr zahlen, das neue Linienkonzept solle aber kostenneutral sein.

Außerdem komme das Konzept ausschließlich den Fahrgästen aus Monschau und Simmerath zugute und die Veränderungen der ursprünglichen Planung der Linie 67 würden Nachteile für die Bürger in Rott und Mulartshütte bringen, die nicht kompensiert werden können.

Am Dienstagabend wurde nun erneut intensiv über das Thema diskutiert.

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