Der neue Rursee-Katamaran „Seensucht“ auf Testfahrt

Von: mh
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Blick über das Oberdeck: Der Katamaran bietet hier genügend Platz für Musikfahrten oder ähnliche Veranstaltungen. Foto: M. Hilgers

Einruhr. Bei schönstem Wetter sollte dem Katamaran, dem neuen Schiff auf dem Obersee, „Leben“ eingehaucht werden – doch es dauerte. Denn der Konstrukteur Reiner Ritzdorf, der Anlagenbauer Wilfried Müller und Axel Büchling, von einer österreichischen Firma, mussten zunächst noch einige Probleme lösen.

Schiffseigner Franz-Josef Heuken hielt sich im Hintergrund auf und musste gegen Mittag zu einem anderen Termin. So sehr sich Axel Büchling auch mit der Verbindung der Steuertechnik zu den Motoren mühte, die Anzeigen blieben „tot“. Gegen Mittag sollte der Katamaran seine ersten Runden auf dem See drehen. „Da steckt ein Fehler drin“, sagte Büchling, der den Start immer wieder verschieben musste.

Die Kapitäne Rudolf Bauer und Uwe Gramann schauten immer wieder gespannt vorbei. Zu gerne hätten sie das hochmoderne Boot gefahren. So vertrieben sie sich die Zeit mit Anstreicharbeiten oder der Montage von Steckdosen und Schaltern. Als dritter Bootsführer wird Felix Stollenwerk das Boot fahren.

Am späten Nachmittag stach der Katamaran schließlich zur Testfahrt bis Rurberg in See. An Bord wimmelte es noch von Schreinern, die am Innenausbau arbeiteten. Zur Bootstaufe am 4. April soll alles fertig sein. Auf den Namen „Seensucht“ soll das Schiff getauft werden, ein Name, der „süchtig auf die Seenplatte“ machen soll. Lange haben Schiffseignerin Waltraud Heuken und Ehemann Franz-Josef über die Schreibweise nachgedacht.

Der Katamaran wird auf dem Obersee das 1960 in Dienst gestellte Schiff St. Nikolaus ersetzen. Der St. Nikolaus mit einem Fassungsvermögen von 175 Passagieren sieht man den Stil der 50er Jahre deutlich an. Mit dem neuen Katamaran sticht quasi ein Luxusliner in See. Der neue Bootstyp ist extrem geräumig, ist behindertengerecht im Unterdeck und fasst locker 250 Fahrgäste. Ohne Probleme könnte er auch doppelt so viele Fahrgäste befördern.

Mit 7,50 Metern ist er zehn Zentimeter breiter als die „dicken Pötte“ auf dem Rursee. Insgesamt ist er 25 Meter lang und wird sanft übers Wasser gleiten, was auf die beiden Rümpfe zurückzuführen ist. Während die alten Schiffe noch mechanisch gesteuert werden, steuert der Katamaran über Joystick zwei wassergekühlte 20-KW-Drehstrommotoren. Der von den Batterien kommende Gleichstrom (96 Volt) wird in Wechselstrom umgewandelt. Anlagenbauer Wilfried Müller aus Schermbeck: „Das Zusammenspiel aller Steuerteile des Schiffes wird über ein CAN Bus geregelt, wie das in jedem Auto heute üblich ist.“

Steuerung mit dem iPad

Wartende Fahrgäste müssten sich in Zukunft nicht mehr fragen, wo das Schiff bleibt, so Wilfried Müller. Über das Smart-Phone kann die exakte Position abgerufen werden. Schiffseigner Franz-Josef Heuken sieht auf seinem Telefon noch mehr. Zum Beispiel, wie schnell das Schiff unterwegs ist, ob der Kapitän in irgendeiner Bucht steckt und ob noch genügend „Saft“ in den Batterien ist. Sogar die Anzahl der Fahrgäste lässt sich ermitteln. Neben dem Joystick lässt sich der Katamaran auch drahtlos vom iPad aus steuern. Das Schiff ist mit einer Cafeteria ausgestattet. Die Eigner können sich vorstellen, Musikfahrten oder ähnliche Sonderfahrten durchzuführen. Platz genug bietet der schwimmende „Riese“ auf dem Obersee.

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