Der „Netliner“-Bus kommt ganz nach Wunsch

Von: P. St.
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Unterwegs im Netliner: Zwei Kleinbusse verkehren flexibel und über einen Testzeitraum von drei Monaten bis Ende Mai durch das Stadtgebiet Monschau, das als Modellregion ausgewählt wurde. Bürgermeisterin Margareta Ritter und Dr. Kathrin Driessen von der Aseag (Mitte, li.) stellten das Pilotprojekt in Imgenbroich vor. Foto: P. Stollenwerk
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Die ersten Fahrten für den Netliner, der noch testweise bis Ende Mai im Stadtgebiet Monschau unterwegs, wurden bereits gebucht.

Monschau. So mancher Verkehrsteilnehmer würde ja gerne den Bus benutzen, wenn der Bus auch genau dann kommen würde, wenn man ihn braucht. Dieser Anspruch ist in dünn besiedelten ländlichen Gebieten wie der Nordeifel aber kaum zu erfüllen. Oder doch? Das Aachener Busunternehmen Aseag und die Stadt Monschau wollen es jetzt wissen.

Seit Beginn der Woche sind im Stadtgebiet zwei Kleinbusse unterwegs, die mit dem gewohnten starren System des öffentlichen Personennahverkehrs nicht mehr viel gemeinsam haben. Flexibel und unabhängig von Fahrplänen und festgelegten Abfahrtszeiten durchkreuzen die beiden sogenannten „Netliner“ das Stadtgebiet Monschau bis in die abgelegensten Winkel.

„Flexibel wie ein Taxi, günstig wie ein Bus“, bewirbt die Aseag ihr bedarfsorientiertes Verkehrsmodell. Mit anderen Worten: Der Bus kommt ganz nach Wunsch, so wie es dem Kunden gelegen kommt. Monschau ist Modellregion und die erste Versuchs-Kommune des Pilotprojektes, das nach Abschluss der dreimonatigen Testphase am 31. Mai 2016 auch auf andere Kommunen übertragbar sein soll.

Damit man am Ende auch zu einem verwertbaren und belastbaren Ergebnis kommt, wurden im Vorfeld 50 Bürger aller Altersstufen als Testpersonen aus den Bewerbungen ausgewählt. Zwischen 16 und 87 Jahre alt sind die Nutzer, die künftig ihre individuellen Fahrwünsche bekannt gegeben.

Der Netliner, ein sogenanntes dynamisches Liniensystem, ermittelt aus den gesamten Wünschen der Fahrgäste automatisch die optimale Linienroute. Daraufhin erhalten die Testpersonen die berechnete Abfahrtszeit und die Fahrzeugkennung per SMS oder E-Mail.

Gleichzeitig wird die berechnete Route auf das Navigationssystem des betreffenden Fahrzeugs geladen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Fahrtwunsch spätestens eine halbe Stunde vor der gewünschten Abfahrtszeit mitgeteilt wird. Aufgrund der gesammelten Wünsche und der Nachfrage wird dann eine möglichst effiziente Tour zusammengestellt.

Am Dienstag wurde das Verkehrsmodell am Himo-Bushof in Imgenbroich von den beteiligten Partnern vor Ort vorgestellt.

„Wir freuen uns, Modellregion sein zu dürfen“, sagte Margareta Ritter, Bürgermeisterin der Stadt Monschau. Besser hätte es nicht kommen können.“ Sie sehe in den gewonnenen Erkenntnissen auch die Chance, an Orte und Ziele zu gelangen, die aktuell nicht mit dem Bus zu erreichen seien.

Ganz allein auf die Mobilitätsgewohnheiten der Busbenutzer sei das Pilotprojekt abgestimmt, erläutert Dr. Kathrin Driessen, die das Projekt bei der Aseag betreut. Ziel sei es festzustellen, in welcher Frequenz und zu welchen Zeiten der Netliner angefordert werde. Daher seien unter den Testpersonen sowohl erfahrene ÖPNV-Nutzer wie auch Autofahrer, die praktisch noch nie einen Bus benutzt hätten. Bereits am zweiten Tag des Netliner-Projektes gingen fleißig Buchungen von den Testpersonen ein.

Schon jetzt sieht man gespannt dem Ergebnis der Testphase entgegen. Die Testpersonen, die den Netliner kostenlos nutzen können, werden während der kommenden drei Monate betreut, befragt und um Rückmeldungen gebeten, was verbesserungswürdig ist und was gut funktioniert.

Kathrin Driessen: „Optimal wäre es, wenn wir am Ende der Testphase sagen könnten, zu welchen Kernzeiten eine optimale Auslastung der Kleinbusse stattgefunden hat.“

Dass sich individuell abgestimmter Nahverkehr in der Praxis bewährt, machte Margareta Ritter am Beispiel der Linie 84 deutlich. Diese Route zwischen Höfen und Imgenbroich wird bereits von einem Kleinbus bedient, allerdings mit dem Unterschied, dass er über Rohren und Widdau durchs Grünental fährt, was mit einem größeren Bus gar nicht machbar wäre. Dieser Kleinbus sei bei den Fahrgästen stark gefragt und teilweise sogar überfüllt.

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