„Der Nächste, bitte!“: Ein Sprechzimmer mit Kneipencharakter

Von: M. S.
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Garant für einen vergnüglichen Theaterabend: Das Ensemble von „Der nächste, bitte!“. Foto: M. Schmitz

Simmerath. Wer da meint, der Beruf des „guten alten Landarztes“ sei ein gesellschaftliches Auslaufmodell, der hat Samstagabend einen Praxisbesuch bei Dr. Paul Biederbrock alias Hans Josef Schröder verpasst – nachholen dringend empfohlen! Denn just zur fünften Jahreszeit präsentierte das Theaterensemble der Freiwilligen Feuerwehr Simmerath (Regie: Stefan Haas) die närrische Komödie „Der Nächste, bitte!“ aus der Feder von Hans Schimmel.

Hauptfigur Doc Paul, ein menschenfreundlicher, aber zerstreuter Professor, führt ein fideles Medizinerteam, dem es an schrillen Patienten und „eingebildeten Kranken“ nicht mangelt. Diese gehen mit Vergnügen und zwecks guter Unterhaltung zum Arzt, dessen Räumlichkeiten bald gemütlichen Kneipencharakter erhalten.

Die ärgsten Nervensägen im Warte- und Behandlungszimmer sind die Patientinnen Magda (Renate Haas) und Hilde (Bettina Palm). Sie sorgen für Klatsch und Tratsch im Weißkittelambiente, führen frivole Dialoge im Wechsel mit Sprechstundenhilfe Johanna (Claudia Hermanns), gespickt mit schwarzem Humor. Dazu paranoid anmutende Typen wie Willi Schulze (Josef Frings), der martialisch und wahnumnebelt in napoleonischer Uniform auftritt, oder Bauer Grieße (Herbert Wilden), der plötzlich über unmöglich große Ernteerträge staunt.

Ein neu einstudiertes Bühnenstück bildet jährlich den Auftakt zum Stiftungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Simmerath. Es wurde in guter Tradition nun zum 92. Mal in Partnerschaft mit der örtlichen Löschgruppe und dem Förderverein begangen. Im mit 160 Zuschauern nahezu ausverkauften Saal Wilden sagte Ensemblemitglied Josef Frings, die aus Brandschützern rekrutierte Laienspielschar stehe „schon seit über 40 Jahren erfolgreich auf den Bühnenbrettern“. Zur aktuellen Premiere – geprobt wurde seit Mitte Oktober – hieß Fördervereins-Vorsitzender Marko Hoch die Besucherschar willkommen.

Geschwächte Manneskraft

Deren Lachmuskeln wurden arg strapaziert, als Dorfcasanova Heiko (Ralf Wilden) den Doktor mit einem heiklen Problem aufsucht: der eitle Frauenliebling zeigt Schwäche in Sachen Manneskraft. Und Medizinmann Paul hilft allen Rat- und Hilfesuchenden, ist der Heilkundige doch im klassischen Sinn ein rechter „Arzt für alle Fälle“. Bald kursieren Gerüchte, der Medicus sei ein obskurer Wunderheiler, ein Scharlatan und schwarzer Magier. Und so bekommt es der Allgemeinmediziner mit Wilhelmine vom Medikamenten-Zulassungsamt (Conny Sauer), und Pharmareferentin Justina (Sonja Strauch) als naseweise Ermittlerinnen zu tun.

Vor dem ersten Vorhang gehörte die Bühne dem Feuerwehr-Spielmannszug. Seiner Formation unter Leitung von Sonja Engels gebührte die musikalische Eröffnung der Stiftungsfeierlichkeiten. Diese Darbietung nach Noten gelang mit der Interpretation unsterblicher Abba-Welthits vortrefflich.

Nach einer Wiederholung des Stückes am Sonntag sind nun drei weitere Vorstellungen im Saal Wilden geplant, und zwar am Freitag, 11. Januar, Samstag, 12. Januar, jeweils um 20 Uhr, sowie am 13. Januar um 19.30 Uhr. Mit einer Tombola schloss ein harmonischer und vergnüglicher Theaterabend der Sömmerther Wehrleute und ihrer treuen Fans.

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