Der Höfener Horchposten ist im Angebot

Von: Ernst Schneiders
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„Die Funk” in Höfen soll im
„Die Funk” in Höfen soll im nächsten Jahr verkauft werden. Zuvor gibt es Gespräche zwischen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und der Stadt Monschau über die mögliche Nutzung. Foto: Heiner Schepp

Höfen. Im Volksmund heißt das Areal nach wie vor „die Funk”, auch wenn die Antennenmasten mittlerweile verschwunden sind. Bei „die Funk” verdienten etliche Bewohner der Eifel über Jahrzehnte hinweg den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien.

Alle wussten, wozu die Antennen in der Nähe der Straße „Heidgen” dienten, aber alle, Mitarbeiter und deren Familienangehörige, waren zum Stillschweigen verpflichtet, selbst Jahre später, als „die Funk” längst Geschichte war.

Am Eingang des Geländes am Ortsrand von Höfen prangte das Schild „Bundesstelle für Fernmeldestatistik”. Das war bloß eine Tarnung, denn der Bundesnachrichtendienst (BND) betrieb dort unter dem Decknamen „Talsperre” einen Horchposten. Der BND mit Sitz in Pulach bei München und Berlin ist neben dem Amt für Verfassungsschutz und dem Militärischen Abschirmdienst einer der drei deutschen Nachrichtendienste und zuständig für die Auslandsaufklärung.

Ehemals rund 100 Mitarbeiter

Der Horchposten der „Schlapphüte” soll zu Zeiten des Kalten Krieges vornehmlich dazu gedient haben, den Nachrichtenverkehr der diplomatischen Vertretungen in der früheren Bundeshauptstadt Bonn zu kontrollieren. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem Umzug der Bundesregierung nach Berlin wurde diese Überwachungstätigkeit zunehmend verzichtbar.

Der BND zog sich nach und nach aus Höfen zurück. Als vor ziemlich genau zwei Jahren schweres Gerät anrückte, um die Antennenmasten abzubauen, waren die meisten der ehemals 100 Mitarbeiter längst weg, im Ruhestand oder an anderen Standorten des BND eingesetzt. Nur wenige blieben zurück, um das Objekt abzuwickeln.

Schon damals wurde gerätselt, was aus dem Gelände und den Aufbauten werden solle. Es fielen Stichworte wie Reiterhof, Golfplatz oder Begegnungszentrum für junge Menschen. Die Stadt Monschau sah ihre Hände gebunden, weil das Terrain in Eigentum des Bundes ist. Von einem „für die Stadt Monschau planungsfreien Gebiet” und einem „weißen Fleck auf der Landkarte” sprach seinerzeit Hermann Mertens, Allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin.

Das soll sich im nächsten Jahr ändern, wie Felix Brümmer von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben auf Anfrage unserer Zeitung erklärte. Das seit Jahren nicht mehr dienstlich genutzte Areal gelte mittlerweile als „entbehrliche Liegenschaft”, die nach Möglichkeit verkauft werden solle. Weil es jedoch einige andere und vordringliche „Verwertungsfälle” gebe, werde es erst im nächsten Jahr zu Gesprächen mit der Stadt Monschau kommen, um gemeinsam „Nutzungsperspektiven zu finden und die Verwertung in die Wege zu leiten”. Denn nach Brümmers Worten liegt das Gelände im Außenbereich, so dass eine Folgenutzung nur im Einvernehmen mit der Stadt Monschau möglich sei.

Auch „Konversionsfläche”

Im Rathaus gibt es allerdings noch keine konkreten Vorstellungen, was dort geschehen solle, betonte Bürgermeisterin Margareta Ritter, die sich auf die anstehenden Gespräche freut. Nach Einschätzung der Verwaltungschefin könne man „die Funk” zwar bei weitem nicht mit Burg Vogelsang vergleichen, „aber irgendwie ist das auch eine Konversionsfläche”.
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