Der große Nager ist hier wieder heimisch

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Auf einer Exkursion konnten sich die Teilnehmer der Fortbildung durch die Biologische Station Düren und die Natur- und Umweltakademie NRW ein Bild der beeindruckenden Bauwerke des Bibers machen. Foto: Hildegard Coenen

Hürtgenwald/Kreis Düren. Inzwischen hat die dritte Fortbildung für Biberberater in NRW durch die Biologische Station Düren und die Natur- und Umweltakademie NRW stattgefunden. Nach seiner Ausrottung im Jahr 1877 ist der große, an Gewässern lebende Nager dank einer Wiederansiedlung durch die Landesforstverwaltung in der Eifel in den 1980er Jahren wieder heimisch.

„Heute breitet sich der Biber wieder in NRW aus“ sagt Dr. Lutz Dalbeck von der Biologischen Station im Kreis Düren und Sprecher der AG Biber NRW. „Rund 500 Tiere gibt es aktuell zwischen Rhein und westlicher Landesgrenze, die meisten davon im Kreis Düren – Tendenz: zunehmend.“

Einzigartige Wasserbauer

Und diese Ausbreitung will begleitet sein. Denn Biber sind einzigartige Wasserbauer, die sich die Landschaft nach eigenen Bedürfnissen selbst gestalten. Wenn die Gewässer nicht die nötige Mindesttiefe von ca. 30 Zentimeter haben, bauen sie einfach einen Damm, um das Wasser aufzustauen. Und um an das dafür nötige Holz zu kommen, fällen sie in der Umgebung Bäume und nagen die Äste und Zweige ab. Die Rinde dient dem vegetarischen Biber zudem als Nahrung.

„Durch seine Dammbauten schafft der Biber nicht nur einzigartige Lebensräume für zahllose Tiere und Pflanzen, sondern er sorgt durch seine Teiche auch für eine verbesserte Grundwasserbildung, Gewässerreinigung und den Rückhalt von Hochwassern“ erklärt Dalbeck.

Hilfe bei EU-Zielen

„Der Biber sorgt also für die Umsetzung der Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die eine Pflichtaufgabe für die Mitgliedsstaaten ist.“ Doch kommt es durch seine Aktivitäten auch zu Konflikten mit dem Menschen. „Bibermanagement“ hieß dementsprechend das zentrale Thema der Fortbildungsveranstaltung. Dank einiger Experten aus NRW, insbesondere aber dem Wildtierbiologen und erfahrenen Bibermanager aus Südbayern, Gerhard Schwab, konnten sich die Teilnehmer über die verschiedenen Möglichkeiten zur Konfliktlösung informieren. „In den meisten Fällen ist es recht einfach Konflikte zu entschärfen“ erklärt Gerhard Schwab. „Wichtig ist es, den betroffenen Personen schnell zu helfen, wenn beispielsweise ein Obstbaum im Garten angenagt ist oder eine Wiese unter Wasser steht“ so Schwab. „Daher ist ein Netzwerk aus Leuten, die sich kümmern ganz wichtig.“

Hohe Resonanz

Umso erfreulicher ist, dass an den Fortbildungsseminar nicht nur ehrenamtliche Biberberater sondern auch Vertreter von Wasserverbänden, Landschafts- und Wasserbehörden aus ganz NRW teilgenommen haben. „Ich freue mich sehr über die große und NRW-weite Resonanz auf unsere Veranstaltung und die Bereitschaft, sich über Biber frühzeitig zu informieren“ meint Lutz Dalbeck. „Da wir mangels Platz vielen Interessierten leider absagen mussten, werden wir im kommenden Jahr die Fortbildung wiederholen.“

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