Der Etappensieger kommt aus der Region

Von: V.M.
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Im Massensprint kam die Spitze
Im Massensprint kam die Spitzengruppe beim „45. Triptique Ardennais” auf die ZIellinie vor dem Monschauer Rathaus. Foto: V.Monterey

Monschau. Mit der zweiten Etappe der 45. Triptyque Ardennais, der Ardenner-Drei-Tagesfahrt über insgesamt 454,5 Kilometer, nahm das in Radsportlerkreisen sowohl gefürchtete als auch beliebte Radrennen am Samstag in Monschau ein spannendes Ende, gilt es doch unter jungen Radsportamateuren als „das Sprungbrett” in einem Profirennstall unter Vertrag genommen zu werden.

Mit Hochspannung wurden die 196 Teilnehmer aus 28 Teams erwartet. Um14 Uhr lud die Stadtverwaltung zu einem festlichen Empfang und schon gegen 15 Uhr (erwartete Ankunft 15 Uhr 42) säumten Menschenmassen die abgesperrten Straßen bis zur Ziellinie direkt vor dem Monschauer Rathaus, wo Vertreter aus Politik, Verwaltung, Organisatoren und Sportbegeisterte und nicht zuletzt die Rennradgröße Karl-Heinz Kunde sowie NRW-Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger als Ehrengäste auf den letzten Spurt über die Ziellinie warteten.

Die härteste Etappe

Früher und nicht wie erwartet zerstreut, sondern in einem dichten Pulk gingen die ersten acht Fahrer innerhalb einer Sekunde über die Ziellinie, allen voran Marcel Meisen vom RSV, vom Rad Sport Verband. Der junge Fahrer aus Stolberg wurde somit Tagessieger. Vielleicht hat auch er das seiner eher zierlichen Gestalt zu verdanken, dennoch saß ihm der Schlussanstieg in Rohren noch in den Knochen. „Da ist das ganze Feld auseinandergesprengt worden.” Letztlich verdankt er es seiner Leichtigkeit, schneller die Berge hochzukommen und „ich kann mich gut erholen”, freute sich der junge Fahrer.

„Es ist ein schöner Sieg.” Er wurde dicht gefolgt von seinem Konkurrenten, dem Träger des gelben Trikots, Matthias Allegaert vom Ovyta-Eijssen-Acrog CT aus Belgien, und Gerry Druyts des Rock Werchter Chocolade Jacques, ebenfalls aus Belgien. Dann folgten Angelo De Clercq, Tim Declercq, Stefan Ganser, Mattias Raeymaekers und Tom Oerlemans.

Mit viel Applaus wurden die Fahrer der wohl härtesten Etappe über 127,5 Kilometer von Worriken/Bütgenbach über Eupen nach Monschau empfangen. Nicht ohne Grund wird sie auch gerne als „Königsetappe” bezeichnet, zu vergleichen mit einer mittelschweren Gebirgsetappe der Tour de France. „Wer heute gewinnt, trägt morgen das gelbe Trikot”, raunte Hermann Mertens noch während des Empfangs im Beisein der Bürgermeisterin Margareta Ritter, Peter Theissen, Charles Servaty, Vize-Präsident des Eupener Parlaments und stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Bütgenbach, und dem Honorarkonsul der Republik Österreich aus Eupen.

Um sich auf dieser anspruchsvollen Strecke, bergauf, bergab an die Spitze zu setzen „braucht man den berühmten zweiten Atem”, erklärt Radsportlegende Karl-Heinz Kunde, der aufgrund seiner Körpergröße den Spitznamen „Bergfloh” trägt. Eben seiner Größe von 1,60 Metern und seiner Leichtigkeit hatte der heute 72-jährige, gebürtige Kölner es zu verdanken, dass er am Berg einst vorne lag. Kunde, der erst mit 17 Jahren mit dem Radsport begann, war in den Jahren 1961, 1963 und 1972 Deutscher Meister bei den Profis und trug 1966 sechs Tage lang das gelbe Trikot bei der Tour de France.

„Sensationelle Veranstaltung”

Die Ehrengäste der „sensationellen Veranstaltung”, so Kunde, übernahmen dann auch die Preisverleihung. Matthias Allegaert behielt somit in der Gesamtwertung das gelbe Trikot, das Trikot Général, und erhielt darüber hinaus sowohl das grüne, rote und blaue Trikot. Damit musste der 22-jährige Marcel Meisen, obwohl Tagessieger (am Vortage war er Vierter gewesen) das blaue Trikot an den 23jährigen Belgier abgeben. „Wir beobachten Allegaert schon lange” sagt Henri Beckers, Koordinator der deutschsprachigen Etappen und seit über 23 Jahren als Rennleiter tätig. Am Vortag hatte er zehn Meter beim Spurt gewonnen und hat vielleicht die Chance als Sieger hervorzugehen. Das weiße Trikot für die Wertung am Berg ging an Joeri Calleeuw aus Belgien, das Schwarze für die Zwischenspurts an das New Zealand National Team.

Das seit 1959 veranstaltete berühmte Radrennen „Triptyque Ardennais” wird Dank eines Vertrages, unterzeichnet von Hermann Mertens für die Stadt Monschau, sowie den beiden belgischen Bürgermeistern Emil Dannemark aus Bütgenbach und Dr. Elmar Keutgen aus Eupen auch in den nächsten Jahren nach Monschau kommen. Dabei wechseln sich die Städte jeweils mit der Ausrichtung des Zielortes ab. Mit rund 2500 Euro beteiligen sich die Partnerstädte, also mit insgesamt mit 7500 Euro an den Kosten. „Fantastisch, wenn ein lokaler Fahrer mit zwei Längen Vorsprung siegt”, meint Beckers, „und wer hätte gedacht, dass es am Ende zu einem Massenspurt kommt?”
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