Roetgen - Der erste Eindruck ist die halbe Miete

Der erste Eindruck ist die halbe Miete

Von: hes
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Da kann man schon mal feuchte Hände bekommen, wenn man sich unter echten Bedingungen vor zwei potenziellen Chefinnen gut verkaufen muss .

Roetgen. Sie möchten mal Tischlerin oder Bühnenmalerin werden, Friseurin, Floristin und Erzieherin, oder sie wollen zur Polizei und in die Verwaltung. Da der Weg zu diesen Berufen nur über eine gute Bewerbung führt, haben die Zehntklässlerinnen der Bischöflichen Mädchenrealschule St. Ursula in Monschau vor den Ferien unter echten Bedingungen geübt, wie ein Bewerbungsverfahren vonstatten geht.

Wie jedes Jahr, so hat auch diese Jahrgangsstufe im Rahmen der Berufsvorbereitung dabei in allen drei Nordeifelkommunen Bewerbungsgespräche absolviert – mit Unterstützung der Agentur für Arbeit, Vertretern von Handel und Handwerk sowie „echten“ Arbeitgebern und Personalchefs.

Nachdem die Schülerinnen im Unterricht und in der Theorie erfahren hatten, wie man eine gute schriftliche Bewerbung gestaltet und worauf es bei einem Bewerbungsgespräch ankommt, ging es nun in die Praxis. „Das sind schon sehr realistische Bedingungen“, freute sich Lehrerin Kathrin Wieczorek über die erneute Bereitschaft der drei Nordeifeler Verwaltungen, für die Bewerbungsgespräche die Räumlichkeiten und teils auch die „Arbeitgeber“ zu stellen. In Roetgen fanden zusätzlich Bewerbungsgespräche im Kindergarten Greppstraße statt, wo gleich acht junge Damen sich für eine Tätigkeit als Erzieherin empfahlen.

Im Roetgener Rathaus waren die Bewerbungsrunden zweigeteilt: Im Sitzungssaal nahmen Anja Lindbüchel (Agentur für Arbeit) und Bianca Mandt (Handwerkskammer) die Bewerberinnen für handwerkliche Berufe unter die Lupe. Im Besprechungsraum des Bürgermeisters Jorma Klauss prüften der Verwaltungschef persönlich sowie Manfred Klär (LBS) und Reinhard Ganser (Westnetz) all jene Mädels, die den öffentlichen Dienst ins Auge gefasst haben.

„Wenn Du hier an unserer Stelle säßest, hättest Du Dich selbst eingestellt?“ fragte Anja Lindbüchel ein wenig provokativ die junge Dame, die ihr immer noch etwas verlegen gegenübersaß. „Nein“, antwortete die Schülerin ehrlich, wusste sie doch um ein fehlendes Zeugnis bei ihren Unterlagen und ihr eher unsicheres Auftreten im Gespräch. So hatte sie auch bei der abschließenden Frage „Haben Sie sonst noch Fragen?“ schnell mit „Nein“ geantwortet, „was immer ein Fehler ist“, empfahl Bianca Mundt, „stets noch irgendeine Frage zum Arbeitgeber auf Lager zu haben, um das ehrliche Interesse zu untermauern“. Die Versäumnisse wiegen an diesem Tag noch nicht so schwer, weil es ja nur das Training war. „Wenn es in einigen Wochen in die echten Bewerbungsgespräche geht, wird sie diese Fehler sicher nicht noch einmal machen“, setzt Anja Lindbüchel auf den Lerneffekt.

Ganz andere Erfahrungen machte Lina Lüdtke ein paar Zimmer weiter. „Leider hat die Gemeinde Roetgen in diesem Jahr keine Ausbildungsstelle für das Verwaltungsfach. Wir hätten Dich vom Fleck weg genommen“, lobte Bürgermeister Klauss die junge Dame. Sie habe sich von ihren Gegenübern nicht aufs Glatteis führen lassen, sich absolut keine Nervosität anmerken lassen „und ein für eine 15-Jährige bemerkenswertes Auftreten an den Tag gelegt“, so der Bürgermeister, der später noch potenziellen Polizistinnen, Offizierinnen und Rechtsanwaltsfachgehilfinnen auf den Zahn fühlte.

„Das Äußere macht schon viel aus, ist aber nicht alles“, sind für SoWi-Lehrerin Judith Dörtelmann Piercings oder Tatoos „nicht in jedem Beruf K.o.-Kriterien, aber schon in allen mit Kundenkontakt“. Ein gepflegtes Äußeres, angemessene Kleidung und die richtige Körpersprache seien aber für eine erfolgreiche Bewerbung immer äußerst hilfreich.

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