Der „eiserne Zahnarzt” fliegt nach Hawaii

Von: Kurt Kaiser
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Roetgen. Dank einer ausgezeichneten Platzierung beim Ironman-Zürich-Switzerland sicherte sich der Roetgener Zahnarzt Dr. Joachim Amann zum dritten Mal einen Startplatz beim Ironman Hawaii, dem ältesten und bekanntesten sowie spektakulärsten Ausdauerwettbewerb der Welt.

Um das allerhöchste Ziel eines jeden Triathleten zu erreichen und am 9. Oktober bei den Weltmeisterschaften in Kona auf Hawaii dabei zu sein, musste der Roetgener Zahnarzt in Zürich einen von vier Qualifikationsplätzen in seiner Altersklasse erreichen. Im Gesamtklassement belegte er Platz 201.

In seiner Altersklasse, in der von 160 Startern 126 das Ziel erreichten, wurde er Vierter. Mit dieser hervorragenden Platzierung qualifizierte sich der Ausdauersportler des TV Roetgen für die Weltmeisterschaften auf der Insel im Pazifischen Ozean.

Für 2328 Ausdauerindividualisten aus 54 Ländern begann der Arbeitstag in Zürich morgens um 7 Uhr mit 3,8 Kilometer Schwimmen, bei 12 Grad Lufttemperatur und 22 Grad Wassertemperatur, im Zürich See. Mit seiner Schwimmzeit von 1:03,54 Stunden war Joachim Amann im ersten Augenblick nicht zufrieden, jedoch relativierte sich die seiner Meinung nach schwächere Zeit, denn auch von den Profis, die übliche Zeiten zwischen 46 und 50 Minuten erreichen, blieb keiner unter 50 Minuten. „Wahrscheinlich war die Schwimmstrecke dreihundert Meter zu lang”, vermutete er, als es aus dem kühlen Nass auf die Straße ging.

Jetzt standen 180 Kilometer Fahrradfahren auf einer anspruchsvollen Strecke auf dem Programm, die den Athleten technisch und konditionell schon alles abverlangte. Zwei Runden zu je 90 Kilometer waren zu bewältigen, wobei den Sportlern dabei keine Zeit blieb, die herrliche Schweizer Bergwelt zu betrachten. Sie waren zu sehr mit der Strecke, der Einhaltung des Windschattenfahrverbots (zehn Meter Abstand zum Vordermann) und dem regelmäßigen Trinken und Essen beschäftigt. Zudem haben sie immer ein Auge auf die Herzfrequenz.

„Um nicht zu überzocken und die Beine sauer zufahren”, so Amann. Bei den Abfahrten, die die Cracks mit über 90 km/h hinabflogen, hielt der 50-Jährige sich dann etwas zurück. „Ich als Familienvater und vorsichtiger Radfahrer habe diese Passagen schon mit etwas angezogener Bremse gefahren”, gab er zu, dass die Abfahrten teilweise schon extrem gefährlich waren.

Bei den steilen Anstiegen profitierte er dann von den langen Trainingsfahrten in den „Hügeln” der Eifel und Ardennen. „Da konnte ich mich dann wieder deutlich absetzen von den meisten Mitstreitern in meiner Altersklasse”.

Nach fünf Stunden und 13 Minuten hatte die Schinderei auf dem Fahrrad ein Ende für Joachim Amman, für den aber jetzt noch der abschließende Marathonlauf anstand. Vier Runden a 10,5 Kilometer quer durch Zürich waren angesagt.

Nachdem er die ersten Kilometer zu schnell angegangen war, empfand er die dritte Runde durch die größte Stadt der Schweiz als besonders schmerzhaft. Noch schlimmer wurde es für ihn auf den letzten fünf Kilometern, denn da lieferte er sich ein finales Duell mit dem späteren Fünften in seiner Altersklasse um den Qualifikationsplatz für Hawaii.

Über 100.000 Zuschauer

Nach 3 Stunden und 29 Minuten hatte der Roetgener, vor über 100.000 Zuschauern, die an den Strecken und auf dem Wettkampfgelände die Wettkämpfe verfolgten, dass Ziel erreicht. Nach neun Stunden und knapp 45 Minuten endete für ihn ein zwar qualvoller, aber auch ein ganz toller und erfolgreicher „Arbeitstag”, an dem er eine ganz hervorragende Leistung vollbracht hatte.

Nach geschaffter Qualifikation für die Weltmeisterschaften konnte der Roetgener Zahnarzt auch gut damit leben, dass der Gewinner und Profi Ronni Schildknecht eine Stunde und 39 Minuten vor ihm im Ziel war.
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