Der Einsatz für das Gemeinwohl wird jetzt belohnt

Von: Helga Giesen
Letzte Aktualisierung:
6436246.jpg
Die ersten Ehrenamtskarten in der Gemeinde Roetgen erhielten Irmgard Kiewitt sowie Helmut und Mathilde Schönberger (vorn von links), Tanja Schönberger, Franz-Josef Zwingmann, Helmut Helzle, Heiko Mahnke, Achim Heinrichs und Ulrike Heeren (hinten von links). Es fehlt Guido Minninger. Foto: H. Giesen

Roetgen. Zum ersten Mal hat die Gemeinde Roetgen jetzt die neuen NRW-Ehrenamtskarten an langjährig ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger vergeben. Bürgermeister Manfred Eis begrüßte dazu zehn Frauen und Männer zu einer kleinen Feierstunde im Sitzungssaal des Rathauses.

„Das ist erst der Anfang“, freute er sich, dass die Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement in der Gemeinde groß ist und viele weitere Anträge bereits vorliegen.

„Mit der Ehrenamtskarte möchten die Landesregierung und die teilnehmenden Kommunen ihre Wertschätzung gegenüber den Menschen ausdrücken, die sich in überdurchschnittlichem zeitlichem Umfang ehrenamtlich für das Gemeinwohl engagieren“, heißt es in einer Mitteilung der Landesregierung zur Einführung der Ehrenamtskarte. Diesen Gedanken, das Ehrenamt zu unterstützen und zu würdigen, habe die Gemeinde aufgegriffen und eine Teilnahme per Ratsbeschluss auf den Weg gebracht, erklärte Eis. Ohne den uneigennützigen Einsatz vieler Menschen könnten vor allem kleine Kommunen öffentliche Aufgaben nicht wahrnehmen, stellte der Verwaltungschef heraus und nannte als Beispiel die ehrenamtlich tätigen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren und Rettungskräfte.

Die Messlatte für die Vergabe der Ehrenamtskarte liege hoch, betonte Eis. Voraussetzung ist ein ehrenamtliches Engagement von durchschnittlich wenigstens fünf Stunden pro Woche bzw. 250 Stunden im Jahr, zum Beispiel in einem Verein oder einer sozialen Einrichtung. „Das ist Zeit, die neben Familie und Beruf aufgebracht wird“, stellte der Bürgermeister heraus.

Die ersten Ehrenamtskarteninhaber der Gemeinde Roetgen zeigen, wie unterschiedlich und vielfältig die Möglichkeiten sein können, sich für das Wohl der Allgemeinheit einzusetzen.

Nachdem sie vorher schon in verschiedenen Bereichen ehrenamtlich tätig war, hält Irmgard Kiewitt jetzt seit einem Vierteljahrhundert der Katholischen Öffentlichen Bücherei im Pfarrheim die Treue, wo sie vielfältige Aufgaben vom Ausleihen bis zum Einbinden und Ordnen der Bücher wahrnimmt. Hinzugekommen ist kürzlich noch die Betreuung des Bücherschranks vor dem Rathaus. Selbst noch jung an Jahren, leistet Heiko Mahnke beim Stamm Roetgen der St.-Georgs-Pfadfinderinnenschaft schon seit 2000 Kinder- und Jugendarbeit und ist sowohl in der praktischen Arbeit als Gruppenleiter als auch in der Vorstandsarbeit aktiv. Guido Minninger, der die Ehrenamtskarte wegen Erkrankung nicht selbst entgegennehmen konnte, ist schon seit vielen Jahren als „Dorfchronist“ bekannt. Er stöbert viele Stunden in Archiven und Sammlungen, um Regionalgeschichte für die Nachwelt festzuhalten wie kürzlich in seinem vom Heimat- und Geschichtsverein herausgegebenen Buch „Die Kirche im Dorf“, das sich mit der Roetgener Marienkapelle beschäftigt.

Mit Helmut, Mathilde und Tanja Schönberger konnte gleich eine ganze Familie für ihren überdurchschnittlichen Einsatz für alte und kranke Menschen die Ehrenamtskarte entgegennehmen. Sie leisten nicht nur seit vielen Jahren Vorstandsarbeit im Roetgener AWO-Ortsverein – unter anderem war Helmut Schönberger von 1995 bis 2013 Vorsitzender – , sondern sind immer zur Stelle, wo Betreuung und tatkräftige Hilfe nötig ist, sei es durch Hausbesuche, Erledigungen oder Fahrdienste. Außerdem organisieren und begleiten sie regelmäßig Ausflüge und Urlaubsfahrten für Senioren. Als Vierter im AWO-Bunde unterstützt Franz-Josef Zwingmann, derzeit kommissarischer Vorsitzender, diese Arbeit seit einigen Jahren.

Vor allem in Sportvereinen mit vielen Kindern und Jugendlichen wird in besonderem Umfang ehrenamtliche Arbeit geleistet und so wundert es nicht, dass – vorerst – drei Ehrenamtskarten an Mitglieder des TV Roetgen vergeben wurden. Zu ihnen gehört Achim Heinrichs, der sich von jung auf dem Handball verschrieben hat. Selbst noch aktiver Spieler, ist er Gesamt-Abteilungsleiter sowie Jugendleiter und -trainer mehrerer Mannschaften.

Ulrike Heeren, eigentlich als Verantwortliche für die Finanzen des Vereins voll ausgelastet, steht zusätzlich noch als Übungsleiterin in der Halle. Als „Bauminister“ des TV, der den dritten Bauabschnitt der vereinseigenen Halle gestemmt hat, kann Helmut Helzle seine Einsatzstunden kaum noch zählen. Sportlich gehören sein Herz und seine Zeit dem Volleyball.

Die Ehrenamtskarte bietet ihren Inhabern NRW-weit verschiedene Vergünstigungen zum Beispiel beim Eintritt in Theater, Museen und Sportstätten. „Reich werden Sie dabei nicht“, verwies der Bürgermeister auf den zehnprozentigen Nachlass auf Veranstaltungen des Kulturkreises Roetgen. Vielmehr sei die Ehrenamtskarte als Zeichen der Anerkennung für Geleistetes und als Motivation für weiteren Einsatz zu sehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert