Der doppelte Peter: Zwei Stollenwerks, eine Leidenschaft

Von: Peter Stollenwerk
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hochzeits fotograf
Mit dem Motiv Blumenkinder, das bei einer kirchlichen Hochzeitszeremonie entstand, hat es Peter Stollenwerk beim Brautfotoaward in die Endrunde geschafft. Foto: Peter Stollenwerk
foto stollenwerk
Der Landschaftsfotograf Peter Stollenwerk (li.) trifft den Hochzeitsfotografen Peter Stollenwerk. Beide stammen aus der Eifel und wie es der Zufall will, fotografieren sie beide auch mit dem gleichen Kamerafabrikat.

Nordeifel. Peter Stollenwerk ist Hochzeitsfotograf. Er versteht es, die besonderen Momente und ihre emotionale Wirkung des viel zitierten schönsten Tages im Leben festzuhalten. Das macht seine Fotos außergewöhnlich. In den zurückliegenden Jahren ist der in Aachen lebende 40-jährige Fotograf immer wieder mal auf Landschaftsbilder aus der Nordeifel angesprochen worden.

Da musste er allerdings passen, und auf einen Peter Stollenwerk verweisen, der in der Eifel seit Jahrzehnten den besonderen Momenten in der Landschaft auf der Spur ist.

Dieser Peter Stollenwerk (62) nun schreibt diese Zeilen, weil der andere Peter Stollenwerk es amüsant fand, dass zwei Fotografen mit dem gleichen Namen, die auch noch beide aus der Eifel stammen und nicht weit entfernt in der Region nebeneinander leben und arbeiten und doch nichts voneinander wissen, sich einmal näher kennenlernen sollten.

Stollenwerk über Stollenwerk

Das wäre doch eine nette Geschichte wert, so etwas wie ein Schnappschuss, fanden beide Stollenwerks, und da der Peter Stollenwerk aus Aachen mit seinen Hochzeitsmotiven gerade bei einem Wettbewerb auf der Erfolgsspur ist und der andere Peter Stollenwerk auch noch Lokalredakteur in der Eifel ist, wäre das doch ein guter Moment, dass der Journalist über seinen sympathischen Namensvetter Peter Stollenwerk mal ein kleines Porträt in Worten verfasst. Und das ist die Geschichte:

Die Spannung steigt. Mächtig ertönt der Klang der Orgel, und das Brautpaar schreitet würdigen Schrittes durch den Mittelgang der Kirche auf die im Chorraum stehende kleine Bank zu. Hier werden gleich die Ringe getauscht. Es ist ein besonderer Tag, wahrscheinlich sogar der wichtigste Tag im Leben des Paares. Es ist der Hochzeitstag.

Auch Peter Stollenwerk ist an diesem bedeutenden Tag Teil der Hochzeitsgesellschaft, je nach Betrachtungswinkel vielleicht sogar gleich hinter dem Brautpaar der wichtigste Gast. Er ist der Hochzeitsfotograf.

Niemand hat es gemerkt

Während das Brautpaar vorne im Kirchenraum Platz nimmt, geht der Blick des Fotografen in eine andere Richtung. Er hat einen kleinen Jungen wahrgenommen, der sich die feierliche Zeremonie aus der Froschperspektive anschaut. Peter Stollenwerk hebt seine Kamera ans Auge und schon hat er diesen wunderbaren Moment im Bild festgehalten. Und das Schönste daran ist, dass es niemand gemerkt hat. Erst wenn einige Tage später die Fotos von der Hochzeit die Runde machen, werden die Gäste hingerissen sein und die Emotionen dieses Tages noch einmal nachhaltig spüren.

Der Fotograf Peter Stollenwerk, der aus Eicherscheid stammt, hat sich erst vor knapp acht Jahren auf das Gebiet der Hochzeitsreportage spezialisiert. Zu diesem Zeitpunkt wurde seine erste Tochter geboren, und er kaufte sich seine erste digitale Spiegelreflexkamera, die er, was ungewöhnlich ist, mit analogen Objektiven bestückte.

Wettbewerb läuft

Inzwischen ist Peter Stollenwerk als Fotograf bei Hochzeiten ein gefragter Mann, und die Anerkennung für seine Arbeit geht weit über die Komplimente und das freudige Erstaunen der jeweiligen Hochzeitsgesellschaften hinaus. Der 40-Jährige hat sich jetzt an einem Foto-Fachwettbewerb beteiligt, bei dem der sogenannte Brautfotoaward 2016 vergeben wird. Ausgeschrieben wird der Award von der Brautmedia GmbH, dem Herausgeber des „Braut & Bräutigam“-Magazins. Eine fünfköpfige Fachjury hat inzwischen die besten 80 Bilder nominiert, die nun zur Abstimmung auf www.brautfotoaward.de veröffentlicht werden. Insgesamt hatten Hochzeitsfotografen über 1500 Fotos eingesandt.

Am 23. September werden auf der Photokina, der weltgrößten Fotofachmesse in Köln, die Sieger gekürt. Pro Kategorie wird es einen Publikums-Award durch Abstimmung der Brautpaare und einen Fachwelt-Award durch Abstimmung der Fotografen geben. Die Fotografen konnten bei der Einreichung zwischen acht Kategorien wählen.

In zwei Kategorien – „Getting Ready“ und „Blumenkinder“ – wurde nun auch Peter Stollenwerk nominiert und er hätte bestimmt nichts dagegen, wenn er bei der Vergabe des Publikumspreises etwas Unterstützung erhalten würde – falls seine Motive Gefallen finden. Unter dem Link www.brautfotoaward.de/abstimmung kann für die verschiedenen Fotos noch bis zum 30. Juli abgestimmt werden.

Sollte Peter Stollenwerk nun bei diesem Wettbewerb erfolgreich sein, dann wird das wohl kaum schädlich für seine Publicity sein, aber gleichzeitig wird für den Vater zweier Kinder auch der Spagat zwischen dem Hauptberuf Bauingenieur, den er in Aachen ausübt, und dem Nebenjob Hochzeitsfotograf nicht leichter, selbst wenn der Arbeitgeber bereits ein gewisses Entgegenkommen zeigt.

Angenehm unaufdringlich

Als Peter Stollenwerk mit Fotografieren ernsthaft begann, merkte er schnell, dass vor allem Menschen vor der Kamera sein Interesse weckten. Eine Bekannte bat ihn dann, an Silvester 2009 ihre Hochzeit zu fotografieren. Diesen ersten Einsatz als Hochzeitsfotograf nahm Stollenwerk sehr ernst, und er begleitete das Paar am Hochzeitstag rund sechs Stunden lang. „Für mich war von vorneherein das Ziel klar, diesen besonderen Tag individuell und emotional zu dokumentieren und in den wichtigen Momenten da zu sein.“

Dieses Vorhaben gelang auf der ganzen Linie: Das Paar war nicht nur begeistert von den sehr persönlichen Motiven, sondern empfand auch die Unaufdringlichkeit des Fotografen als sehr angenehm. „Ich habe die Rolle des Beobachters eingenommen, mich im Hintergrund gehalten.“ An dieser Herangehensweise hat sich bis heute nichts geändert. „Oft werde ich bei einer Hochzeitsfeier gar nicht wahrgenommen“, erzählt Peter Stollenwerk. So fühlt sich der Fotograf, der nicht unbedingt ein Mann vieler Worte ist, am wohlsten.

In Schnitt acht Stunden begleitet er ein Paar am Hochzeitstag, doch vorher stehen noch ein Termin zum Kennenlernen und ein „Warm-up-Shooting“ auf dem Programm. „Die Chemie sollte schon stimmen“, lautet für Peter Stollenwerk eine wichtige Voraussetzung, ehe es zu einem Auftragsabschluss kommt. Der Fotograf nimmt auch gerne ein wenig die Beraterrolle für die logistische Abwicklung einer Hochzeit ein. Er rät den Paaren, möglichst viele organisatorische Aufgaben abzugeben und die Einhaltung des Zeitplans zu delegieren. „Das Hochzeitspaar sollte ganz bei sich sein“, lautet seine Devise.

Berater für die Paare

„Die Fotos sind für Euch“, sagt der Fotograf gerne. „Die Bilder sollen natürlich wirken, nicht künstlich.“ Auf diese Weise hat er seinen persönlichen Stil und seine Interpretation der Fotografie gefunden.
Ansonsten erledigt Peter Stollenwerk möglichst unspektakulär seinen Job, fügt sich gerne in die Hochzeitsgesellschaft und rät zur Lockerheit: „Es soll schließlich auch Spaß machen.“

An Spaß mangelt es in diesen Wochen nicht. Gleich bei vier Hochzeiten – alle übrigens in der Eifel – ist der Fotograf wieder mit voller Leidenschaft im Einsatz.

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