Den Tourismus weiter ankurbeln: Zwei Projekte für Monschau

Von: hes
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Der Campingplatz Jone Bur in I
Der Campingplatz Jone Bur in Imgenbroich möchte sich in Richtung Menzerath (links hinten) erweitern. Neben mehr Platz für Zelte, Campingwagen und Wohnmobile ist auch ein Minigolfplatz Foto: H. Schepp

Monschau. Immer wieder wird bei der Politik das Bekenntnis zum Tourismus abgefragt, und die örtliche Politik wird nicht müde, die Bedeutung des Fremdenverkehr für die Region zu betonen. Dennoch entstehen bisweilen Grundsatzdebatten, wenn touristische Interessen massiv andere Belange berühren.

So jetzt auch im Monschauer Planungsausschuss, der gleich zwei interessante touristische Projekte gutzuheißen hatte. So soll aus dem einstigen „Reitergut zum Stehling” in Mützenich das „Gästehaus Zum Stehling” werden. Dazu möchte der Eigentümer den hinter der Reithalle gelegenen offenen Reitplatz überbauen. Das zweigeschossige, 14 mal 20 Meter große Gebäude soll sich als Gästehaus vorrangig an die Zielgruppe Wanderer richten. Hier erhofft man sich in günstiger Lage - in der Ortsmitte von Mützenich an der Eupener Straße - verstärkten Zulauf durch den Eifelsteig, der direkt am Venndorf vorbeiführt.

„Die Schaffung der geplanten Einrichtung steht auch im Interesse der Stadt Monschau an einer weiteren Förderung des Tourismus und der Schaffung von Arbeitsplätzen”, urteilte die Verwaltung. „Der Gastbetrieb möchte seine Bettenzahl erhöhen, mit den benachbarten Grundstückseigentpümern wurde ein Einvernehmen erzielt”, berichtete Thomas Koll für die CDU-Fraktion im Ausschuss.

„Politik muss verlässlich sein - für Investoren, aber auch für die Bürger”, unterstrich Gregor Mathar und beantragte für die SPD ein normales Bebauungsplanverfahren statt eines vereinfachten. „Da wird die Gastronomie erweitert und werden neue Zimmer geschaffen auf Kosten des Reitsports. Das sollte man schon in Mützenich transparent machen und auch entscheiden”, meinte Gregor Mathar. Auch planrechtlich sieht die SPD „eine gewisse Problematik, denn in anderen Orten wäre das ein klassischer Fall von Hinterbebauung”, so Mathar. Und Dietmar Schütteler (Linke) sähe aufgrund der großen Firsthöhe auch lieber ein normales Planverfahren.

Restaurant und Minigolfplatz

Die Mehrheit des Planungsausschusses aber schloss sich der Auffassung der Verwaltung an, für die Bürgermeisterin Margareta Ritter meinte: „Auf Initiative des Investors hat es Vorgespräche gegeben und wurden Probleme mit den Nachbarn ausgeräumt. Das ist ein Fremdenverkehrsbetrieb wie wir ihn uns wünschen”, so die Bürgermeisterin. Somit blieb es bei Gegenstimmen von SPD und dem Linke-Vertreter.

Dietmar Schütteler war dann der einzige „Mahner” in einem zweiten Fall von Interessenkollision. Der Campingplatz „Jone Bur” an der Grünentalstraße in Imgenbroich wechselt zum 1. Juli den Besitzer und möchte gleichfalls touristisch aufsatteln. Dies ist in den bisherigen Bebauungsplangrenzen aber nicht möglich, und so hat der neue Eigentümer ein Planänderungsverfahren auf eigene Kosten beantragt. Konkret sollen der Einfahrtsbereich des Platzes attraktiver und geräumiger gestaltet, das vorhandene Restaurant neu gebaut, eine Terrasse errichtet und ein Minigolfplatz als kleine Parkanlage angelegt werden.

Während Micha Kreitz von einer zu begrüßenden „weiteren Aufwertung der vorhandenen Anlage” sprach, hält Dietmar Schütteler den Minigolfplatz im Quellgebiet eines Laufenbach-Zuflusses für „nicht genehmigungsfähig”. Dieser Bereich „mit zwei geschützten Biotopen und sicher geschützten Arten” dürfe auf keinen Fall angefasst werden, meinte Schütteler.

Ob es dort tatsächlich geschützte Bereiche oder Arten gebe, müsse das Verfahren zeigen, begrüßte auch Gregor Mathar für die SPD ein „zielgerichtetes Vorhaben im touristischen Bereich”. Wenn es für den Eingriff ökologische Auflagen gebe, dann werde der Betreiber diese sicherlich in seine Erweiterung einbinden”, sieht auch Margareta Ritter dem Verfahren beruhigt entgegen. Die Bürgermeisterin erinnerte an die städtebauliche Rahmenplanung von 2003, wo dieser Bereich sogar für eine Bebauung bis Menzerath vorgezeichnet und bereits der Kanal entsprechend dimensioniert worden sei. Bei einer Gegenstimme beschloss der Ausschuss, das Planverfahren nun einzuleiten.
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