Simmerath - Den Schlüssel für das Rathaus gerne abgegeben

Den Schlüssel für das Rathaus gerne abgegeben

Von: P. St.
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Das Rathaus als Tollhaus: Bürgermeister Karl-Heinz rückt widerstandslos die Schlüssel heraus, um sie an die Repräsentanten der sechs Simmerather Karnevalsgesellschaft zu Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Zu Karneval kommen sich die Menschen näher. Das gilt ganz besonders, wenn jeweils am Altweiberdonnerstag um 11.11 Uhr zum Sturm auf das Simmerather Rathaus geblasen wird.

Gleich sechs im Gemeindegebiet ansässige Karnevalsgesellschaften drängen dann ins Zentrum der Macht, um für eine paar Tage Regierungsluft zu schnuppern.

Das war am Donnerstag nicht anders, als Hunderte Narren, zusätzlich freudetrunken durch den strahlenden Sonnenschein, für ungewohnte Betriebsamkeit auf den sonst eher ruhigen Fluren des Verwaltungsgebäudes sorgten.

„Teuflisch gut und himmlisch jeck”, hatten die Mitarbeiter im Rathaus als Motto des Tages ausgegeben, und entsprechend schnell hatte sich hier die Zahl der Engel und Teufel vervielfacht.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns genoss das pralle Leben im Rathaus, wohl auch vor dem Hintergrund, dass die Tage seiner Macht ohnehin für die nächste Zeit gezählt sein würden.

Bürokratie zum Teufel

Dann marschierten die Karnevalsvereine in jeweils starker Besetzung in den Sitzungsaal ein. Die Bessemsbenger Lammersdorf, die Kiescheflitscher Rurberg-Woffelsbach, die Lehmschwalben aus Kesternich, die Klev Botze Rollesbroich, die Breybrobbele aus Einruhr und schließlich die Simmerather Sonnenfunken sorgten dafür, dass am Ende nur noch ein kleine Insel an Platz übrig blieb, die der Bürgermeister dann nutzte, um in Würde anzutreten und die sechs Schlüssel an die Prinzen der Gesellschaften zu überreichen, nicht aber ohne diese vorher noch mit verantwortungsvollen Aufgaben, von Sport bis Soziales, zu beauftragen.

Vollkommen passend zur eben vollzogenen Entmachtung zeigte sich Karl-Heinz Hermanns „überwältigt” von der geballten karnevalistischen Stärke und wünschte zumindest bis Aschermittwoch „die Bürokratie zum Teufel.” Zudem bekannte er, „den Schlüssel gerne herauszugeben”, denn das Regieren sei nicht immer leicht.

Ehe dann die anwesenden Gesellschaften für ein kurzweiliges Programm im Sitzungssaal sorgten, ließ es sich der Bürgermeister nicht nehmen, dem Präsidenten der KG Klev Botze Rollesbroich, Marc Topp, zum 33. Geburtstag zu gratulieren, den er treffenderweise am gestrigen 3.3. feiern durfte.

Bevor die Karawane dann weiterzog, sorgte Hermann-Josef Stollenwerk für nicht abreißende musikalische Unterhaltung, nur unterbrochen von den Mariechen der Gesellschaften, die allesamt flotte Tänze auf den grünen Teppich legten.
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