Demografischer Wandel lässt auf sich warten

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
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Bei den Anmeldezahlen für das Schuljahr 2014/15 registrieren die Nordeifeler Grundschulen einen Anstieg um 19 Kinder.
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Das Private Franziskus-Gymnasium spürt den allgemeinen Rückgang der Schülerzahlen besonders.

Nordeifel. Der viel diskutierte demografische Wandel ist an den Schulen in der Nordeifel noch nicht in voller Auswirkung angekommen. Dies belegen die jetzt vorgelegten Anmeldezahlen für die Grundschulen und weiterführenden Schulen in Monschau, Roetgen, Simmerath, Hürtgenwald und Nideggen-Schmidt.

Lediglich der Bereich der weiterführenden Schulen weist insgesamt einen leichten Rückgang der Schülerzahlen auf.

Die Grundschulen in unserem Bereich vermeldeten diese Woche durchweg Anmeldezahlen, die sich im Bereich der Vorjahre oder sogar darüber bewegen. Besonders positiv ist die Entwicklung in der Gemeinde Simmerath, wo sich die Zahlen zwar innerhalb der Grundschullandschaft mit ihren vier Einrichtungen gravierend verschoben haben, auch insgesamt aber zwölf Anmeldungen mehr vorliegen als zum Schuljahr 2013/14.

Verschiebung in Simmerath

Nach jetzigem Stand werden Ende August 130 Erstklässler an den vier Einrichtungen der Gemeinde eingeschult; im vergangenen Sommer waren es 118 gewesen. Den größten Zulauf verzeichnet dabei die Katholische Grundschule im Zentralort Simmerath, wo im Schuljahr 14/15 stolze 51 Mädchen und Jungen zwei Eingangsklassen bilden werden. Für das laufende Schuljahr hatte man hier zwei kleine erste Klassen mit insgesamt nur 33 Kindern gebildet.

Die umgekehrte Entwicklung ist für die Schwalbenschule in Kesternich zu beobachten. Gab es im Vorjahr noch 22 Anmeldungen für eine Eingangsklasse in „normaler“ Stärke, so werden nach jetzigem Stand nur 15 I-Dötze das neue erste Schuljahr besuchen. „Das ist an der unteren Grenze der zugelassenen Klassenstärke zwischen 15 und 29“, sagt Manfred Nellessen vom Schulamt der Gemeinde, sieht die kleinste der vier Grundschulen aber nicht akut bedroht. „Die Schulleitungen haben bei der Planung des kommenden Schuljahres hervorragend kooperiert, auch Eltern und Schulträger hinzugezogen und die offenen Fragen zu aller Zufriedenheit geregelt“, freute sich Nellessen. Bei den anderen beiden Grundschulen gab es leichte Verschiebungen nach unten (Lammersdorf) oder oben (Steckenborn), so dass wie im Vorjahr insgesamt sechs erste Klassen im August starten werden.

Ein ähnliches Bild ergibt sich in der Stadt Monschau. Die größte Grundschule, die GGS Imgenbroich-Konzen, hielt das Vorjahresniveau an Anmeldungen und bildet aufgrund des jahrgangsübergreifenden Unterrichts mit dem zweiten Schuljahr drei Eingangsklassen. Dies gilt auch für die Katholische Grundschule Kalterherberg-Mützenich, deren Anmeldezahl zwar auf 30 Kinder zurückging, die aber gleichfalls drei Eingangsklassen mit jahrgangsübergreifendem Unterricht bilden wird. Die dritte Monschauer Grundschule, die Höfener Heckenlandschule, kann nach der schwachen Anmeldung im Vorjahr (16) zum neuen Schuljahr wieder eine erste Klasse in guter Stärke (22) starten.

Mehr Schüler auch in Roetgen

Wieder geklettert ist auch die Anmeldezahl an der Grundschule Roetgen. 73 Anmeldungen bedeuten eine Steigerung um neun Grundschüler, „somit werden wie im laufenden Schuljahr drei erste Klassen gebildet“, sagte auf Anfrage Michaela Maas vom Schulamt der Gemeinde Roetgen.

Erste Klassen mit gut 20 Kindern bilden auch die Grundschulen in den Nachbargemeinden Nideggen (Schmidt) und Hürtgenwald (Vossenack).

Bei den Anmeldungen für die weiterführenden Schulen bewegt sich ebenfalls alles auf dem Vorjahresniveau – zumindest in Monschau und Simmerath: 305 Anmeldungen sind es für das Schuljahr 14/15, 307 waren es letztes Jahr um diese Zeit. Dabei ergab sich eine leichte Verschiebung zugunsten des St. Michael-Gymnasiums, das mit 103 Anmeldungen wieder in den dreistelligen Bereich kletterte und wiederum vier, etwas größere fünfte Schuljahre ins Rennen schicken wird.

Was das Monschauer Gymnasium an Anmeldungen gewann, verlor die Sekundarschule Nordeifel insgesamt, wobei der leichte Rückgang von 133 auf 126 vor allem auf schwächere Anmeldungen für den Standort Kleinhau, also aus dem Dürener Raum, zurückzuführen ist, wie es aus der Schulverwaltung hieß. Dennoch werden wieder fünf recht große Fünferklassen der noch jungen Schulform gebildet – drei am Standort Simmerath, zwei in Kleinhau. Mit der zweiten „Generation“ steigt die Schülerzahl des Sekundarschul-Standortes Simmerath auf rund 180 Mädchen und Jungen.

Die zweite Mittelschule unserer Region, die Bischöfliche Mädchenrealschule St. Ursula in Monschau, bewegt sich mit 76 Neuanmeldungen zumindest auf dem Papier auf dem Vorjahresniveau (78). Allerdings verlagert sich die Herkunft der Schülerinnenschaft mehr und mehr in Richtung Norden, also in den Bereich Roetgen, Aachen und Stolberg (siehe Box).

Nur zwei Eingangsklassen am FGV

Die einzige Einrichtung in unserem Raum, wo der allgemeine Rückgang der Geburten stärker durchschlägt, ist das Private Franziskus-Gymnasium in Vossenack. Hatten die Franziskaner für das laufende Schuljahr noch drei fünfte Klassen mit 83 Mädchen und Jungen bilden können, so werden es ab Sommer erstmals seit vielen Jahren nur noch zwei – allerdings große – Eingangsklassen mit je 34 Schülerinnen und Schülern sein, hieß es aus Vossenack, wo bis vor Jahren noch viele Anmeldungen abgewiesen werden mussten.

Die nun vorgelegten Zahlen sind zunächst vorläufig, verschieben sich aber in aller Regel nur noch geringfügig durch Umzug oder schulische Gründe. In 99 Prozent aller Fälle sind die jetzt versandten oder anstehenden Bescheide für die Aufnahme an einer Grundschule oder weiterführenden Schule jedoch verbindlich. Die Bescheide an die Eltern konnten aufgrund des Inklusionsgesetzes in diesem Jahr erst Anfang Mai verschickt werden.

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