Dem Bussard fehlen die Mäuse

Von: Günter Krings
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In der Nordeifel in diesem Winter ein eher seltener Gast: Dem Mäusebussard und anderen Greifvögeln fehlt es an einem ausreichenden Nahrungsangebot.

Nordeifel. Unsere einheimischen Mäusebussarde sind eigentlich Standvögel, was bedeutet, dass sie im Winter nicht aus der Eifel wegziehen. Sie brüten in hohen Bäumen unserer Wälder, jagen aber ihre Nahrung, Mäuse aller Art, in den freien Flächen der Hochebene oder auch in den Wiesen der Täler. Dort gibt es genügend Bäume in der Heckenlandschaft, wo sie ansitzen können und auf Beute lauern.

Ähnliches gilt für die einheimischen Turmfalken, die auch größtenteils von Mäusen leben. Wenn man aber nun in diesem milden Winter über die Hochflächen bei Höfen, Kalterherberg oder zwischen Imgenbroich und dem Buhlert wandert und Vögel sucht, stellt man fast, dass es kaum Mäusebussarde gibt.

Letzte Woche wurde auf einem mehrstündigen Rundgang zwischen Rollesbroich und Kesternich kein einziger Mäusebussard gesichtet. Normalerweise hätte man in diesem Bereich fünf bis zehn Bussarde beobachten können. Es wurden auch keine Turmfalken entdeckt.

Kaum Nachwuchs

Trotz des sehr milden Winters halten sich also kaum Greifvögel in unserer Region auf. Auch die Kornweihe, die regelmäßig im Herbst für einige Wochen auf der Jagd zu beobachten ist, wurde in diesem Herbst und Winter nicht gefunden. Wo sind nun diese Greifvögel in diesem Winter? Wenn Vögel aus einer bestimmten Gegend verschwinden, hat das meistens damit zu tun, dass sie keine Nahrung oder Nistplätze finden. Da Bussarde und Falken im Winter nicht brüten, liegt es eindeutig am Nahrungsmangel.

Tatsächlich ist die Mäusepopulation im vergangenen Frühjahr und Sommer zusammengebrochen. Bussarde, Turmfalken und Milane konnten nur wenige Jungen großziehen. Und in diesem Winter gibt es auch kaum Mäuse auf unseren Wiesen und Feldern, so dass unsere einheimischen Greifvögel abziehen mussten, um nicht zu verhungern. Es ist jedoch unbekannt, wo sie sich zurzeit aufhalten. Im Frühjahr werden sie zurückkommen und erneut versuchen, Nachwuchs zu produzieren.

Es gibt wohl noch einen Grund, weshalb Greifvögel in diesem Winter so selten zu beobachten sind. Nordische Greifvögel, aber auch Singvögel brauchten bei dem milden Winter im nördlichen Mitteleuropa nicht weit in den südlicheren Teil Europas zu flüchten, um Nahrung zu finden. Deshalb gibt es an den Futterplätzen in den Siedlungen deutlich weniger Vögel zu beobachten als in „normalen“ Wintern.

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