Dauerparker zum Wegfahren bewegen

Von: (P.St.)
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Objekt des Ärgers in der Monschauer Altstadt: Seit drei Jahren steht ein Pkw unbewegt auf der Stelle. Foto: Peter Stollenwerk
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Natur und Technik sind im Laufe der Jahre eine Symbiose eingegangen. Foto: Peter Stollenwerk

Monschau. Den zahlreichen Touristen, die Tag für Tag durch die Monschauer Altstadt schlendern, dürfte der schwarze Mercedes Benz, A-Klasse, der auf einem Privatparkplatz „Im Städtchen“ steht, überhaupt nicht auffallen, auch wenn die dahinter liegende Fachwerkfassade zu den beliebtesten Fotomotiven überhaupt in der Altstadt gehört.

Diese Woche allerdings sorgte der inzwischen seit rund drei Jahren vor sich gammelnde Wagen für einen erhöhten Aufmerksamkeitsfaktor, denn Dach und Motorhaube waren nach Christo-Art mit einem weißen Tuch verhüllt mit der fragenden Aufschrift: „Wann reagiert die Behörde?“

Für die Nachbarn, allen voran für Wolfgang Geisel, den Wirt des Restaurants Altstadt-Post, ist der langsam vor sich hin gammelnde Wagen ein Dauer-Ärgernis und ein immer wiederkehrendes Gesprächsthema, zumal die Geschichte des ruhenden Blechobjektes ihren Ursprung in einer ausgewachsenen Privatfehde hat, die immer neue Blüten treibt. Mal hängen Zettel an den Windschutzscheibe, die den Besitzer zum Handeln auffordern oder es gibt andere kleine Provokationen.

Neue Dynamik erhielt das Thema jetzt, nachdem ausgerechnet Wolfgang Geisel vom Ordnungsamt der Stadt Monschau aufgefordert wurde, das „widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge im öffentlichen Verkehrsraum“ anderweitig abzustellen. Mitte Juli hatte der Wirt, der in dem Fahrzeug nicht gerade eine optische Aufwertung der Altstadt sieht, die Verwaltung kontaktiert und um Abhilfe gebeten.

Nun ließ sich zwar leicht feststellen, dass es sich dabei um ein Missverständnis handelte und Geisel nicht der Eigentümer des Wagens ist, aber von der Stelle bewegt war das Fahrzeug damit noch lange nicht.

Auf eine exakte Feststellung ob sich der Wagen nun auf privatem oder teilweise auch auf städtischem Eigentum befindet, möchte das Ordnungsamt verzichten, weil dann eine aufwendiges Grenz-Vermessung erfolgen müsste. Stattdessen will sich Ordnungsamtsleiter Vinzenz Klein um eine praktische und einvernehmliche Lösung bemühen.

Der rechtmäßige Besitzer der inzwischen leicht heruntergefahrenen A-Klasse erhielt inzwischen ein wortgleiches Schreiben der Stadt mit der Aufforderung, sich des Problems anzunehmen.

Zwischenzeitlich nahm Vinzenz Klein auch mit dem Umweltamt der Städteregion auf zwecks Klärung der Frage, ob sich bei dem seit drei Jahren unbewegten Objekt bereits um Abfall handelt. Abfall ist der Wagen aber erst dann, wenn die ursprünglich vorgesehene Nutzung nicht mehr aufrecht erhalten kann.

Da das Ordnungsamt inzwischen den Autohalter kontaktiert hat und dabei die Zusicherung erhielt, dass der Wagen noch fahrbereit ist, hofft die Behörde auf die Einsicht des Dauerparkers, dass dieser nun auch kurzfristig die Beseitigung des Fahrzeuges organisiert und darauf, dass der damit verbundene Privatstreit nicht auf die Behörde abgewälzt wird.

Falls das Fahrzeug nicht in absehbarer Zeit verschwinde, sieht Vinzenz Klein nur die Möglichkeit, das Umweltamt einzuschalten, „da nicht ausgeschlossen werden kann, dass bei Fahrzeugen, die längere Zeit nicht mehr benutzt werden, durch Korrosion Betriebsstoffe austreten.“

Im Falle des Langparkers „Im Städtchen“ könnte eine Verunreinigung des in unmittelbarer Nähe vorbeifließenden Laufenbaches in Betracht kommen. Sollte eine undichte Stelle im Fahrzeug festgestellt werden, wird die Behörde also nicht lange fackeln.

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