Das Wohnen in Monschaus Altstadt neu beleben

Von: Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:
5720943.jpg
Die Entwicklung der Altstadt soll zukünftig auf vier Säulen beruhen. Dazu zählen die Wahrung des historischen Erbes, die Nutzmischung von Wohnen und Arbeiten, die Stärkung von Tourismus und Kultur sowie die klimagerechte Entwicklung einer denkmalgeschützten Altstadt. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Bei der Suche nach Fördermitteln, die zum Erhalt der historischen Altstadt beitragen, muss die Stadt Monschau immer wieder neue Wege gehen. Zunächst wurden so genannte Leuchtturm-Projekte gefördert, also Projekte mit Vorbildcharakter und Signalwirkung. Jetzt stehen bei den Förderrichtlinien Klimaschutz und energetische Sanierung im Vordergrund.

Anfang Mai fand im Haus der Stadtgeschichte am Holzmarkt ein Treffen der Verwaltung mit hochrangigen Vertretern des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW statt. Neben der Restabwicklung der umgewidmeten Mittel aus dem Antrag Maria-Hilf-Stift (ehemals Eifel-Ikone, jetzt Marke Monschau) ging es um die Möglichkeit, einen neuen Antrag stellen zu können und Städtebaufördermittel für ein neues integriertes Gesamtkonzept zu erhalten, nachdem die Anträge der letzten drei Jahre nicht bewilligt worden waren.

Geringe Investitionsbereitschaft

Grundlagen für die Antragstellung sind die sinkende Bevölkerungszahl in der Altstadt, das steigende Durchschnittsalter, der Erhalt des historischen Gebäudebestands (inklusive der Treppen und Mauern) sowie die Tatsache, dass Gebäude- und Wohnungsgrundrisse nicht mehr den heutigen Wohnbedürfnissen entsprechen. Außerdem steigt das Durchschnittsalter der Bewohner und die Investitionsbereitschaft ist gering. Einzelhändler und Gastronomen, die innovative Konzepte verfolgen, sind noch in der Minderheit.

Die Entwicklung der Altstadt soll zukünftig auf vier Säulen beruhen. Dazu zählen die Wahrung des historischen Erbes, die Nutzmischung von Wohnen und Arbeiten, die Stärkung von Tourismus und Kultur sowie die klimagerechte Entwicklung einer denkmalgeschützten Altstadt.

Zur Wahrung des historischen Erbes im öffentlichen Raum zählen die Sicherung der Bruchsteinmauern und –treppen sowie die Gestaltung von ausgewählten Räumen, Plätzen und Wegen. Daneben soll es einen Wettbewerb und eine Konzeptentwicklung für ein barrierearmes Monschau, inklusive der Ausweitung der Beleuchtung in ausgewählten Bereichen, geben.

Im privaten Bereich steht der Erhalt des Gebäudebestandes und die Sicherung eines guten Zustands im Vordergrund. Ein Hof- und Fassadenprogramm (Wohnumfeldprogramm) soll die nötigen Anreize für private Investitionen schaffen.

Das Wohnen und Arbeiten in der Altstadt soll durch neue Strategien belebt leben. Dazu gehören die Verständigung mit den Eigentümern auf angemessene Immobilienpreise, geringe bzw. Staffelmieten etc. und das Ansiedeln von engagierten Einzelhändlern mit innovativen Konzepten. Als neue Zielgruppen werden die sogenannten „Best Ager“, Individualisten, Senioren, Kunsthandwerker und Künstler gesehen. Außerdem soll die Eschbachstraße als Tor zur Altstadt aufgewertet werden und das Aukloster als Wohnstandort gesichert werden.

Reduzierte „Kulturburg“

Der Tourismus wird als wichtiger Baustein der lokalen Wirtschaft in Monschau gesehen und soll weiterhin intensiv bearbeitet werden. Neue Impulse erhofft man sich durch die „Kulturburg“. Zunächst waren für das Burggelände 2,8 Millionen Euro vorgesehen, nun sind es nur noch 700.000 Euro. für die Bestandssicherung und Funktionserweiterung. Eine bessere Ausschilderung gehört ebenso zum Konzept wie der Ausbau der inszenierten Erlebbarkeit der Stadt im Rahmen von neuen Zielgruppenprogrammen. Nicht zuletzt soll auch die Internetseite der Stadt Monschau überarbeitet werden.

Mit Blick auf die klimagerechte Entwicklung der Altstadt ist an eine modellhafte klimagerechte Sanierung der Grundschule Rosenthal gedacht. Gleichzeitig will man zur energetischen und denkmalgetreuen Sanierung der Gebäude in der Altstadt aufrufen und eine Beratung für Bauherren anbieten.

Eine Projektbegleitung oder ein Projektmanagement soll Unterstützung liefern. Ziel ist, dass Privatpersonen in Ergänzung zu den Aufgaben der Kommune Maßnahmen zur Stärkung des Standortes vornehmen. Damit keine Trittbrettfahrer profitieren, könnte die Kommune bei den Grundstückseigentümern eine Abgabe einfordern.

Werner Krickel (Grüne) fand es bei der Beratung im Wirtschaftsausschuss richtig, „die hochfliegenden Pläne der vergangenen Jahre zurecht zu stutzen“. „Hoffentlich heißt es diesmal nicht, wir seien zu knickrig gewesen“, sagte Krickel. „Wir sitzen hier nicht zum ersten Mal und versuchen dem Kind einen Namen zu geben“, sagte Bernd Roder (CDU). Bei den Leuchtturmprojekten sei ihm immer unwohl gewesen. Nun wäre es schön, wenn endlich etwas umgesetzt werden könnte. Wolfgang Weber merkte an, dass neben der Eschbach- auch die Laufenstraße angepackt werden müsse.

Zu den möglichen Immobilien- und Standortgemeinschaften wünschten sich die Mitglieder des Ausschusses noch weitere Informationen. Auf dieses Thema soll in einer der nächsten Sitzungen genauer eingegangen werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert