Das Wasserrad im Kluckbach dreht sich bald wieder

Von: Heiner Schepp
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Nur noch verkohltes Holz war von der alten Sägemühle übrig. Mit einem Kran und Muskelkraft beseitigten Roland Kirch, Richard Mertens, Bernhard Mertens, Erich Grefen, Kranführer „Bena” Offermann und Bernd Drevermann die Reste der ausgebrannten Mühle, die nun an gleicher Stelle neu errichtet werden kann. Foto: Heiner Schepp

Rohren. Es war ein wunderschöner Septembermorgen im Kluckbachtal bei Rohren. Die rege Betriebsamkeit einer Handvoll Arbeiter hatte dagegen einen weniger schönen Anlass: Es galt, die kistorische Sägemühle am Rohrener Waldlehrpfad abzureißen - oder besser gesagt das, was noch davon übrig war.

Am Abend des 4. Mai war das kleine Holzhaus am Kluckbach in Flammen aufgegangen, ein Brand, der vermutlich durch einen alten Bollerofen ausgelöst worden war, vernichtete die in monatelanger Kleinarbeit errichtete und hergerichtete Hütte fast bis auf die Grundfeste. Auch das Wasserrad wurde in jener Mainacht ein Opfer des Feuers; verschont wurde dagegen glücklicherweise das Herzstück der Sägemühle, das sogenannte Gatter, das die Kraft des Wasserrades auf die Säge überträgt.

Seither bot das sonst so idyllische Plätzchen im Tal bei Rohren ein trauriges Bild: Das verkohlte und verfallene Häuschen war für vorbeikommende Wanderer abgesperrt, zu groß war die Verletzungs- und Einsturzgefahr.

Vergangene Woche dann rückten fleißige Helfer und „Bena” Offermann mit seinem Kranwagen an, um die Reste der ausgebrannten Hütte zu beseitigen. Mit schwerem Gerät gelangten die verkohlten Außenwände und Holzbalken in einen großen Container, „vielleicht werden wir damit das Rohrener Martinsfeuer entzünden”, so einer der Helfer. Am Ende des Arbeitstages standen alleine noch die Holzbodenplatte auf dem unbeschädigten Fundament und das für die Abbrucharbeiten geschützte Gatter der Sägemühle.

In gut einer Woche, Anfang Oktober, wird zunächst das neue Wasserrad eingesetzt, das gleichsam eine Kopie des beim Feuer zerstörten sein wird: Schreiner Bruno Schreiber hatte zufällig noch die Pläne des ersten Rades, das er ebenfalls gebaut hatte, und hat das neue Wasserrad in wenigen Monaten angefertigt.

Weitere zwei Wochen später wird dann die Firma Völker Holzblockbau aus Sistig auf den alten Fundamenten die neue Hütte der Sägemühle errichten. „Noch in diesem Jahr”, so Bernd Drevermann, der Initiator und „Chef” des Waldlehrpfads und der Sägemühle, soll das Wasserrad dann wieder die Sägemühle antreiben, die immer wieder die Attraktion für Wandergruppen und Schulklassen im Kluckbachtal oder auch beim jährlichen Meilerfest hier unten ist.

Dass die Sägemühle nun so schnell und vollständig neu gebaut werden kann, ist auch der Versicherung zu verdanken, die nach anfänglichen Rückfragen letztlich schnell und unbürokratisch half und vollständig für den Schaden nach Zeitwert aufkommen wird. „Das ist auch Reinhold Thönnessen zu verdanken, der kurz vor seinem Tod dies noch für uns geregelt hat”, erinnert Bernd Drevermann an den leider wenig später verstorbenen, ehemaligen Leiter des städtischen Bauamts.

Bernd Drevermann ist zuversichtlich, dass sein zweites Zuhause im idyllischen Kluckbachtal bald wieder so aussieht wie vor dem Feuer im Mai. Und für die Zukunft hofft er, dass es künftig dort unten nur noch einmal im Jahr richtig brennt - nämlich wenn er selbst zum Meilerfest im Sommer den Kohlenmeiler anzündet.
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