Das vorerst letzte Bier im „Café Cubus”

Von: ale
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Eva, Simon und Dr. Sebastian Jünger verabschiedeten sich nun aus dem Cubus-Café im HIMO. Ein Nachfolger ist bisher nicht gefunden. Foto: ale

Imgenbroich. Das Café Cubus im HIMO ist nun geschlossen, am Samstag füllten noch einmal viele Gäste das Lokal. Dr. Sebastian Jünger zapfte das letzte Bier.

Begonnen hatte alles im sehr heißen August 2003. Zunächst hatte das „Musik- und Kulturcafé” von morgens 10 Uhr an geöffnet. Es sollte ein Treffpunkt für alle sein; Renate Tambornino und Sebastian Jünger, die anfänglichen Betreiber, wollten jugendliches Publikum ansprechen, wollten niemanden ausgrenzen. Es gab einige Veranstaltungen mit Musik, und das Konzept ging zunächst auf. Jedoch wurden schon bald die Öffnungszeiten eingeschränkt, man richtete sich nach der Nachfrage.

Was wird aus MonStar-Kino?

Im Jahr 2006 kam Simon Jünger ins Team.„Es war immer ein Jugendtraum von mir und meinem Bruder, zusammen eine Kneipe zu machen”, erklärt Sebastian. Nun kochte Simon. Renate Tambornino stieg aus. Jetzt sind sie zu dritt, nachdem es zwischen Eva, der versierten Bedienung, und Simon richtig gefunkt hat und die beiden geheiratet haben. „Aus familiären Gründen”, so heißt es auf dem Plakat, beenden die Jüngers ihr Engagement im Cubus.

„Wir haben die gastronomische Kultur in der Eifel verändert”, glaubt Sebastian Jünger. Nicht zuletzt hebt er auch das „Monstar-Kino” gleich nebenan hervor, das durch einen Verein ehrenamtlich betrieben wird. Hierfür musste aber der Cubus-Betreiber den Raum mieten, da dies ein Verein im HIMO nicht kann. Auch die Zukunft des Kinos ist zurzeit ungewiss.

Jedoch ist ein Gastwirt bei allem Engagement und guten Ideen auf den Umsatz angewiesen. Und der ist rückläufig. Nicht nur, dass sich die Ausgeh-Gewohnheiten geändert haben, auch das Nichtrauchergesetz hat ihm 15 Prozent Abbruch getan, berichtet Sebastian Jünger. Und ein Objekt von dieser Größe müsste zwölf Stunden Betrieb haben, um entsprechenden Gewinn zu bringen. „Die jungen Leute haben es mit nach oben gebracht”, ist er überzeugt, „junge Menschen zwischen 16 und 29 Jahren gehen gerne aus und geben Geld aus.” Doch wenn es erst ab 18 Uhr lohnt, das Lokal zu öffnen, sei das zu wenig.

„Es ist nicht ausgeschlossen, dass ich später mal wieder Gastronomie mache”, meint Sebastian Jünger, „aber ich möchte meine Qualitäten noch woanders einsetzen”. Er ist promovierter Kommunikationswissenschaftler. Etwas wehmütig war den drei jungen Leuten dann doch zumute, als sie von ihren Stammgästen Abschied nahmen.
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