Wollseifen - Das tote Dorf Wollseifen lebt als Buch weiter

Das tote Dorf Wollseifen lebt als Buch weiter

Von: Bernd Kehren
Letzte Aktualisierung:
Druckermeister Paul-Heinz Wall
Druckermeister Paul-Heinz Wallraf ist derzeit dabei, weitere Bücher zu binden. Foto: Hilgers

Wollseifen. Bis auf die Ruine der St.-Rochus-Kirche, einen Teil der Schule, das Wegekapellchen und das Trafohäuschen ist von Wollseifen nichts geblieben - außer der Erinnerung der einstigen Wollseifener.

1975 erschien erstmals das Buch „Wollseifen, das tote Dorf”. Peter Körner hatte die Geschichte des Dorfes bis zur Vertreibung 1946 recherchiert. Schnell waren die Erstauflage und die 500 Exemplare der 1996 herausgegebenen zweiten Auflage vergriffen.

In der zweiten Auflage wurde die Epoche seit der Gründung des Traditionsvereins in einem neuen Artikel ausführlicher behandelt. Eine dritte Auflage folgte 2006, die war aber auch schnell an den Mann gebracht. Die zweite und dritte Auflage überarbeiteten Kurt Engels aus Kall und weitere Mitglieder des Traditionsvereins.

Nun hat der Verein die vierte Auflage bei Druckermeister Paul-Heinz Wallraf in Gemünd-Mauel in Auftrag gegeben. Sie trägt den Titel „Erinnerungen an Wollseifen”. Hierin wird auch die Zeit seit dem 1. Januar 2006 beschrieben, als die militärische Nutzung als Truppenübungsplatz endete.

Ab diesem Zeitpunkt habe man sich über eine der Geschichte des Ortes und der Pfarre angemessene Gestaltung und Nutzung Gedanken machen müssen, so Ehrenvorsitzender Franz-Josef „Fritz” Sistig. Die Relikte sollten als Dokumentation der Vergangenheit gesichert werden. Dabei sollten die Belange des Naturschutzes, der Bildung und Wissenschaft berücksichtigt werden.

Schweres Schicksal

Bewusst sei der Titel des Buches laut Sistig geändert worden: Schließlich sei Wollseifen wieder zugänglich. Das vorliegende Buch soll die Erinnerungen für kommende Generationen wachhalten. Der Leser soll eintauchen in das Dorfgeschehen vor der Vertreibung. Körner schildert hier interessante, humorvolle, aber auch traurige Erinnerungen.

Dann folgt der Zeitraum der Vertreibung. „Das malerische Dorf stand in voller Blüte, bevor der Zweite Weltkrieg schwere Zerstörungen anrichtete”, heißt es im Klappentext. „Aber das Schicksal sollte den Ort noch schwerer treffen. Nach Kriegsende kehrten die Dorfbewohner zurück und arbeiteten hart, um zunächst die schwersten Schäden zu beseitigen. Als die Häuser wieder mehr oder weniger bewohnbar waren, das Vieh wieder auf den Weiden stand und die Äcker bestellt waren und die Kinder wieder in die Schule gehen konnten, erhielten die Dorfbewohner im August 1946 von der britischen Besatzungsmacht den Befehl, ihr Dorf innerhalb von weniger als drei Wochen für immer zu räumen.”

Es stand der Einrichtung des Truppenübungsplatzes Vogelsang im Weg. Im neuen Teil des Buches beschreibt Hans Georg Stump vom Förderverein die Zeit ab 2006. Damals wurde der Förderverein ins Leben gerufen, 2007 das Wegekapellchen auf Vordermann gebracht. Mit Hilfe regionaler und überregionaler Institutionen und Initiativen wurde von 2008 bis 2010 die Kirche gesichert und zur Erinnerungs- und Gedenkstätte umfunktioniert. Zum Rochusfest im vorigen Jahr wurde das unter Leitung von Elmar Heimbach erstellte Modell des alten Dorfs Wollseifen vor der Kirche aufgestellt.

Das Buch im Handel

„Erinnerungen an Wollseifen”, herausgegeben vom Traditionsverein Wollseifen, 167 S., Schwarz-Weiß-Illustrationen, ISBN 978-3-00-036917-9, 12,50 Euro.

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