Das neue Vennbad: Schwimmen, springen, lernen

Von: Heiner Schepp
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Der in seinen Funktionsbereichen klar gegliederte Baukörper wird sich der Umgebung anpassen. Die Ausrichtung wurde bewusst gewählt, um über die großen Fensterflächen möglichst viel Tageslicht und Sonnenwärme einzufangen.

Monschau. Wochen-, ja monatelang bestimmte es die politische Diskussion in der Stadt - nun bekommt das „neue Vennbad” endlich ein Gesicht: Am Montagnachmittag haben die Stadt Monschau und Generalübernehmer Derichs & Konertz den millionenschweren Vertrag für die energetische Sanierung und die bauliche Erneuerung des Vennbades in Monschau unterzeichnet.

4,75 Millionen Euro sind als Auftragssumme für Planung und Bau des Schwimmbades am bisherigen Standort Wilhelm-Jansen-Straße veranschlagt. „Unser Dank gilt im Besonderen dem Fördergeber, der Bezirksregierung Köln und dem Wirtschaftministerium NRW, die uns auch in der Vorbereitung der endgültigen Beauftragung konstruktiv unterstützt haben und jetzt die gesamt avisierten Mittel von zwei Millionen Euro freigegeben haben”, sagte Bürgermeisterin Margareta Ritter am Montag anlässlich der Vertragsunterzeichnung im Rathaus.

Mit den Finanzmitteln des Landes und der Beteiligung der Städteregion Aachen in gleicher Höhe gelinge es der Stadt Monschau, ohne Aufnahme von Krediten diese Zukunftsinvestition zu tätigen, so Ritter.

Der Rat der Stadt Monschau hatte in seiner Sitzung am 21. September den Auftrag zum Neubau des Vennbades in Monschau erteilt. Dieser fast einstimmigen Entscheidung war ein langer Diskussionsprozess vorangegangen, wobei die Bürgermeisterin den Ratsvertretern und insbesondere den Mitgliedern des Projektausschusses „für die Verantwortung, die sie in den Monaten des geheimen Wettbewerbsverfahrens übernommen haben”, dankte.

„Dies war für uns alle neu, und nicht jeder war mit der Situation glücklich, keine oder nur eingeschränkte Informationen öffentlich machen zu können”, so Ritter. Letztlich aber habe diese Vorgehensweise „einen gut verhandelten Endpreis” gebracht, und dies sei „in Zeiten knapper Kassen eine sehr wichtige Basis für Zukunftsinvestitionen”.

Die Paketvergabe von Planung und Bau gebe Kostensicherheit, nicht nur für den Bau, sondern auch für die energetischen Betriebskosten, „denn es gilt: keine neuen Schulden für neue Investitionen”, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

„Unter größtmöglicher Beibehaltung vorhandener Bausubstanz im Sozialbereich”, so die Baubeschreibung des beauftragten Unternehmens, wurde eine Schwimmhalle mit einem 25-Meter-Wettkampfbecken einschließlich Springerbereich mit Ein- und Dreimeter-Sprungbrett, einem Lernschwimmbecken und einem Kinderplanschbecken mit Rutsche nach modernsten energetischen Standards konzipiert.

„Die Einhaltung aller Anforderungen aus dem Freizeit- und Tourismusbereich sowie die Berücksichtigung der Belange von Schul- und Vereinssport hatten für die Planung oberste Priorität”, so das traditionsreiche Bauunternehmen, das übrigens schon am Bau des ersten Monschauer Schwimmbades 1969 beteiligt war.

„Der in seinen Funktionsbereichen klar gegliederte, kubische Baukörper wird sich der Umgebung anpassen, die Ausrichtung wurde bewusst gewählt, um über die großen Fensterflächen möglichst viel Tageslicht und Sonnenwärme einzufangen”, so die Firmensprecher.

Barrierefreier Zugang

Größter Wert wurde nach Angaben der Planer auf besonders niedrige Betriebs- und Wartungskosten gelegt. Moderne Luft-, Klima- und Schwimmbadtechnik in Verbindung mit einer überdurchschnittlichen Regeltechnik würden niedrige Energieverbrauchskosten garantieren, versichert die Baufirma.

Viele verschiedene Besuchergruppierungen galt es bei der Konzeption zu berücksichtgen. Die ebenerdige Kassenzone bietet genügend Warteraum für Schulklassen und andere größere Gruppen, über ein Treppenhaus erreichen die Nutzer die Umkleideräume und die Duschen.

Ein Aufzug garantiert den barrierefreien Zugang; eingeplant wurden eine separate Umkleide für behinderte Menschen sowie ein Behinderten-WC.

Der Zugang in die Schwimmhalle selbst erfolgt entlang des Lernschwimmbeckens. Der verglaste Arbeitsbereich biete dem Bademeister eine optimale Sichtachse auf die gesamte Schwimmhalle. Im Obergeschoss des Umkleidetraktes konnte eine Besucherempore realisiert werden, von der aus Schul- und Vereinssportaktivitäten beobachtet werden können.

Bürgermeisterin Margareta Ritter wollte zwar „keine Begehrlichkeiten wecken”, wies aber darauf hin, dass im Bauplan bereits eine zusätzliche Option vorgemerkt sei. „Das neue Vennbad kann jederzeit um eine Großrutschbahn erweitert werden. Dafür haben wir allerdings noch keine Finanzierung”, machte Ritter dennoch Hoffnung auf den viel zitierten zusätzlichen „Spaßfaktor”.

„Mit Monschau eng verbunden”

Die Firma Derichs & Konertz zählt nach eigenen Angaben zu den großen mittelständischen Bauunternehmen Deutschlands mit zwei Niederlassungen in Aachen und Krefeld und unterhält Verbundunternehmen vom Bauträgerbereich bis hin zur Altlastenentsorgung.

„Untrennbar mit Monschau verbunden steht unsere langjährige, dortige Niederlassung”, verweist das Unternehmen „mit Stolz auf zahlreiche namhafte Projekte aus den letzten Jahrzehnten in und um Monschau.” Unter anderem stehen die vollständige Sanierung und Renovierung des Roten Hauses, die Perlbachtalsperre, die Kläranlage Monschau, das Gymnasium Auf der Haag, das Altenheim und der Wiederaufbau der Burg Monschau in der Referenzliste.

Ausführende Firmen beim Vennbad-Neubau werden sein: Höhler und Partner (Aachen/Architektur), Kempen/Krause (Aachen/Tragwerksplanung, Trümper/Erpenbach/Nordhausen (Aachen/Technische Gebäudeausrüstung).

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