Das neue Credo am CFG: „Kein Kind soll sitzenbleiben”

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Freuen sich über das Gütesiegel als Lohn für ihre Anstrengungen: Monika Bohrmann (v.li.), Bernward Micken, Helmut Schuster und Wolfgang Kerp. Foto: Hotse

Schleiden. Neben dem Eingang prangt es, das „Gütesiegel Individuelle Förderung”, mit dem sich das Clara-Fey-Gymnasium (CFG) Schleiden schmücken darf. „Darauf sind wir stolz, denn es gibt nur sehr wenige Gymnasien, denen dieses Siegel bisher verliehen wurde”, so Schulleiter Helmut Schuster. Im Kreis Euskirchen gibt es nämlich kein weiteres Gymnasium mit dieser Auszeichnung.

Der Grund dafür ist in der Tradition der Gymnasien zu suchen, ihre Schüler nach Leistung zu selektieren. „In Zeiten, in denen bis zu 25 Prozent eines Jahrganges scheitern, schreibt das neue Schulgesetz nun ein Umdenken vor”, erklärte Schuster. Lange habe dies nicht zum Selbstverständnis dieser Schulform gepasst, ergänzte Bernward Micken, doch nun laute der Tenor in der neuen Bildungspolitik: „Kein Kind soll sitzenbleiben.”

Diese Zeichen der Zeit hat man am CFG erkannt und ein Konzept für die Förderung einzelner Schüler entwickelt. Und das, obwohl das Leistungsniveau dort gut war: 2009 lag der Anteil der Sitzenbleiber bei einem Prozent.

„Dieses gute Ergebnis ist im Zusammenhang mit dem Förderprogramm zu sehen”, so Schuster. Einzelne Angebote habe es schon immer gegeben, diese hätten aber dem Anspruch des Kultusministeriums nicht genügt. Zwei Jahre lang habe man mit dem Landeskompetenzzentrum für individuelle Förderung an der Uni Münster zusammengearbeitet, um ein Konzept zu erarbeiten, das die strengen Kriterien fürs Gütesiegel erfülle.

In kleinen Gruppen

In der Praxis zählen dazu etwa Förderunterricht in kleinen Gruppen, organisierte Nachhilfe durch Oberstufenschüler und das „Lernkompetenz-Training”, für das Lehrerin Christel Heller eine dreijährige Fortbildung zur Lerntherapeutin absolvierte. Es richtet sich an Kinder, die vom Intellekt her fürs Gymnasium geeignet sind, sich aber schlecht konzentrieren oder organisiert arbeiten können.

Die Förderpraxis setzt nicht nur bei Defiziten und Schulmüdigkeit an, sondern widmet sich auch Schülern, die mit besonderen Begabungen auffallen. Für die Lehrer, die am Konzept mitwirken, bedeute es ein überdurchschnittliches Engagement, so Schuster. Dies sind neben Christel Heller und Bernward Micken Monika Bohrmann und Wolfgang Kerp.

Mit dem Gütesiegel enden die Bemühungen nicht: Das Gymnasium verpflichtet sich, das Konzept weiterzuführen und an seiner Verbesserung zu arbeiten. Nach drei Jahren wird die Schule erneut überprüft. Verliehen wurde das Gütesiegel in einer Feierstunde in Essen durch Staatssekretär Günter Winands an 43 Schulen aller Formen. Damit gibt es nun 314 Gütesiegel-Schulen in NRW.

Im Anerkennungstext fürs Clara-Fey-Gymnasium heißt es: „Positiv hervorzuheben sind die Kommunikationsstrukturen, das Beratungssystem an der Schule, die Transparenz und Offenheit im Dialog mit den Eltern. Die Schule verfügt über eine hohe Beratungskompetenz mit Einzelfallbetreuung. Weitere Stärken sind das Konzept für eigenverantwortliches Lernen und die kollegiale Kooperation.”
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