„Das hat die Gemeinde alles selbst bezahlt“

Von: ag
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Beim Festakt standen die Kinder im Mittelpunkt: Zur Einweihung des neuen Forums der katholischen Grundschule in Simmerath hatte jede Klasse ein Musikstück einstudiert, das die Schüler vor, zwischen und nach den Redebeiträgen aufführten. Foto: A. Gabbert
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Der in blau und gelb gestaltete Verbindungstrakt zwischen Schule und OGS-Gebäude dient den Schülern künftig als Versammlungsort: Das Forum bietet Platz für 160 Personen. Weitere 80 Plätze stehen auf den Stufenreihen zur Verfügung.

Simmerath. Ein munteres Fragespiel mit Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns erlebten die rund 200 Schüler der katholischen Grundschule Simmerath bei der offiziellen Einweihung des neuen Forums ihrer Schule. „Ohne Kinder wäre das nur eine halbe Sache, deshalb haben wir diesen Termin auf den Morgen gelegt“, erklärte Hermanns, nachdem die 50 Erstklässer die Gäste mit einem Lied begrüßt hatten.

Eltern, Lehrer, am Bau Beteiligte sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung waren erschienen, um bei der Einweihung dabei zu sein.

„Was macht man zu Beginn, wenn ein neues Gebäude fertig ist?“, wollte Hermanns von den Kindern wissen. „Ein Fest feiern“, lautete die einstimmige Antwort. Hermanns erinnerte daran, dass es auch darum gehe, das Haus unter Gottes Segen zu stellen.

Aufzug wird noch eingebaut

Dass der Altbau über 50 Jahre alt ist, wussten die Schüler ebenso wie dass an der Stelle des Neubaus vorher die alten Toilettenanlagen ihren Platz hatten. Auf die Frage, ob es den Kindern jetzt besser gefalle, hallte ein langgezogenes „Jaaaaaaaaa“ durch das neue Forum.

Hermanns erklärte den Schülern, dass neben den neuen Toilettenanlagen und dem großen Versammlungsraum auch ein neues Zimmer für die Sekretärin und eine neues Zimmer für die Schulleitung geschaffen wurden. Er erinnerte an den Start der Bauarbeiten zu Beginn der Sommerferien 2014, als die alten Toiletten abgerissen wurden.

Ursprünglich war die Fertigstellung für Ende des vergangenen Schuljahres vorgesehen, doch der Fund einer alten Kläranlage und der Winter verzögerten die Arbeiten, so dass der in blau und gelb gestaltete Verbindungstrakt zwischen Schule und OGS-Gebäude dann zu Beginn des neuen Schuljahres fertiggestellt wurde. „Die letzten Arbeiten sind zwei Tage vor Schulbeginn abgeschlossen worden.“

Jetzt fehle nur noch ein Lift für Menschen mit einer Behinderung, der in der zweiten Woche der Herbstferien eingebaut werden soll. „Dann sind wir quasi fertig“, sagte Hermanns und bat die Lehrerinnen und Schüler um Verständnis für die Baumaßnahmen an ihrer Schule. Das Ergebnis sei schließlich eine Bereicherung für die Schule, aber auch für die Gemeinde.

Der Bürgermeister zeigte sich überzeugt davon, dass die Schule weiter Bestand haben werde. Im nächsten Jahr würden 43 Erstklässer in Simmerath eingeschult. „Das sind tolle Voraussetzungen.“

Bei der Frage, was das Projekt, das Alexandra Nikolaizig für die Gemeinde geplant hatte, gekostet habe, lagen die Schätzungen der Kinder weit auseinander. Von 100 Euro, über 50.000 und 80.000 Euro bis hin zu 100 Millionen Euro reichten die Tipps. Tatsächlich hat die Gemeinde 908.000 Euro für das Projekt ausgegeben. Zuschüsse gab es nicht. „Das hat die Gemeinde alles selbst bezahlt“, erklärte Hermanns den Kindern. „Müssen die Lehrerinnen das jetzt alles bezahlen“, wollte eine Schülerin dennoch wissen.

Der Bürgermeister hatte für jedes Kind einen Apfel mitgebracht. Die Schüler wollten aber lieber etwas von dem Buffet abhaben, das sie mit der Hilfe einiger Eltern fantasiereich für die Gäste vorbereitet hatten.

„Investition in die Zukunft“

Schulleiterin Bettina Fricke erklärte, der Bau des Forums sei ein Herzensanliegen von ihr gewesen. Als sie im August 2008 an die Schule gekommen sei, sei ihr sofort klar gewesen, dass ein Versammlungsort für die Schülerinnen und Schüler fehle. Das habe sie Karl-Heinz Hermanns erklärt, der damals noch Beigeordneter der Gemeinde war.

Er habe ihr damals versprochen, sich darum zu kümmern, wenn er Bürgermeister werde. Er habe es zwar nicht wie angekündigt in der ersten Amtszeit geschafft, aber das Projekt sei zu dieser Zeit auf den Weg gebracht worden. „Herr Hermanns hat also Wort gehalten“, sagte Fricke.

„Schule ist nicht nur ein Lernort, sondern auch ein Lebensort.“ Durch die Erweiterung sei ein gutes und würdiges Lebensumfeld entstanden. „Jede Investition in unsere Schulen ist eine Investition in Kinder, eine Investition in die Zukunft unserer Gemeinde und unseres Landes“, betonte Fricke.

Die junge Generation sei das wichtigste Zukunftskapital. „Wie wir heute mit der jungen Generation umgehen, welche Perspektiven wir ihr ermöglichen, welche Bildung wir anbieten, welche Werte wir vermitteln, entscheidet darüber, wie unsere Gesellschaft morgen aussehen wird. Die Ausstattung und die positive Atmosphäre einer Schule sind wichtige Voraussetzungen dafür“, erklärte die Schulleiterin.

Sie dankte allen, die an der Baumaßnahme beteiligt waren. Um keinen zu vergessen oder keine falsche Reihenfolge einzuschlagen, zählte sie bis drei und schmetterte gemeinsam mit allen Kindern den Beteiligten ein lautes „Danke“ entgegen.

Die Schulleiterin nutzte die Gelegenheit, besonders den Reinigungskräften der Schule zu danken, die unter der Umbaumaßnahme besonders hätten leiden müssen, dies aber mit Geduld und Humor ertragen hätten. Außerdem überreichte sie einigen Schülern Ehrenurkunden, die sie im Rahmen der Bundesjugendspiele errungen hatten.

Pfarrer Volker Böhm und Pfarrer Michael Stoffels baten um Gottes Segen für das neue Gebäude und überreichten der Schulleiterin ein Kreuz, das in den neuen Räumen aufgehängt werden soll.

Vor, zwischen und nach den Redebeiträgen präsentierte jedes Schuljahr ein Musikstück, das die Kinder für diese Gelegenheit vorbereitet hatten.

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