Das Gotteshaus mit einer Zeitreise neu erlebt

Von: js
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Die Künstler bedanken sich für den Applaus: Uwe und Ingeborg Gäb (links), Florence Blanchet und Dorothea Schultes-Lübbeke (rechts), in der Mitte eine junge Schülerin von Ingeborg Gäb. Foto: Josef Schreier

Monschau. Auch die Konzertbesucher werden mit der neu gestalteten evangelischen Stadtkirche in Monschau immer vertrauter. Es war schon eine ansehnliche Zahl an Zuhörern, die dem „Barockkonzert“ am Freitagabend lauschten. Ihnen wurde eine gehaltreiches, vielfältiges und spannendes Programm geboten.

Einleitend wies Pfarrer Jens-Peter Bentzin darauf hin, dass die Monschauer Stadtkirche zwar keine Barockkirche sei, dass die Erbauer aber in der Atmosphäre des Barock gelebt und gearbeitet haben. So stellte dieses Monschauer Barockkonzert denn auch so etwas wie eine geistige Zeitreise dar, mit der die Stadtkirche selber neu erlebt werden konnte.

Mitwirkende des Abends waren zunächst das „hauseigene“ Musikerehepaar Ingeborg und Uwe Gäb, am Cembalo und an der Violine. Hinzu kamen die beiden virtuosen Flötistinnen Dorothea Schultes-Lübbeke und Florence Blanchet. Diesen vier Künstlern gelang es ausgezeichnet, die musikalische Welt des Barock nahezubringen. Auch eine kleine technische Panne zwischendurch konnte den positiven Gesamteindruck nicht beeinträchtigen.

Erstaunlich, welche Vielfalt der Empfindungen und der Formen in dieser musikalischen Doppelstunde zum Ausdruck kam. Am meisten auffällig war dabei wohl das älteste der aufgeführten Werke, nämlich die „Schutzengelsonate“ aus der Reihe der sogenannten „Mysteriensonaten“ der frühbarocken Meisters H.I.F. Biber. Hier unternimmt es der Komponist, die fünfzehn Glaubensinhalte des Rosenkranzgebets nach Art eines Programms musikalisch auszudeuten. Die Schutzengelsonate tritt zu diesem Zyklus als Schlussstück hinzu und ist als einziges für Violine solo geschrieben. Uwe Gäb tritt schon lange besonders für dieses Biber‘sche Werk ein und brachte auch die Schutzengelsonate souverän und bewegend zu Gehör.

Den beiden Flötistinnen mit ihrem ausgereiften und sicheren Ton zuzuhören, war eine einzige Freude. Am meisten stachen dabei die Triosonaten von J.J. Quantz und G.F. Händel heraus. Ingeborg Gäb begleitete die Stücke wie gewohnt sicher auf dem Cembalo und steuerte auch noch eine kleine Solosonatine von G.A. Benda zum Gelingen des Ganzen bei.

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