Roetgen - Das „Glück” kommt montags um 6 Uhr

Das „Glück” kommt montags um 6 Uhr

Von: ess
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Roetgen. Vor einigen Wochen wurde einer Leserin aus Roetgen von einer „Dr. Neumann & Partner - Finanzdienstleistungen” versprochen, einen ihr zustehenden, aber bisher nicht ausgezahlten Lotteriegewinn zu erkämpfen.

Plus Zinsen und abzüglich irgendwelcher Kosten und Provisionen sollten etwa 946 Euro für die Leserin übrig bleiben. Während vor Wochen noch nicht feststand, wann und wo genau das Füllhorn über der Leserin ausgeschüttet werden sollte, sondern nur die Rede davon war, dass der Gewinn in einer „Geschäftsstelle” in der Nähe von Roetgen persönlich abgeholt werden könne, weiß unsere Leserin inzwischen mehr: Die „Geschäftsstelle” ist die Bushaltestelle an der Ecke Bundes-/Jennepeterstraße. Der große Tag ist Montag, 21. Juni, und das Glück ereilt die Leserin und vermutlich nicht nur sie morgens um 6 Uhr.

Dann ist offenbar Start zu irgendeiner Kaffeefahrt mit Imbiss und Rahmenprogramm. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten, und wer trotz Anmeldung nicht zum Treffpunkt komme, dem würden 19 Euro in Rechnung gestellt, schließlich habe man Essen bestellt und Plätze gebucht, heißt es in den Schreiben beinahe beleidigt. Verbunden mit dem Hinweis der Wohltäter: „Unsere Bemühungen, Ihnen Ihren Gewinn zu realisieren, werden nur belohnt, wenn Ihr reservierter Platz auch in Anspruch genommen wird.” Wohin die Reise geht, soll wohl eine Überraschung sein. Umdisponiert worden ist auch bei einem Geschenk nach „Lagerbestandsauflösungen betroffener Firmen”. War vor Wochen noch von einem Kaffeeautomaten die Rede, soll es jetzt ein mobiles Navigationsgerät geben, kostenlos, versteht sich, als Prämie.

Nach Erhalt des ersten Schreibens bereits hatte unsere Leserin in Roetgen bei der Polizei eine Anzeige wegen versuchten Betrugs erstattet. Diese Anzeige ist inzwischen in Cloppenburg gelandet. In einem Telefonat mit der dortigen Polizeiinspektion hat die Leserin erfahren, dass die Ordnungshüter zunächst nicht viele Möglichkeiten haben. Allerdings hätten sie „eindringlich davor gewarnt”, an solchen „und speziell an dieser Fahrt” teilzunehmen.

Auch die Aachener Polizei sieht sich in ihren Möglichkeiten erst einmal eingeschränkt. Doch warnt Polizeisprecher Paul Kemen davor, sich auf Derartiges einzulassen: „Wenn einem viel versprochen wird, ist immer Vorsicht geboten. So viele liebe Menschen, die es so gut mit einem meinen, gibt es auf der Welt gar nicht.” Sollten jemand Zweifel kommen oder Fragen auftauchen, stehe die Polizei jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung.

So werden die Beamten laut Kemen auch am kommenden Montag in aller Frühe vor Ort sein, wenn ein Bus Roetgen anfährt und die „Glückspilze” abholt.
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