Rohren - Das erste Mal mit den Sternsingern von Tür zu Tür

Das erste Mal mit den Sternsingern von Tür zu Tür

Von: Andreas Gabbert
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Trotz eisiger Temperaturen für notleidende Kinder unterwegs: Nach dem die Sternsinger aus Rohren in der Kirche den Segen erhalten hatten, zogen sie durch den Ort, um Spenden zu sammeln. Foto: A. Gabbert

Rohren. Für Christian Hermanns (10) und Bettina Bornwasser (10) ist es das erste Mal, dass sie mit den Sternsingern unterwegs sind. Doch aufgeregt sind sie nicht, wissen sie doch ein paar „alte Hasen” wie Stephan Kaulards (14) und Yannick Mathar (15) oder Angelina Warbel (12) und Selina Lauscher (13) an ihrer Seite.

Mit dem Beginn des neuen Jahres sieht man die Sternsinger wieder überalll in den Dörfern von Tür zu Tür ziehen. Meist sind es Messdiener, die als Heilige Drei Könige verkleidet für Kinder in Not sammeln. Auch in Rohren wurden jetzt die Sternsinger, nachdem sie in der Kirche den Segen erhalten hatten, entsandt.

Die beiden älteren Jungen sind schon zum sechsten Mal dabei und haben schon Routine. Ihren Spruch, den sie an jeder Tür, die sich ihnen öffnet, aufsagen, kennen sie aus dem Eff-eff: „Wir sind gesandt von Gotteshand, wir wünschen euch ein gesegnetes Jahr - Kaspar, Melchior und Balthasar.” An die Haustüren oder die Türbalken schreiben sie mit geweihter Kreide die traditionelle Segensbitte C+M+B mit der jeweiligen Jahreszahl.

In Deutschland und der Schweiz wird von der veranstaltenden Organisation die Schreibweise 20C+M+B+09 empfohlen. Diese Schreibweise hat, laut Kindermissionswerk, folgende Bedeutung: ein Stern für den Stern von Bethlehem und die drei Kreuze für den Dreifaltigen Gott: Vater, Sohn und heiliger Geist. Regional existieren auch noch verschiedene andere traditionelle Schreibweisen, z.B. mit vier Kreuzen (20+C+M+B+08)

In Rohren sind die Kinder immer jeweils zu dritt unterwegs. Drei bis vier Straßen hat jede Gruppe abzulaufen - bei der derzeitigen Kälte ist das sicherlich keine angenehme Aufgabe. Viele Leute haben auch Mitleid mit den bibbernden Kindern vor ihrer Haustüre und bieten ihnen etwas warmes zu trinken an. Schon an einem der ersten Häuser werden Angelina, Selina und Bettina von einer netten Frau gefragt: „Wollt ihr nicht reinkommen und euch bei einem Tee etwas aufwärmen?” Doch die Messdiener wehren ab: „Danke, das ist sehr lieb aber wir haben leider nicht viel Zeit, sonst schaffen wir nicht alles rechtzeitig.”

„Die meisten Leute sind total nett”, haben auch Christian, Stephan und Yannick festgestellt. „Manche machen aber auch garnicht die Tür auf, obwohl man sieht, dass sie da sind”, wissen die Jungen. Sie haben an diesem Tag den weitesten Weg - Widdau gehört auch zu ihrem Gebiet. „Das ist aber nicht schlimm, in Widdau wohnen viele nette Leute”, sagen die drei Messdiener.

Ihnen ist anzumerken, dass ihre Aufgabe ihnen Spaß macht. „Man darf an jedem Haus klingen und die Leute aus dem Bett schellen, das ist toll”, freuen sie sich. Außerdem gibt es an vielen Häusern etwas Süßes für die Messdiener, was die dann später untereinander aufteilen. Auch Bettina ist bei ihrem ersten Sternsingen begeistert bei der Sache. „Es macht Spaß, aber es ist auch verdammt kalt”, so der erste Eindruck der Zehnjährigen.

Die Sternsingeraktion ist weltweit die größte organisierte Hilfsaktion von Kindern für Kinder. Die erste Aktion fand im Jahr 1959 statt. Seit 1961 beteiligt sich der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) an der Aktion, die seitdem vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger” und vom BDKJ gemeinsam getragen wird. Im Jahr 2008 stand das Land Peru im Mittelpunkt. Damals wurden in 11886 Gemeinden rund 39,7 Millionen Euro gespendet. In diesem Jahr steht das Land „Kolumbien” im Fokus der Kampagne. Das Motto lautet diesmal: „Kinder suchen Frieden”.
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