Imgenbroich - Das Erfolgsmodell des Entsorgungs- und Logistik-Centers

Das Erfolgsmodell des Entsorgungs- und Logistik-Centers

Von: Heiner Schepp
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Rüdiger Hohn und Christian Prinz behalten auch die Übersicht, wenn es auf dem Imgenbroicher Wertstoffhof mal etwas geschäftiger zugeht. Foto: H. Schepp

Imgenbroich. Die zwei Männer in den grünen Anzügen haben alles im Griff. Ein halbes Dutzend Autos steht auf dem kleinen, umzäunten Hof im Imgenbroicher Gewerbegebiet, noch einmal so viele Personen sind emsig damit beschäftigt, alles mögliche aus Kofferräumen und Anhängern auszuladen und in die großen grünen Container zu bringen.

„Vor allem samstags geht es hier zu wie im Bienenschlag“, erzählt Rüdiger Hohn vom Entsorgungs- und Logistik-Center West in Imgenbroich. Vor knapp zwei Jahren ging die AWA mit ihrem ersten Eifeler Wertstoffhof an den Start und spricht heute bereits von einem „Erfolgsmodell“.

Stolze 22.837 einzelne Anlieferungen wurden im Kalenderjahr 2014 im ELC Süd gezählt, 1218 Tonnen Wertstoffe und Abfall wurden in diesem Zeitraum hier als „Kleinmenge“ vom Bürger hingebracht. Seit dem 7. Oktober 2013 betreibt die AWA Service GmbH die Annahmestelle für Abfallkleinmengen in Imgenbroich. Privatpersonen und Gewerbetreibende können hier bis zu einer Menge von 1,5 Kubikmeter Abfälle gegen eine geringe Gebühr anliefern.

Wertstoffe wie Papier, Metalle und Elektroschrott werden kostenlos angenommen und stellten 2014 den weitaus größeren Teil der Anlieferungen: 19221 Mal fuhren die Bürger vom Hof, ohne etwas bezahlen zu müssen, nur 3616 Anlieferungen waren kostenpflichtig, überwiegend für Grünabfall. „Die Kleinmengenannahmestelle ist als ergänzendes Element zur Erfassung von Abfällen aus Haushalten in die Entsorgungsstruktur des Zweckverbandes Entsorgungsregion West integriert“, erläutert AWA-Sprecher Michael Uhr.

Rüdiger Hohn und sein Mitarbeiter Christian Prinz empfangen jeden anliefernden Pkw einzeln und erklären den Bürgern, wo sie ihre Sachen entsorgen können. Da hier, wie schon erwähnt, nicht alles kostenlos abgegeben werden kann, müssen die Mitarbeiter häufig die Entsorgungsmenge abschätzen, den Bürgern die Kostenrechnung erläutern und schließlich auch kassieren. „Das klappt in aller Regel gut“, hat Rüdiger Hohn bei den Besuchern des ELC ein hohes Verständnis dafür festgestellt, dass es die Entsorgung hier nicht immer zum Nulltarif gibt.

Hohn & Co. sind aber zugunsten der Bürger großzügig beim Schätzen von Gewicht und Mengen, „schließlich landet alles, was hier hingebracht wird, schon mal nicht in der Landschaft“, weiß Rüdiger Hohn und Michael Uhr bestätigt: „Mit der Eröffnung des ELC beobachten wir weniger wilden Müll im hiesigen Raum.“

Zusätzlicher Öffnungstag?

Die hohe Akzeptanz des Entsorgungs-Centers ist das eine – die Öffnungszeiten sind das andere. „Die Zeiten wurden ja, ebenso wie die Lage des ELC, im Vorfeld durchaus kontrovers diskutiert. Wir denken aber, dass die hohe Kundenzufriedenheit die Zweifel weitgehend entkräftet hat“, sagt AWA-Geschäftsführer Ulrich Koch.

Gerne kommen die Mitarbeiter des ELC mit den Kunden ins Gespräch und haben erfahren, dass so mancher einen vierten Öffnungstag begrüßen würde. „Besonders freitags werkelt der Eifeler gerne und hat dann das ein oder andere zu entsorgen“, weiß Rüdiger Hohn. Grundsätzlich winkt Ulrich Koch bei der Frage nach einem zusätzlichen Öffnungstag nicht ab, gibt aber zu bedenken: „Das würde sich natürlich auf die Gebühren auswirken.“

Ansonsten aber hat der ELC für die AWA wirklich Vorbildcharakter: „Wir führen Besucher gerne hierhin und präsentieren das ELC als Modell, wie es laufen kann: kleines Grundstück, überschaubare Kosten, Bürgernähe.“ Die Erfahrungen mit der Platzorganisation, der Beschilderung und der Verkehrsführung würden so derzeit schon in die Planungen des neuen ELC Rurbenden (Gemeinde Niederzier) einfließen, erklärt Koch.

Ausdrücklich lobt der AWA-Geschäftsführer die Mitarbeiter des ELC, vor allem Rüdiger Hohn sei „die gute Seele“ und habe auf alle Bürgerfragen eine Antwort parat. Der 65-Jährige aus Hürtgenwald hatte vergangene Woche offiziell seinen „Letzten“ im ELC, wird aber trotz Ruhestand noch stundenweise hier mithelfen. Hohn: „Weil es mir Spaß macht, hier zu arbeiten und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.“

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