„Das bisschen Liebe“: Chaos nimmt seinen Lauf

Von: heg
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„Das bisschen Liebe“: Die Nachwuchsdarsteller der Theaterfreunde Roetgen begeisterten mit dieser Komödie das Publikum. Foto: H. Giesen

Roetgen. Mit dem Märchenspiel der Kindergruppe und einer Aufführung der Erwachsenen erfreut der Verein „Theaterfreunde“ in Roetgen jedes Jahr zahlreiche große und kleine Zuschauer. Kaum eine Möglichkeit zum Spielen gab es aber bisher für die Jugendlichen, die für das eine zu alt, für das andere aber noch zu jung waren.

Das hat sich nun geändert, denn statt der Erwachsenen kam in diesem Jahr die Jugendgruppe zum Zuge. Mit der Komödie „Das bisschen Liebe“ begeisterten ein Dutzend Nachwuchsdarstellerinnen und Nachwuchsdarsteller zwischen 12 und 17 Jahren ihr Publikum.

„Der Wunsch kam von den Jungen und Mädchen selbst. Wir haben das gerne aufgegriffen, um sie damit auch an den Verein zu binden“, erzählt die Vorsitzende Monika Bahr, die das Stück gemeinsam mit Rolf Nordt inszeniert hat. Von der Auswahl des Stücks über die Bühnengestaltung bis hin zur Mitwirkung bei der Technik hätten die jungen Theaterfreunde dabei vieles selbst organisiert, freute sich Monika Bahr über das große Engagement der Jugendlichen.

Ihr besonderer Dank galt nach den erfolgreichen Aufführungen aber auch den Eltern für ihre tolle Unterstützung und dem Team hinter den Kulissen. Das waren Marion Nickel als Souffleuse, in der Technik Karl Roentgen (Ton) und Martin Löhrer (Licht) sowie Veronika Bieda, die für die Maske zuständig war.

Die Sorge, dass die Leute an den ersten schönen Sommertagen des Jahres lieber irgendwo draußen sitzen als ins Pfarrheim kommen würden, war unbegründet. Zweimal konnte sich die junge Gruppe über einen gut besetzten Saal freuen. Mit einem Stück, das von der ersten Szene an auf das Zwerchfell der Zuschauer zielte, bot sie genau die richtige leichte Kost für einen vergnüglichen Abend. Es wurde viel gelacht und immer wieder gab es Szenenapplaus für die munter aufspielende Schar.

Glücklicher Single

Der Dreiakter „Das bisschen Liebe“ von Dagmar Pflug erzählt die Geschichte von Jan (Felix Offermanns), der seit einem Jahr glücklicher Single ist. Er ist zufrieden mit seinem Leben, das sich in seiner Freizeit zwischen Cafébesuchen und Doppelkopfrunden mit seinen besten Freunden Matthias (Laurin Melms) und Susanne (Marisa Prick) abspielt. Anders als Jan hält es Susanne nicht lange allein aus und überrascht ihre Freunde immer wieder mit einem neuen Partner beim Kartenspiel.

Auch Jans Mutter ist der Lebenswandel ihres Sohnes ein Dorn im Auge, wünscht sie sich doch sehnlichst ein Enkelkind. Schon der Prolog des Stücks, ein Telefongespräch zwischen Jan und seiner Mutter zu diesem Thema, ließ den Funken überspringen und stimmte die Zuschauer hervorragend auf das Folgende ein, denn als Jan danach entnervt in sein geliebtes Café geht, nimmt das Chaos seinen Lauf.

Zwischen den Fronten

Eine Oma, die Gesellschaft sucht, stört ihn bei seiner Zeitungslektüre, er gerät zwischen die Fronten eines jungen Paares, das seinen Beziehungsstress austrägt, und auch der Streit zwischen einer Mutter und ihrer pubertierenden Tochter oder der Disput zweier Freundinnen, von denen die eine der anderen partout mittels Kontaktanzeigen einen neuen Freund verschaffen will, tragen nicht gerade zu seiner Entspannung bei.

Die Situation eskaliert vollends, als Jan, nicht ahnend, dass es sich nur um eine Filmszene handelt, dem vermeintlichen Opfer eines Überfalls zu Hilfe eilt. Der Regisseur (Florian Nickel) flippt völlig aus und Jan kriegt eins auf die Nase.

Mit der Gemütlichkeit beim abendlichen Doppelkopf in Susannes Wohnung ist es nicht weit her, als sich herausstellt, dass ausgerechnet dieser Regisseur ihr „Neuer“ ist. Es kommt wieder zu Handgreiflichkeiten und Jan landet in der Notaufnahme des Krankenhauses. Und siehe da, könnte da nicht ein neues Glück winken? Die nette Ärztin hält zwar nicht viel von Kontaktanzeigen, aber wenn da so ein cooler Typ vor ihr steht …

In den weiteren (teilweise Doppel-) Rollen waren Isabella Benedini, Hannes Benner, Annalena Künne, Charlotte Löhrer, Pia Mathée, Hannah Nickel, Melissa Orth und Lina Uellendall zu sehen. Zusammen mit Monika Bahr und Rolf Nordt konnten die jungen Schuspieler einen langen und herzlichen Schlussbeifall entgegennehmen.

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