Das Birkhuhn steht zwischen guten Ideen

Von: rpa
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Der Nabu Aachen hat der Stadt Monschau wegen des Radwegebaus mit Klage gedroht. Es geht um das seltene Birkhuhn im Paustenbacher Venn. Foto: imago/McPhoto

Monschau. Die ersten Radfahrer und Wanderer sind schon unterwegs - auf der bereits geteerten Ravel-Route bei Roetgen. Der neue Radweg auf der Trasse der einstigen Vennbahn ist ein „großer Gewinn für die Region”, davon ist Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter überzeugt.

Sie mahnte nun eindringlich im Wirtschaftsausschuss des Stadtrates: Das Thema Ravel dürfe nicht zerredet werden. „Verwundert” zeigte sie sich, dass die Diskussion sich nun wieder zuspitze, seit der Naturschutzbund (Nabu) Aachen mit einer Klage gegen den Ravel-Radweg für den Fall gedroht hat, dass „im Bereich Monschau weiterhin gegen geltendes Naturschutzrecht” verstoßen werde.

Eine Klage wäre nicht gut, es müsse eine „Lösung im Gespräch” gesucht werden, sagte Werner Krickel von den Grünen. Die Bürgermeisterin ist jedenfalls überzeugt: Die Bevölkerung steht klar hinter dem Projekt „Radweg”, sie bedauerte, dass es bislang „kein Ansinnen” der Naturschützer auf ein Gespräch mit der Stadt gebe, die Stadt jedenfalls sei „immer dafür offen”.

Anlass der erneuten Diskussion im Wirtschaftsausschuss war ein Antrag der CDU-Fraktion, die vor allem zwei Maßnahmen forderte: Ein klares Bekenntnis zum neuen Radweg auf der Vennbahn-Trasse, was unbedingt auch für den Abschnitt zwischen Lammersdorf durch das Paustenbacher Venn bis Konzen gilt. Und: Der Radweg müsse „einen nachhaltigen Mehrwert” bringen, was eben durch die touristische Nutzung der Vennbahn „nur sehr begrenzt” erreicht worden sei, erinnerte Micha Kreitz, der den CDU-Antrag erläuterte. Für die Stadt müsse es wichtig sein, die Orte entlang der Strecke in das Projekt „Ravel-Route” einzubinden durch attraktive Angebote, etwa für Familien und Senioren. Der CDU-Antrag wurde einstimmig angenommen.

Gastronomie einbinden

Eingebunden und beteiligt werden müssen nach diesem CDU-Antrag die Gastronomie, die Übernachtungsbetriebe, der Einzelhandel, nur so sei es möglich, „neue Chancen” zu schaffen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue einzurichten. Die Ravel-Route, so formulierte es Georg Alt (SPD), müsse einen „Mehrwert für alle Bürger” bringen. Für die Grünen, die den Ravel-Weg „sehr unterstützen” (so Werner Krickel), reicht es aber längst nicht, nur den Radweg herzurichten, auch reiche es nicht, etwa am Bahnhof Monschau „eine Bank aufzustellen”, die Stadt müsse vielmehr „das Bahnhofsgelände bewirtschaften” können.

Das sieht die Verwaltung genau so. Die Bahnhofsflächen anzupachten, um die „Monschauer Interessen” zu sichern, dies ist für Margareta Ritter „unabdingbar”. Dazu gehöre es auch, den 30 Meter breiten Streifen links und rechts der Trasse anzupachten, was auch für die Pflege der Strecke wichtig sei. Die Bürgermeisterin bedauerte, dass es bislang keine direkten Kontakte zur belgischen Bahn (SNCB) gibt.

Gespräche zwischen der belgischen Bahn und der Städteregion ließen „hohe Pachtkosten” befürchten, so dass die Städteregion es aus Kostengründen abgelehnt habe, die Flächen anzupachten. Die Stadt Monschau, so die Bürgermeisterin, hofft nun, über die Deutschsprachige Gemeinschaft zu einer „einvernehmlichen und für den Haushalt der Stadt verträglichen Lösung” zu kommen. Sicher ist, so Margareta Ritter, dass der Bahnhof (wie derzeit) nicht zum „Müllplatz” verkommen darf.

Der alte Bahnhof Monschau ist nach einer aktuellen Expertise der „Invent GmbH zum Vennbahn-Radweg eine wichtige Station für die „Anbindung” an Monschau. Angeregt werden in dieser Expertise Anbindungen zur Altstadt, möglichst per Rad, zu Fuß und per Bus bzw. per Shuttledienst. Werner Krickel sieht durch den neuen Radweg eine „Riesenchance” für Monschau und eine „große Herausforderung an die Betriebe”, diese Chance zu nutzen.

Es müssen „Angebote geschaffen werden, etwa für Familien, dass sie eine Woche bleiben”, sagte Wolfgang Weber (FDP), sonst sehe er die „Gefahr, dass der Ravel-Radweg ein Durchgangsweg” werde.
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