Das Bauland in der Nordeifel bleibt bezahlbar

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
11803031.jpg
Der Bereich des alten Sportplatzes in Konzen (hier ein Bild von September 2014) hat sich zum beliebten Wohnort für junge Familien entwickelt. Auch deshalb hat der Bodenrichtwert für diesen Bereich 2015 angezogen.

Nordeifel. Die Grundstückspreise in der Nordeifel sind im vergangenen Jahr leicht in Bewegung geraten. Während die Bodenrichtwerte für die zentralen und beliebtesten Wohnlagen in Roetgen, Simmerath, Lammersdorf und Imgenbroich auf vergleichsweise hohem Niveau konstant blieben, wurden in vier Ortsteilen aller drei Südkreiskommunen 2015 höhere Grunderwerbspreise bezahlt als im Jahr davor.

Dies geht aus den nun veröffentlichten Bodenrichtwerten hervor, die der Gutachterausschuss der Städteregion Aachen jährlich im Frühjahr vorlegt.

Der Bodenrichtwert gibt den im vergangenen Jahr durchschnittlich gezahlten Quadratmeterpreis für baureifes Land in bebauten Gebieten wieder. Abweichungen eines einzelnen Grundstücks vom Bodenrichtwert in den wertbeeinflussenden Merkmalen und Umständen – wie Erschließungszustand, spezielle Lage, Art und Maß der baulichen Nutzung, landwirtschaftliche Nutzung, Bodenbeschaffenheit, Grundstücksgestalt, insbesondere Grundstückstiefe oder Grundstücksgröße – bewirken in der Regel entsprechende Abweichungen des Verkehrswertes vom Bodenrichtwert.

Der jährlich fortgeschriebene Wert für einzelne Stadtteile, Dörfer und Ortslagen ist nicht bindend für Grundstücksgeschäfte, dient aber von jeher als Orientierung für Käufer und Verkäufer. Beeinflusst wird er dabei auch von der Zahl der getätigten Grundstücksverkäufe, unterliegt also auch den Marktgesetzen von Angebot und Nachfrage. Und in der Eifel steigt derzeit eher die Nachfrage nach Wohnungen als nach Bauland. Investoren und Projektentwickler haben diese Zeichen der Zeit erkannt und treiben aktuell größere Wohnungsbauprojekte in allen drei Eifelkommunen voran, hier bevorzugt in den Zentralorten, also Roetgen, Simmerath und Lammersdorf und für die Stadt Monschau in Imgenbroich.

Wer derzeit in der Nordeifel ein Baugrundstück sucht, wird in aller Regel auch fündig – unabhängig von der Wohnlage und dem entsprechenden Preis. Allerdings herrscht eine größere Nachfrage naturgemäß in den Siedlungsschwerpunkten, also dort, wo eine gute Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten und verkehrsmäßig guter Anbindung an Mittel- und Oberzentrum gegeben ist.

Dennoch haben sich, wohl auch wegen des größeren Angebots an Grundstücken dort, die Grundstückspreise für den Zentralort Roetgen (150 Euro), Simmerath (105), Lammersdorf (100/95) und Imgenbroich (90/siehe Grafik) nicht verändert.

Das verhielt sich in den angrenzenden Stadt- oder Gemeindeteilen etwas anders. So wurden für ein Grundstück in Konzen, hauptsächlich im Bereich des alten Sportplatzes, im Schnitt fünf Euro für den Quadratmeter baureifes Land mehr gezahlt (70) als im Jahr zuvor. So langsam füllt sich das anfangs noch schleppend vermarktete Neubaugebiet, und auch das erzeugt zusätzlichen Preisdruck.

Das geringer werdende Angebot war auch einer der Hauptgründe für steigende Richtwerte in den Roetgener Gemeindeteilen Mulartshütte und Rott, wobei letzterer nun das Niveau des Hauptortes erreicht hat.

In der Gemeinde Simmerath wurden baureife Grundstücke 2015 nur in Rollesbroich etwas teurer (65), in drei Ortschaften hingegen preiswerter: In Eicherscheid hatte der Preis in den vergangenen Jahren stetig angezogen und hatte sich das „Golddorf“ mit 80 Euro zum drittteuersten Pflaster hinter den Hauptzuzugsorten der Gemeinde Simmerath entwickelt. Nun sank der Richtwert aber wieder auf 75 Euro und somit auf den gleichen Wert wie in Kesternich. Ähnliches gilt auch für Huppenbroich, für das der Bodenrichtwert 2015 von 65 auf 60 Euro zurückfiel.

Auffallend ist und bleibt, dass das Bauland in der Nordeifel am unteren (man könnte auch sagen am günstigen) Ende der Tabelle rangiert, weit entfernt von den Preisen, die im Rest der Städteregion Aachen gezahlt werden. Die meisten Häuslebauer bewerten die Nähe zur Stadt und zur dort fraglos besseren Infrastruktur offensichtlich immer noch höher als die weitaus höhere und natürlichere Wohnqualität in der Eifel.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert