Nordeifel - Das Abitur geschafft, jetzt ab ins Flugzeug

Das Abitur geschafft, jetzt ab ins Flugzeug

Von: Julia Bäumler
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Goodbye Deutschland (v.l.): Marco Jollet, Milena Bongard, Hannah Valentin-Krebs, Judith Swoboda und Eva Reiners verlassen bald ihr Zuhause, um andere Länder und Kulturen kennen zu lernen.

Nordeifel. Für sie heißt es bald Abschied nehmen: Milena Bongard, Judith Swoboda, Eva Reiners, Hannah Valentin-Krebs und Marco Jollet verweilen nicht mehr lange auf deutschem Boden, denn für sie geht es schon ganz bald weit in die Welt hinaus.

Die fünf Abiturienten haben sich nämlich dafür entschieden, mehr von der Welt zu sehen – und das auf ihre eigene Art und Weise. Ob als „Au-Pair“-Mädchen, mit dem bekannten „Work & Travel“-Programm oder mit einer Menge sozialem Engagement, jeder fand seinen eigenen Weg, die Grenzen Deutschlands zu verlassen. Nicht mal mehr einen Monat dauert es, und der Flieger wird die Abiturienten für eine lange Zeit in ganz andere Kulturen führen.

Die 18-jährige Milena Bongard aus Mützenich wird das Flugzeug am 4.Juli nach Sevenoaks in England bringen. Für genau zwölf Monate lebt sie dort als „Au-Pair“- oder auch Kindermädchen in einer jungen Familie. Dort erwarten sie ein siebenjähriges Mädchen und ein vierjähriger Junge. Fünf Tage die Woche wird sie sich um die Kinder kümmern. Schon jetzt steht ein bekanntes Ritual fest: „Um fünf Uhr ist in meiner Familie immer Tea-Time. Das steht auch jetzt schon ganz fest im Programm“, erzählt Milena begeistert von der Kultur ihres Gastlandes.

Ein besonderes Erlebnis hatte Milena schon vor ein paar Wochen, das den Auftakt zu ihrer Reise bot: Ihre Familie lud sie für ein Wochenende zum Kennenlernen in ihr Haus ein. „Die Familie ist wirklich super nett. Wir waren zusammen im Pool, haben zusammen gekocht und die Großeltern habe ich auch schon kennengelernt“, berichtet sie. Und mit Sicherheit wird Milena noch eine Menge erwarten: Im Sommer geht es mit der Gastfamilie nach Schottland, und über Weihnachten wurde sie zu einer Reise nach Ägypten eingeladen.

In eine ganz andere Richtung geht das Flugzeug für Eva Reiners aus Mützenich und Hannah Valentin-Krebs aus Imgenbroich. Sie fliegen nach Australien! Der Flieger, in dem Eva sitzt, startet am 15. Juli und steuert das im Westen gelegene Perth an, der von Hannah das allbekannte Sydney und startet schon am 2. Juli. Und wie es von da aus weitergeht? „Mal gucken“, sagt Hannah nur. Denn sowohl Hannah, als auch Eva werden dort ein sogenanntes „Work & Travel“(Arbeiten & Reisen)-Programm mitmachen.

Lediglich einen Rucksack werden die Beiden ein Jahr lang mit sich tragen. Die ersten drei Tage hat Hannah ein Zimmer gebucht. Danach ist sie komplett auf sich gestellt. Sie wird ohne Organisation reisen, denn einen Rückhalt in Australien hat sie schon: Im vergangenem Sommer nahm sie an einem Austauschprogramm teil und wohnte drei Monate bei einer Gastfamilie in Melbourne. „Wenn ich Probleme habe, könnte ich da immer hin.“

Ein bisschen mehr weiß Eva schon. Sie wird mit einer Organisation reisen, so dass sie die ersten drei Monate auf einer Farm untergebracht ist. Anschließend wird ihre Organisation sie nur noch vermitteln – hinkommen muss sie überall alleine hin. Hannah hingegen ist noch etwas planloser: „Ich bin schon ziemlich gespannt, was mich erwartet, weil so viel geplant hab‘ ich jetzt nicht“, sagt sie und lacht dabei.

Judith Swoboda aus Mützenich und Marco Jollet aus Konzen schlagen eine ganz andere Richtung ein, denn ihr Ziel heißt Afrika. Und beide bringen dafür ein hohes Maß an sozialem Engagement mit. Marco fliegt am 2. Juli nach Südafrika nach Durban Ville in ein Kinderheim mit ca. 160 bis 170 Kindern. All diese Kinder kämen aus ärmlichen Verhältnissen, hatten mit häuslicher Gewalt zu tun oder sind mit HIV infiziert.

Durch Fahrdienste, Kinderbetreuung oder Nachtschichten hilft er den Kindern wo er kann, nicht auf den falschen Weg zu geraten und ein geregeltes Leben zu führen. Leben wird Marco gemeinsam mit 30 anderen Freiwilligen in einem von drei Häusern, die für die Helfer vorgesehen sind. Nach einem 16-tägigen Seminar seiner Organisation in Oberhausen fühlt sich Marco auch gut vorbereitet.

Für Judith geht es am 19. Juli für fünf Wochen nach Okunda in der Nähe von Mombasa. Mit weiteren acht jungen Leuten wird sie dort in einem Selbstverpflegungshaus wohnen und eigenständig in der afrikanischen Kultur leben. „Die Kinder haben in der Zeit, in der wir da sind Ferien. Also haben wir uns überlegt, eine Art Ferienspiele für sie zu veranstalten.“

Alle sind sich einig, dass sie in Deutschland natürlich Familie und Freunde vermissen werden. Und Hannah versichert den anderen: „Glaubt mir, ihr werdet Schwarzbrot vermissen.“

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