Dartspieler stellen am Rursee neuen Weltrekord auf

Von: Vera Junker
Letzte Aktualisierung:
dartbild
Müde, aber glücklich: Exakt 2521 Spiele haben die Dartspieler bei ihrem Weltrekordversuch in 24 Stunden auf die Scheiben platziert. Foto: Vera Junker

Rurberg. Zahlreiche abgebrochene Plastikspitzen, dicke Arme und vor allen Dingen kleine Augen: Der Dart-Weltrekordversuch des Nationalpark Dart Cup-Power Teams hat sichtbare Spuren hinterlassen.

Der Schritt an die Fußleiste, die 2,44 Meter von der Dartscheibe entfernt auf dem Boden befestigt ist. Dann einen Fuß nach vorne, Wurfhaltung einnehmen, drei mal mit den 13 bis 18 Gramm schweren Dartpfeilen das Ziel anvisieren und abschließend werfen. Immer wieder der identische Ablauf - und das 24 Stunden non-stopp.

Doch die Mühen und Anstrengungen der 17 Darter des Power Teams haben sich gelohnt. „Den Weltrekord im Sammeln der 301 Spiele haben wir deutlich überboten und zwar mit allen Teams die dazu angetreten sind.” Beim Sammeln der so genannten 301 Spiele geht es darum, mit möglichst wenig Versuchen die 301 Punkte genau auf Null herunterzuwerfen, um dann direkt im Anschluss ein neues Spiel starten zu können.

Dies ist den Dartern vom Rursee beeindruckender Art und Weise gelungen: „Unser bestes Team hat den Weltrekord auf starke 2521 Spiele in den 24 Stunden hoch geschraubt und damit den alten Weltrekord fasst verdoppelt”, so ein glücklicher, wenn auch leicht lädierter Organisator Thorsten Oppermann, der zugibt: „Die Idee war etwas besonders, und ich glaube die meisten, die diesen neuen Rekord mit aufgestellt haben, wussten anfangs wirklich nicht, auf was sie sich da eingelassen hatten. Und wie hart vor allen Dingen die Nacht werden würde.”

Schon nach vier gespielten Stunden am vergangenen Samstag wurden die Schmerzsalben ausgepackt und die ersten Massagen verteilt. „Ich bin hier ja auch der Älteste, da darf ich ruhig schon was früher mit den Schmerzen anfangen”, erklärt Reiner Krause mit einem Augenzwinkern.

Einige Stunden und Würfe später, kurz nach Beenden des Weltrekordversuchs, ging es den Knochen dann noch etwas schlechter: „Also ganz ehrlich, der Rücken, der Arm, die Beine - da tut einfach alles weh.”

Mit Kaffee, Energydrinks und vielen Snacks zwischendurch hielten sich die Spieler, die sich aus der ganzen Region in Rurberg zusammen gefunden hatten, bei Kräften. „Für den Notfall hatten wir auch Feldbetten im Keller stehen”, so Judith Paffen. Die Besitzerin des „Bistro am Badesees”, wo der neue Weltrekord aufgestellt wurde fügt an: „Aber eigentlich sind die Pausen wirklich kurz gehalten worden. Nur so ist wohl auch die Höhe des neuen Weltrekordes zustande gekommen.”

An fünf Dartautomaten, in Gruppen zu jeweils vier oder fünf Spielern startete die Jagd auf Punkte und Spiele. Kleine Pausen gab es immer abwechselnd nur für einen Spieler einer Gruppe. „Hier haben sich wirklich Dartspieler mit Niveau beteiligt, die auch die Herausforderung angenommen haben, gegen alle Unwägbarkeiten anzukämpfen”, erklärt Thorsten Oppermann und ergänzt: „Im Schnitt haben wir in den ersten Stunden etwa 110 bis 115 Spiele geschafft. Erst morgens um fünf kam dann wirkliche Einbruch.”

Doch Hektik kam zu diesem Zeitpunkt keine mehr in Rurberg auf, denn schon seit 22 Uhr Abends stand fest, dass der alte Weltrekord im Sammeln der 301 Spiele gebrochen würde. Da schmerzte es auch kaum mehr, dass eines der Teams, die Punkte-jagd abgebrochen hatte. „Es war aussichtslos den High-Score Weltrekord zu verbessern. Da hätte sich der weitere Kampf nicht mehr gelohnt”, gibt Oppermann zu.

Statt dessen galt es für diese Spieler dann, die Kollegen immer wieder lautstark anzufeuern und über die kleinen Tiefs hinwegzuhelfen. Vor allen Dingen am Abend trafen auch einige Besucher aus anderen Dartligen ein, um die Spieler zu motivieren oder einfach mal die Atmosphäre zu erleben.

„Das ist wirklicher Sport”

„Das war wirklich ein ganz besonderes Erlebnis in der Gruppe”, so Teilnehmer Norbert Latz. Und die einzige junge Dame im Team, Tina Lutterbach, ergänzt: „Es war richtig geil. Die Aktion war hat super viel Spaß gemacht.”

Anerkennung für die sportliche und organisatorische Leistung des Power-Teams gab es auch von Seiten des Simmerather Bürgermeisters und Schirmherren Karl-Heinz Hermanns: „Das was einem oft zu Ohren kommt, von den Dartern die in der Kneipe mal auf die Scheibe werfen, hat mit dem was hier auf die Beine gestellt worden ist nichts zu tun. Das ist wirklicher Sport und in den Gesichtern sowohl der Darter als auch den Schiedsrichtern lässt sich das Vergnügen an der Sache ohne Probleme ablesen.”

Und nach dem ersten geschafften Highlight des Jahres steht in Rurberg bald schon das nächste an: „Jetzt freuen wir uns auf den 15. bis 17. April, denn da finden die ersten offenen Deutschen Meisterschaften im Elektronik-Dart hier statt”, so Thorsten Oppermann.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert