Dank der Fichten ist der Wald gut im Geschäft

Von: Peter Stollenwerk
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Wachsen ins Geld: Die Fichtenbestände in der Eifel bilden seit Jahren die Grundlage für einen gesunden Forstetat. Das ist auch in der Gemeinde Simmerath nicht anders. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Die in hiesigen Regionen nicht immer gern gesehene Fichte ist aus Sicht der Forstwirtschaft ein unverzichtbarer Bestandteil des Waldes. In den Eifelkommunen sorgt der oft als „Prüßeboom“ gescholtene Nadelbaum dafür, dass in den Forsthaushalten dank der umfangreichen Fichtenbestände fette schwarze Zahlen geschrieben werden können.

Das ist auch in der Gemeinde Simmerath nicht anders, wie jüngst in der Sitzung des Forstausschusses deutlich wurde. Hier herrschte allgemeine Zufriedenheit über das zu erwartende überaus positive Ergebnis des Forstwirtschaftsplans 2017. Nach dem bisherigen Planungsstand weist der Forstetat 2017 einen Überschuss von rund 202.000 Euro aus.

Das übertrifft das diesjährige Ergebnis (130.000 Euro zu erwartender Überschuss) noch einmal deutlich. Dass die Zahlen so positiv ausfallen, ist aber in erster Linie den seit langer Zeit stabilen Holzverkaufspreisen zuzuschreiben. Allein aus dem Holzverkauf sind 667.000 Euro Erlös eingeplant. Der Holzverkaufspreis hat sich in den zurückliegenden zehn Jahren fast verdoppelt.

Was die forstwirtschaftliche Ausbeute im kommenden Jahr betrifft, hält sich Gemeindeförster Dietmar Wunderlich an das Forsteinrichtungswerk der Gemeinde Simmerath wie auch an die bewährten Umfänge der Vorjahre. Insgesamt sollen demnach 9600 Festmeter eingeschlagen werden, darunter allein 8600 Festmeter Fichte. 6000 Festmeter werden von eigenen Kräften des Simmerather Forstbetriebs und 3300 Festmeter durch Selbstwerberfirmen eingeschlagen.

Das Forsteinrichtungswerk, das über einen Zeitraum von zehn Jahren als Planungsinstrument die Erfassung des Waldzustandes und die mittelfristige Planung festlegt, lässt sogar noch leicht höhere Einschlagsmengen zu. Der Gemeindeförster möchte aber ein wenig Spielraum bei unvorgesehenen Ereignissen wie Windwurf oder Käferholz besitzen und plant daher lieber etwas defensiv. Wunderlich: „Der Grundsatz der Nachhaltigkeit wird mit dem geplanten Jahreseinschlag 2017 auch weiterhin eingehalten.“

Ein weiterer Grund für die positive Bilanz sei, „dass die Bestände langsam ins Geld wachsen“.

Auch wenn 90 Prozent der Einnahmen allein aus der Fichte resultieren, vernachlässigt man im Simmerather Gemeindewald auch nicht den Anbau von Laubholz. Mit der zunehmenden Aufforstung durch Buche wolle man sich, so Dietmar Wunderlich, nicht nur ein zweites Standbein schaffen, sondern auch den klimatischen Veränderungen Rechnung tragen. Laut Beobachtung des Gemeindeförsters differenzieren die Niederschlagsmengen in der Gemeinde Simmerath inzwischen so sehr, dass die stark wasserabhängige Fichte an einigen Standorten gefährdet ist.

Bei den Anschaffungen innerhalb des Forstwirtschaftsplans 2017 fand besonders die 3000-Euro-Investion für ein E-Mountainbike die Sympathie des Ausschusses. Das Zweirad soll dem Gemeindeförster bei der detaillierten Beobachtung von Veränderungen im Wald behilflich sein. Dies betrifft sowohl den Käferbefall wie auch die Sichtung der Wegeseitegräben.

Auf die bislang vorgenommenen zeitaufwendigen Revierbegehungen kann der Förster zwar nach wie vor nicht ganz verzichten, aber ein Großteil der Aufgaben kann durch das E-Bike abgedeckt werden, und außerdem sei es ökologisch sinnvoller, wenn die Fahrstrecken mit dem Dienstwagen im Wald reduziert werden könnten.

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