Damit die Retter (nicht) in die Röhre schauen

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:
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Klaustrophobie darf nicht haben, wer in die Röhre abgelassen wird.

Simmerath. Es geht abwärts für Manfred Frohn. Aber er hat es ja nicht anders gewollt. Frohn, der als Geschäftsführer der an die Handwerkskammer Aachen angegliederten Bildungszentren normalerweise vom Schreibtisch aus seine Arbeit erledigt, steigt langsam den engen Schacht hinab.

Unten rauscht das Wasser, oben feixen die Herumstehenden und Frohn macht ein Gesicht, als ob er bei der nächsten Einweihung einer Tiefenrettungsanlage die Demonstration von deren Funktionsweise doch lieber jemand anders überlassen möchte.

Bildungszentrum Simmerath (BGZ), Kranzbruchstraße 10, Halle 31: Das ist die Adresse, die in Zukunft die Mitarbeiter von Bauhöfen, Kanalreinigungs- und Inspektionsfirmen, Rettungsdienst, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk verstärkt ansteuern werden. „Im Grunde genommen alle Firmenchefs, die ihre Mitarbeiter in die Tiefe schicken”, fasst Frohn die Zielgruppe des neuen Angebots zusammen.

So realitätsnah wie möglich

Um auf die Tiefenrettungsanlage aufmerksam zu machen, hat die Handwerkskammer zur offiziellen Einweihung ins BGZ Simmerath eingeladen. „Es ist die erste ihrer Art im Rheinland”, sagt Handwerkskammer Hauptgeschäftsführer Ralf W. Barkey. Nicht allein deshalb ist ein reger Zulauf quasi programmiert. Laut Gesetz müssen Menschen, die unter der Erde arbeiten, mindestens einmal jährlich einen Tiefenrettungslehrgang absolvieren.

Ihnen steht dann der gleiche Weg bevor, wie Manfred Frohn. Von einer fünf Meter hohen Plattform steigt er hinab in den Kanal. Unten gibt es zwar einen seitlichen Notausgang, der in „echten” Kanälen, Baugruben und Schächten nicht zur Verfügung steht. Ansonsten aber wird die Rettung so realitätsnah wie möglich absolviert. Dazu gehört auch, dass sich die Anlage nach Lust und Laune mit Wasser und Nebel befüllen lässt.

Die Lehrgänge werden als Tagesseminare angeboten, jeweils samstags von 8 bis 16 Uhr (mehr Infos: 0241/9674-111). Morgens bekommen die Teilnehmer eine Einführung in den gesamten technischen Ablauf der Tiefenrettung, nachmittags geht´s abwärts.

Manfred Frohn ist mittlerweile ganz unten angekommen. Und weil er ja den zu Rettenden mimt, verlässt er sich jetzt ganz auf die oben Herumstehenden. Die greifen beherzt zu Kurbel an dem über dem Kanal stehenden Dreifuß und ziehen Frohn Stück für Stück wieder hoch. Und irgendwann ist er dann tatsächlich wieder ganz oben angekommen.

Anmeldung zum Lehrgang: weiterbildung@hwk-aachen.de
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