Nordeifel - Clevere Weihnacht: Die Eifel feiert Gema-frei

Clevere Weihnacht: Die Eifel feiert Gema-frei

Von: P. St.
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Wenn Musik erklingt, dann hört die Gema mit, um zu kassieren. Aus diesem Grund sind die Auftritte von Musikgruppen auf dem Monschauer Weihnachtsmarkt bereits reduziert worden. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen: Dieses Prinzip gilt auch für die Weihnachtsmärkte in der Region, die an diesem Wochenende beginnen. Auch die Musik im Hintergrund, von vielen Besuchern überhaupt nicht mehr wahrgenommen, von anderen als Geräuschbelästigung empfunden und von wieder anderen als Untermalung vorweihnachtlicher Stimmung gerne gehört, will bezahlt sein.

Denn die Gesellschaft für musikalische Aufführungsrechte (Gema) hört überall mit und fordert Gebühren ein, wenn Musik gespielt wird, an denen die Interpreten die Rechte besitzen. Die Gema vertritt rund 65000 Komponisten und Autoren.

Diese Gebühren können eine beachtliche Höhe erreichen, was in diesem Jahr auch die Veranstalter des Aachener Weihnachtsmarktes erfahren mussten.

Bislang wurden die Gema-Gebühren für die Zeit des Weihnachtsmarktes rund um das Rathaus auf pauschal 4000 Euro festgelegt. In diesem Jahr hatte die Gema offenbar neu gerechnet und wollte dem Aachener Märkte und Aktionskreis City gleich 12.000 Euro in Rechnung stellen. Die dreifache Summe aber wollten die Veranstalter für die Dauerberieslung mit weihnachtlichen Tönen nicht aufbringen, und so bleiben die Lautsprecher in diesem Jahr stumm.

Nicht stumm bleiben die Lautsprecher auf dem am Freitag um 11 Uhr beginnenden Monschauer Weihnachtsmarkt. Um die Gebührenforderungen der Gema zu umgehen, hat die Monschau-Touristik bereits im vorigen Jahr einen neuen Weg eingeschlagen und sich Gema-freie Musik zugelegt, wie Bianca Lanio, die Leiterin der Monschau-Touristik, erläutert.

Mit dem Kauf solcher CDs sind die Gema-Gebühren automatisch entrichtet. Auf diesen Scheiben sind nur Titel zu hören, bei denen die Künstler auf ihre Urheberrechte verzichtet haben oder die Komponisten schon länger als 70 Jahre tot sind, womit auch auch die Gema-Pflicht erlischt.

Wegen der Gema-Gebühren, die auch bei Live-Auftritten fällig werden, ist auf dem Monschauer Markt die Zahl der Musikgruppen bereits reduziert worden.

Auf dem Weihnachtsmarkt in Rurberg werden die Besucher wie gewohnt mit Musik verwöhnt. Auch am Rursee werden Gema-freie Titel abgespielt. „Die Sachen sind inzwischen sogar sehr gut”, sagt Sebastian Lindt, der Geschäftsführer der Rursee-Touristik.

Während also in Aachen beim Weihnachtsmarkt nur Sicherheitshinweise und Kennzeichen von Falschparkern aus den Lautsprechern erklingen, darf man sich in Rurberg und Monschau sicher sein, wie immer die alt vertrauten Klänge der Weihnachtszeit zu hören.
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