Chronik: Wie die Polizei ihr Gesicht veränderte

Von: P. St.
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Für die Präsentation seines Buches besuchte der Autor und frühere Polizeibeamte Manfred Huppertz aus Konzen noch einmal die Polizeiwache Simmerath. Foto: P. Stollenwerk
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Die Mannschaft der Polizei Simmerath im Jahr 1962: Bruno Schumann, Gerd Zisowsky, Alfred Skrotzky, Georg Ritter, und Gerd Mahlitz (v.li.).

Nordeifel. Bei der Polizei kann man etwas erleben. Diese Erfahrung hat auch Manfred Huppertz aus Konzen gemacht. Der 70-Jährige war 42 Jahre lang in Aachen im Polizeidienst und hat sämtliche Dienststellen in der Stadt und der Städteregion kennengelernt.

Zehn Jahre nach seiner Pensionierung gewährt er nun Einblick in das Innenleben der Behörde und legt dar, wie die Polizei in den zurückliegenden fast 200 Jahren in der Region ihr Gesicht veränderte. Die Geschichte und Geschichten der Polizei sind zusammengefasst in einem Buch, das jetzt im Aachener Helios-Verlag erschienen ist.

20 Mitautoren beteiligt

Auf 360 Seiten hat Manfred Huppertz die Chronik der Polizei zwischen den Jahren 1818, als erstmals in Aachen die Einsetzung eines Polizeipräsidenten nachgewiesen werden kann und dem Jahr 2014, zusammengetragen. Nicht weniger als 20 Mitautoren sorgen dafür, dass das Buch kaum eine Facette des Polizeialltags, von der behördlichen Umstrukturierung bis zum spektakulären Einsatz, auslässt.

Huppertz stellte das Buch (Erstauflage 200 Stück) jetzt in der Polizeiwache Simmerath vor, die in dem Buch selbstverständlich auch eine bedeutende Rolle spielt, zumal der Autor in seiner aktiven Dienstzeit hier zwischen 1972 und 1974 häufig anzutreffen war.

Rund zwei Jahre hat Manfred Huppertz für die Zusammenstellung des Buches gebraucht, aber er hatte schon während seiner Dienstzeit ein wenig Vorarbeit geleistet. Da er sich der Regionalgeschichte schon immer verbunden fühlte, lag es auch nahe, sich mit den Anfängen und der Entwicklung der Polizei Aachen zu beschäftigen. Im dortigen Polizeiarchiv hatte er Material gesichtet, ebenso bei sich zu Hause, die noch vorhandenen Lücken wurden durch Recherchen im Landesarchiv Düsseldorf geschlossen.

Die Chronik der Polizei, so ist es die Absicht des Autors, soll über eine Sammlung von Anekdoten und Überlieferungen hinausgehen und möglichst auch umfassend die Rolle der Polizei im Zuge der gesellschaftlichen und politischen Veränderungen widerspiegeln. Von Zeitepochen, wie zum Beispiel über die NS-Zeit, über die nur wenig verwertbares Material existiert, bemüht sich der Autor ein differenziertes Bild der Polizei zu zeichnen.

Als ein echtes Stück Regionalgeschichte empfindet der Leser den detailliert betrachteten Abschnitt über die Entwicklung der Kreispolizeibehörde Monschau nach dem Krieg, die damals eine des kleinsten Behörden in NRW war. Auch die Polizei blieb von der kommunalen Neugliederung im Jahr 1972 nicht verschont. Die fortschreitenden organisatorischen Veränderungen leben hier noch einmal auf, ob es die heftige Diskussion über die Präsenz von Streifenwagen in der Nordeifel war oder die Abstufung der Polizeistation Simmerath zur Wache im Jahr 1994.

Lesenswert ist auch ein persönlicher Beitrag von Horst Schattenberg, der viele Jahrzehnte auf der Polizeistation Simmerath seinen Dienst verrichtete, und über die vielfältige Arbeit der Polizei, von der Pockenzeit bis zum „Polizei-Zölibat“ erzählt.

Spektakuläre Kriminalfälle, vor allem wie sie sich aus der Innenansicht der Polizei dargestellt haben, dürfen selbstverständlich in einem Buch über die Polizei auch nicht fehlen. Manfred Huppertz: „Der Polizeidienst kann sehr heiter, aber auch manchmal sehr traurig sein.“ Auch aus eigenem Erleben als Polizeibeamter berichtet der Autor, so über einen dienstlichen Besuch im Beichtstuhl, oder auch über Einsätze, wie sie nur an der grünen Grenze passieren können.

Unter dem Strich ist ein differenziertes Porträt des Polizeiapparates erschienen, das auf ebenso sachliche wie aber auch persönliche Weise die Polizei im Wandel der Zeit betrachtet.

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